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Als Multitalent in vielen Sätteln daheim

Seltenes Sammlerstück: Auf dieser alten Single mit der Ambros Seelos-Band besingt Fred Rai „Dolly Dolly Bell“.
 
Stadt ohne Sheriff: In dieser ZDF-Serie wirkte Rai als Häuptling „Rote Feder“ mit.
Fred Rai hat sich in Dasing ein eigenes Museum geschaffen

Nur wenigen Persönlichkeiten ist schon zu Lebzeiten ein eigenes Museum vergönnt. Fred Rai aus Dasing hat sich jetzt diesen Wunsch selbst erfüllt und anhand zahlreicher Erinnerungsstücke sein bewegtes Leben als Buchautor, Intendant, Komponist, Pferdefachmann, Sänger, Schauspieler, Turnierreiter und Unternehmer dokumentiert.
In der „Memorial Hall“ der von ihm gegründeten Western-City sind viele interessante Zeitdokumente zu sehen sowie eine lebensgrosse Nachbildung des Sängers auf seinem Pferd „Spitzbub“. Gus Backus und Gunter Gabriel, Karel Gott und Freddy Quinn, Barbara Valentin und Heiner Lauterbach – unzählige prominente Kollegen aus dem Showgeschäft hat Rai im Laufe der Jahre getroffen beziehungsweise mit ihnen gearbeitet wie in der Fernsehserie „Stadt ohne Sheriff“. Ein großes Schwarzweiß-Porträt aus dieser Serie zeigt ihn 1972 als eindrucksvollen Häuptling „Rote Feder“.

Versierter Musiker
Als Entertainer steht Rai schon seit einem halben Jahrhundert auf der Bühne – anfangs mit den „Colorados“ – und unterhält sein Publikum unter anderem mit eigenen Kompositionen. Einem breiten Publikum ist er als Westernsänger bekannt geworden, der auf seinem Pferd ohne Zügel in Ballsälen oder Fernsehstudios mitten zwischen den Zuschauern auftritt. Die Basis dafür bildet eine mehrjährige Ausbildung in Klavier, Gitarre und Gesang; nach seinem ersten Fernsehfilm „Urlaub zu Pferd“ hatte er einen Plattenvertrag bekommen und als Bass-Bariton zahlreiche Schallplatten und CDs produziert.
„Gern hätte ich Musik studiert“, sagt Fred Rai, doch weil sein Vater „etwas Solides“ lieber sah, wurde er nach gründlicher psychologischer Ausbildung mit 28 Jahren Bezirksdirektor eines namhaften Versicherungskonzerns. Zu dieser Zeit hatte er längst sein eigenes Pferd und war nach einer Reitausbildung im englischen Stil auch im Turniersport erfolgreich. Das Western-Reiten lernte er in den USA, wo er auf seiner „Lucky Hills-Ranch“ in Arizona lebte. Er erforschte die Verhaltensweise von Pferden und entwickelte für das Wanderreiten schließlich einen eigenen Stil: Das Rai-Reiten wird mittlerweile europaweit gelehrt und verzichtet auf schmerzhafte Gewalteinwirkung.

Sensibler Bösewicht
Doch der Schwabe mit dem „Bändele“, einem gebisslosen Reithalfter, ist buchstäblich in vielen Sätteln zuhause: In einem Alter, in dem andere bereits an die Rente denken, erfüllte er sich einen Lebenstraum. Die süddeutschen Karl May-Festspiele konnten sich unter seiner Leitung in wenigen Jahren einen hervorragenden Ruf unter den Karl May-Bühnen erwerben. Meistens mimt Rai den Bösewicht, doch unter dem Kostüm verbirgt sich ein engagierter und sensibler Künstler: Für seinen unermüdlichen Einsatz für Kinder und Tiere wurde er mit der silbernen Verdienstmedaille des Landkreises Aichach-Friedberg ausgezeichnet.

Autogramme und Spielzeug
Das kleine Museum in der Dasinger Western-City präsentiert viele Erinnerungsstücke aus dem persönlichen Besitz von Fred Rai wie Kinderspielzeug und seine erste Gitarre, Autogrammkarten oder seltene Single-Schallplatten. Knapp hundert Fotos, übersichtlich in Lebensabschnitte eingeteilt, zeigen den Jüngsten von fünf Buben aus Ellwangen unter anderem als Ministrant, Pfadfinder, Faschingsprinz und Ehrenbürgermeister von Tombstone. Nicht fehlen dürfen natürlich Rais vierbeinige Lieblinge, seine Hunde und Pferde, sowie eine ausführliche Dokumentation seiner Karriere anhand von Presseausschnitten. Der Besuch der „Memorial Hall“ ist im Eintrittspreis für die Western-City eingeschlossen.
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