"Ich bleib' dann mal daheim" (Teil 64): Kapellenweg bei Paar und Harthausen

Wallfahrtskapelle St. Ursula in Harthausen
Kapellen stellen einen charakteristischen Bestandteil in der Kulturlandschaft unserer Heimat dar. Sie sind aber auch ein Raum, in dem die Menschen Stille finden und beten können. An zweien, der Wallfahrtskapelle St. Ursula in Harthausen und der Votiv- und Wegkapelle in Paar, wollen wir auf unserem Kapellenweg innehalten.

Vom Parkplatz in Paar vor dem Flussübergang gehen wir nach Harthausen. Beim Steinernen Ochsen sehen wir rechterhand schon die Wallfahrtskapelle St. Ursula. Ursprünglich stand sie am nördlichen Dorfende an der Straße nach Dasing und war „von alter Zeit her“ eine vielbesuchte Wallfahrtskirche mit vier Märkten. Als sie baufällig geworden war, ließ sie 1848 die Gemeinde Harthausen ins Dorf versetzen. Weitere Informationen können wir auf der Stele lesen. Zurück an der Dasinger Straße zweigt einige Meter rechts ein Feldweg ins Paartal zur Weg- und Votivkapelle ab. Es lässt sich eine Verbindung zur alten Wallfahrtskirche St. Ursula herstellen. Das „öde baufällige Häusl bei St. Ursula“ kaufte nach dem Dreißigjährigen Krieg 1661 Georg Prätl der Jüngere und übernahm den Mesnerdienst. Im Laufe der Zeit schufen sich die Prätl und ihre Nachkommen einen ansehnlichen Grundbesitz. Die Familie ging immer in weiblicher Erbfolge weiter. Es war Andreas Treffler, der um 1918 nahe des Paarübergangs ein ca. 11 m hohes, reich verziertes Kreuz aufstellte und mit einem Häuschen gegen das Wetter schützte. Da wurde der Familie ein Sohn geboren. 1953 warf ein Sturm das Kreuz um. Anstelle des Kreuzes erbeute Wendelin Treffler die heutige Kapelle. Die Familie Treffler kümmert sich heute um sie. Links von der Kapelle führt ein Fußweg in Richtung Paar. Kurz vor dem Altgraben folgen wir an einer Gabelung dem rechten Pfad, der uns durch einen Hof zum Bahnübergang bringt. Nach links kommen wir nach Heimatshausen. Hier zweigt scharf nach rechts die Straße nach Rettenberg ab. Gleich nach der Filialkirche St. Georg wandern wir ins Paartal hinunter und nach rechts entlang der Bahnlinie zum Bahnübergang und an der Pfarrkirche St. Johannes Baptist vorbei wieder zurück zum Parkplatz.

Mehr Infos in „Kapellen im Wittelsbacher Land“
Weglänge: ca. 5,4 km
Kartengrundlage: Geodaten@Bayerische Vermessungsverwaltung
Text: Gabriele und Dr. Hubert Raab
Fotos und Grafik: Dr. Hubert Raab
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.AMH02 myheimat friedberger | Erschienen am 05.03.2022
Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.AMH17 myheimat aichacher | Erschienen am 05.03.2022
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