100 Jahre Freistaat Bayern

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SPD Ortsverein Friedberg lädt zum Staatsjubiläum ins Wittelsbacher Schloss.

„Die Dynastie Wittelsbach ist abgesetzt! Bayern ist fortan ein Freistaat!“ Mit diesen berühmt gewordenen Worten rief der unabhängige Sozialdemokrat Kurt Eisner vor fast genau einem Jahrhundert, am 8. November 1918, in München die bayerische Republik aus.

„Ein guter Anlass zum Feiern und Zurückblicken“, findet auch Ulrike Sasse-Feile die Vorsitzende des SPD Ortsvereins. Bezugnehmend auf das Staatsjubiläums lud das Veranstaltungsteam der Friedberger Sozialdemokraten um Petra Goger, Brigitte Dannhäuser-Lehmann und Dominik Lichtenstern ins neueröffnete Friedberger Schloss. Im feierlichen Ambiente des Rittersaals, geschmückt in den Landesfarben weiß-blau und umrahmt von den traditionellen bayerischen Musikstücken der „Friedberger Saitenzupfer“ beging der Ortsverein mit rund 80 Gästen aus der Stadt und dem Umland seine Veranstaltung zu „100 Jahre Freistaat Bayern.“

Als Referent war der Historiker und Chefredakteur Dr. Jürgen Zarusky vom Institut für Zeitgeschichte München-Berlin geladen. Gemeinsam mit den Gästen im vollbesetzten - und extra noch nachbestuhlten Rittersaal - begab er sich auf eine Reise zurück in die Zeit der bayerischen Revolution. Über die Geschichte des Umbruchs, die Ansätze und Beiträge der einzelnen Revolutionäre zur Demokratisierung Bayerns und eine kritische Würdigung der Münchner Räterepublik und ihrer Niederschlagung im Frühjahr 1919 spannte er dabei auch einen Bogen in die heutige Zeit.

Verwundert zeigte sich Zarusky dabei vor allem über den Umgang mit der Rolle Kurt Eisners, der als erster Ministerpräsident des Freistaates Bayern den Grundstein für die parlamentarische Demokratie und den modernen Verfassungsstaat wie wir ihn heute kennen, legte. Viel zu oft sei die Person Eisners Gegenstand eigener politischer Motivation. So vermied es beispielsweise Ministerpräsident Söder den Staatsgründer überhaupt zu erwähnen, während radikale Linke versuchen Eisner in die Geschichte der Münchner Räterepublik zu integrieren, die erst nach dessen Ermordung und unabhängig von den Bestrebungen der Etablierung eines demokratischen Freistaates Bayerns, entstand.

Unter dem Leitthema „Erkämpfte Demokratie – Erbe und Auftrag“ diskutierten die Sozialdemokraten und ihre Gäste im Anschluss an den Vortrag über die Bedeutung der bayerischen Revolution im 21. Jahrhundert, die gegenwärtigen Krisen und Problemfelder der liberalen Demokratie und über Lösungsansätze für eine friedliche, lebendige und demokratische Gesellschaft. Wichtig für die Zukunft sei dabei vor allem eines: „Demokraten müssen Antworten auf die großen gesellschaftlichen Fragen anbieten, sonst suchen sich die Menschen die Antworten woanders.“

Bürgerreporter:in:

Dominik Lichtenstern aus Friedberg

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