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Große Prunksitzung des ORCC Friedberg 2020

Bei der Prunksitzung des Ottmaringer Rederzhausener Carneval Club (ORCC) Friedberg eröffneten die Mitglieder des traditionellen Vereins die heiße Phase der Faschingssaison 2020. Mit einem großen Aufgebot an unterhaltsamen Programmpunkten wurden die zahlreich anwesenden Ballgäste treffend unterhalten.
  Friedberg: Saalbau Metzger |

Bei der Prunksitzung des Ottmaringer Rederzhausener Carneval Club (ORCC) Friedberg eröffneten die Mitglieder des traditionellen Vereins die heiße Phase der Faschingssaison 2020. Mit einem großen Aufgebot an unterhaltsamen Programmpunkten wurden die zahlreich anwesenden Ballgäste treffend unterhalten.

In seiner Eröffnungsansprache freute sich Vereinspräsident Markus Nowak über den Verlauf der Saison, mit welcher der ORCC heuer sein 40. Jubiläumsjahr feiert. Nowak verwies auf die Ausrichtung und Organisation des bayernweit größten Gardetreffens mit über 800 teilnehmenden Mitgliedern aus regionalen und überregionalen Faschingsgesellschaften. Er freute sich über fünf ausverkaufte Kinderbälle und die hervorragend besuchten Galaveranstaltungen des Vereins. Aus Handel, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft waren viele Ballgäste der Einladung des ORCC in den Metzgersaal nach Wulfertshausen gefolgt.

Zwei Außerirdische in der Bütt

Als Wesen von einem anderen Planeten machten sich Jasmin und Sven Korper ihre Gedanken über dies und jenes Verhalten der Erdbewohner. Bei ihrer extraterrestrischen Analyse über das menschliche, zwischenmenschliche und soziale Verhalten von uns Menschen bedauerten die Beiden, dass häufig in der Zeit der digitalen Kommunikation der direkte Austausch „von Mensch zu Mensch“ leiden muss. Der Rat der beiden E.T.‘s ist durchaus angebracht:

„Legt das Smartphone bei Seite, zückt nicht zu jeder Gelegenheit euer Handy,
ist diese auch noch so schön, glitzernd, einmalig oder besonders trendy,
genießt euch selbst, schafft Momente und dann wird sich's ergeben,
denn jeder von uns hat schließlich nur sein eigenes Leben.“

Der Hofnarr sagt es frei heraus

Den „erlauchten Ballgästen“ servierte der ORCC-Hofnarr Reinhold Korper seine Erfahrungen rund um das Friedberger Leben und Treiben. Das sprichwörtliche Blatt vor dem Mund ist Korper schon seit langer Zeit abhanden gekommen. Seine Eindrücke zu manchen Gegebenheiten in Friedberg in Bayern sind daher sicher gewollt schonungslos. Die Gründe für die erneute Misere beim Catering beim diesjährigen Ball der Margerite war ebenso Thema der Büttenrede des Hofnarrs wie auch die leidige Diskussion um die Gestaltung des Friedberger Stadtbildes mit den Streitpunkten Ludwigstraße, Bahnhofstraße oder den neuen Friedberger Bauhof. Des Hofnarrs Fazit zu vielen Ereignissen lautete:
„Was dem Einen in seiner Ansicht ist recht, findet der Andere für sich extrem äußerst schlecht,
und so finden sich jeweils am anderen Ende gebetsmühlenartig die stets gleichen Argumente!“

„Der Roland ist an allem Schuld“

Die beiden Friedberger Herzoginnen Michaela Hansmann und Andrea Happacher brachten es in ihrer locker-ironischen Unterhaltung auf den Punkt: Läuft irgend etwas nicht so ganz nach Plan in unserer Heimatstadt Friedberg, fließt das Wasser den Berg hinauf statt herunter, scheint die Sonne am Donnerstag und nicht am Freitag: Roland Eichmann ist natürlich an allem Schuld. Der mahnende Unterton, vor einem Urteil etwas eingehender nach den Gründen und Ursachen für die jeweilige Situation zu suchen, war in dieser gelungenen Einlage nicht zu überhören.

Der Rathausschlüssel ist erstmal weg

Traditionell zur Prunksitzung übergab Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann den Schlüssel zum Friedberger Rathaus an das ORCC-Prinzenpaar. Eine definitive Win-Win-Situation: Eichmann freut sich, dass die Verantwortlichkeiten für städtische Belange bis zum Faschingsdienstag die Zuständigkeit wechseln. Könnte gut sein, die Friedberger Herzoginnen müsste am Ende ihre Aussage ändern in: „Der ORCC ist an allem schuld!“

„FDB, FDB, Du bist so unbeschreiblich schee“

Seit dem großen Erfolg des Duos „Z‘wida und Wurz‘n“ warteten die Ballgäste mit Spannung auf den diesjährigen Auftritt von Robert Höck – alias „Z‘wida“ und seiner Bühnenpartnerin Veronika Günther, alias „Wurz‘n“. Mit einer gehörigen Portion Satire und gepfeffertem Humor stritten sich die beiden zur besten Unterhaltung der Ballgäste über so manche oft diskutierten Begebenheiten in unserer Heimatstadt. Unverkennbar war diesmal der rote Faden Kommunalwahlen in den Vorträgen zu erkennen.

„Der Hatzold und der Eichele des san zwoa feine Herrn,
bei dene moant ma gradewegs sie san vom anderen Stern.
San mittendrin statt nur dabei am legendären Kürbisfest,
beim Platzhirsch gabe der Rotwein dene dann den Rest.“

Begleitet zum Klavierspiel von „Z‘wida“ Robert Höck lösten sich alle Probleme im nun schon stadtbekannten Refrain auf:

„FDB, FDB, du bist so unbeschreiblich sche
du bist unser Heimatort, wir geh‘n niemehr von dir fort!
FDB, FDB, du bist so unbeschreiblich sche
du bist unser Stadtrevier wir bleiben hier!"

Als Zugabe hatten die Beiden noch Goethes „Erlkönig“ im Programm, dessen Verse vollkommen auf die bevorstehenden Kommunalwahlen zugeschnitten waren.

„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind,
es ist der Manni mit seinem Kind.
Er hält den Florian wohl in dem Arm,
er hält ihn sicher, er hält ihn sich warm.“

Für den Auftritt der beiden Friedberger Originale gab es Standing Ovations von den Ballgästen. Eine gelungene Ballnacht mit viel Programm hat allen Besucher richtig Freude gemacht. Der ORCC Friedberg konnte in dieser Saison die aufsteigende Klasse seiner Präsenz gegenüber dem Vorjahr halten und in vielen Bereichen steigern. Am kommenden Dienstag geht mit dem Friedberger Familienfasching die Saison 2019/2020 zu Ende. Beim Faschingsumzug durch die Friedberger Innenstadt werden alle aktiven Mitglieder des ORCC noch einmal vom neu konzipierten Umzugswagen in die Menge am Straßenrand grüßen und der Vereins-Schlachtruf wird zu hören sein: „Mit Frohsinn und Humor!“

Text und Bilder Franz Scherer, FSeventfoto
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.friedberger | Erschienen am 07.03.2020
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