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Flamenco vor dem Finale im Cosmoscafé

Das Cosmos- Café in Friedberg hat bereits die Lichter ausgemacht und die Türen verschlossen. Martina und Hubert Probst haben sich als Wirte vom Cosmos- Café verabschiedet. Unvergessen bleiben die veganen Gerichte und die kulturellen Highlights, die dort geboten waren.

Flamenco vor dem Finale

Eine der bisher außergewöhnlichsten Darbietungen im Cosmos Café war wohl der Flamenco-Abend der Friedberger Flamencotänzerin Sigrid Kröger alias Korona mit ihrer Gruppe, der noch vor dem Endspurt statt fand. Auf kleinstem Raum wurde große Kunst geboten. „Flamenco muss man auf einer Fliese tanzen können. Dafür haben wir hier im Cosmos-Café richtig viel Platz“, scherzte Korona. Die drei Tänzerinnen und der Gitarrist schafften es gekonnt das Cosmos Café in eine feurig- andalusische Atmosphäre zu tauchen. Die Show startete mit dem spanischen Volkstanz „Sevillanas“, einer Soleares, die als „Königsdisziplin im Flamenco gilt, und einer frechen, wilden Bulerías.

Meisterhaftes Gitarrenspiel

Wolfgang Müller, der außer der Flamenco-Gitarre auch die klassisch spanische Gitarre meisterhaft beherrscht, beeindruckte das Publikum mit seinem Können; besonders bei „Recuerdos de Alhambra“, dem bekannten Stück von Tárrega. Das Publikum erfuhr immer zwischen den Stücken Interessantes und Amüsantes zum Flamenco und zu Spanien, so auch, dass es für jede Stimmung und jeden Anlass einen Flamenco- Stil gibt, den man am Rhythmus und bestimmten Melodiephrasen erkennt.

Tapas und Geschichten

Martina Brobst bot dem Publikum unterschiedliche, selbstgemachte vegane Tapas an. Dazu wurde erzählt, dass die kleinen Häppchen Tapas, zu Deutsch „Deckelchen“, genannt werden, was auf betrunkene Kutscher zurück zu führen ist, und dass „Sherry“ so genannt wird, weil die Engländer „Jérez“ nicht aussprechen konnten.

Cante und rasante Schritte

La Reina zeigte bei den Soleares die elegante und geschmeidige Seite des Flamenco und Conicita verkörperte die freudige und ausgelassene Flamenca bei den Bulerías. Sehr gefühlvoll und berührend sang Korona den Cante, wie der Flamenco- Gesang genannt wird, und zeigte damit eine weitere Facette ihrer Flamenco- Kunst, denn eine singende Tänzerin ist sowohl in Andalusien als auch in Deutschland selten. Besonders beeindruckend jedoch tanzte sie die Farruca. Mit viel andalusischem Temperament und rasanten Schritten zeigte sie in einem Wechsel von Drama und Heiterkeit die wilde Seele des Flamenco, die einem den Atem stocken, und dann erleichtert wieder aufatmen lässt, wenn der Wirbelsturm vorbei ist. Das begeisterte Publikum zollte der Gruppe viel Applaus. Schade nur, dass das Cosmos Café nun seine kulturelle Mission beendet und damit diese attraktive Kunst- und Kulturplattform in Friedberg wegfällt.
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