Egészegére! Bayerisch-ungarischer Oxentag im Wittelsbacher Land

Bayerisch-ungarischer Oxentag. v.l.: Bürgermeister Istvan Palfi, LAG-Managerin Beata Pásztor und ein Mitglied der Volkstanzgruppe Valicka Gyönye
 
Bayerisch-ungarischer Oxentag. Der "Steinox" in Harthausen, ein Werk des Friedberger Steinbildhauers Franz Seidl.
Friedberg: Am Steinox | Die Geschichte des Oxenwegs von Ungarn nach Augsburg war das Thema beim Bayerisch-ungarischen Oxentag am 17. September 2011. Zusammen mit der Gemeinde Adelzhausen hat der Verein Wittelsbacher Land die altbaierischen Stationen aus dem 600 Kilometer langen Triebweg präsentiert, den die ungarischen Ochsentreiber, die Haiducken, auf dem Oxenweg zurücklegten. Die ungarische Tanzgruppe Valicka Gyönye zeigte mit ihren 55 Frauen und Männern bei der Veranstaltung in der Adelzhausener Mehrzweckhalle Tänze aus den europäischen Regionen, die am Oxenweg liegen. Daneben gab es bayerisches Brauchtum und Schmankerl vom Ochsen.

Eröffnet wurde der Bayerisch-ungarische Oxentag in Augsburg. Der Geograph und Altstraßenforscher Dr. Hermann Volkmann, Entdecker und Ideengeber zum Projekt "Altbaierischer Oxenweg", gab an der Augsburger Stadtmetzg einen Überblick über die Geschichte des Oxentriebes. In Augsburgs Zentralschlachterei, der Stadtmetzg, wurden im Mittelalter die ungarischen Graurinder küchenfertig zerlegt. Allein von 1572 bis 1583 trabten pro Jahr rund 6800 Ochsen aus Ungarn nach Augsburg.

Am späten Nachmittag machte die ungarische Tanzgruppe auf dem Weg nach Adelzhausen einen Zwischenstopp im Friedberger Ortsteil Harthausen. Beim "Steinox", einem Werk des Friedberger Steinbildhauers Franz Seidl, begrüßten Matthias Feiger, stellvertretender Vorsitzender des Wittelsbacher Land Vereins und Friedbergs zweiter Bürgermeister Roland Fuchs die ungarischen Gäste. Mit einem "Oxler", einem hochprozentigen Schnaps aus einer heimischen Brennerei, wurde der altbaierische Oxenweg begossen. Matthias Feiger gab einen Überblick zu den Meilensteinen des Oxenwegs.

In Adelzhausen machten sich, angeführt von den Gail-Buam-Musikanten aus Heretshausen, die ungarischen Besucher und die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger aus der Region zu Fuß auf dem historischen Oxenweg hinauf zur Mehrzweckhalle. Mit von der Partie waren Landtagsabgeordneter Reinhard Pachner, die Stellvertretende Landrätin aus Dachau, Eva Rehm, sowie die Bürgermeister der Gemeinde Böcfölde Istvan Palfi und Martin Echter aus Sielenbach. Bei Oxengulasch und Grillschmankerln von den Spezialitätenwirten aus dem Wittelsbacher Land begann der Folkloreabend mit ungarischen Grußworten von Adelzhausens Bürgermeister Lorenz Braun. Die bekannten Volksmusiker Sigi und Gisela Bradl und die beeindruckende Show der Wollomooser Goaslschnalzer waren der Auftakt des Abends. "Man spricht viel von Völkerverständigung - hier wird sie praktiziert", waren die Worte des Landrats Christian Knauer. Knauers Begrüßungsrede wurde von LAG-Managerin Beata Pásztor ins Ungarische übersetzt. Ein Geschenk gab es vom Landrat für die 82-jährige Berta Reiserer aus Tödtenried. Die Münchener Grafikerin und Bildhauerin hat die Verbindungen zu der ungarischen Gruppe geknüpft und konnte den Gästen mit der Teilnahme am Wiesen-Umzug zum Münchener Oktoberfest einen großen Wunsch erfüllen.

Der „Altbaierische Oxenweg“ ist Vorläufer für weitere internationale Projekte: Im Landkreis Aichach-Friedberg hat man das kulturelle und touristische Potenzial dieses alten Handelsweges schon 2004 erkannt, seit fünf Jahren wird es offensiv genutzt: Es gibt alle zwei Jahre ein Oxenfest, Gastronomen servieren Oxen-Spezialitäten, Direktvermarkter brennen Oxenschnaps, für die jüngsten Urlauber gibt es sogar ein Kuscheltier namens „Oxi“. Diese Ideen werden nun auch in anderen europäischen Regionen weiterentwickelt, durch die der Oxenweg führt.
In Bayern sind das neben dem Wittelsbacher Land die Landkreise Neuburg-Schrobenhausen und Dachau, in Österreich die Regionen Sauwald (zwischen Donau und Inn), Hausruck Nord, Eferding und Linz-Land, in Ungarn Hortobágy und Hajdúvölgy-Körösmente. Jüngst sind weitere Kooperationspartner hinzugestoßen: Rumänien und die Slowakei. Alle Länder zusammen erarbeiten künftig gemeinsame Angebote für den europäischen Oxenweg.
Weit über drei Stunden dauerte der Folkloreabend in der Adelzhausener Mehrzweckhalle. Beata Pásztor und Matthias Feiger zeigten während des Programms eine Präsentation über den Oxenweg. Viel Applaus gab es für die Darbietungen der Tanzgruppe Valicka Gyönye und für alle anderen Teilnehmer. Bei der abschließenden großen Polonaise sind bestimmt etliche neue Freundschaften geschlossen worden.

Weitere Informationen:

Der Altbaierische Oxenweg im Internet
Verein Wittelsbacher Land e.V. im Internet
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin friedberger | Erschienen am 07.10.2011
myheimat-Stadtmagazin friedberger | Erschienen am 16.12.2011
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1 Kommentar
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Kocaman (Ali) aus Donauwörth | 27.09.2011 | 08:20  
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