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Magnus Jung diskutierte anlässlich der Europawoche mit Schülern der Gemeinschaftsschule Freisen

Aufmerksame Zuhörer fand der Kasteler SPD-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende bei seinem Schulbesuch in Freisen, wo er zwei Unterrichtsstunden mit der Klasse 9c gestaltete.
Freisen. „Das ist ein ziemlich harter Ritt, den ich euch da zumute“, erkannte Dr. Magnus Jung mitten in seinem Vortrag. Und in der Tat, es war keine leichte Kost, die der SPD-Landtagsabgeordnete den interessierten Schülerinnen und Schülern der Klasse 9c der ERS/Gemeinschaftsschule Freisen im Rahmen einer Doppel-Unterrichtsstunde servierte: Eine Mischung aus Politik und jüngerer deutscher und europäischer Geschichte. Wobei das europäische Element eindeutig im Vordergrund stand, denn der im Nonnweiler Ortsteil Kastel beheimatete Kommunal- und Landespolitiker, nahm die Europawoche im Saarland zum Anlass für seinen Unterrichtsbesuch, um gezielt mit Schülern zu reden und zu diskutieren.
Im Mittelpunkt der Europa-Diskussion stand zunächst eine Frage, die sich wohl am tiefsten bei den Schülern eingeprägt hat: „ Warum schmeißt man Griechenland nicht einfach raus?“ Die Antwort, genau, wie es in der Frage der Schülerin schon anklang – nicht einfach. Da wäre zunächst einmal, so Magnus Jung, über die Verschuldung der einzelnen Länder zu reden. Die ist nämlich insgesamt bei Griechenland deutlich geringer als in Deutschland. Die Schüler lernen: Nicht die reine Zahl zählt hier, sondern die wirtschaftliche Leistung eines Landes. Deutschland wird nämlich zugetraut, diese Schulden aus eigener Kraft zurückzahlen zu können, Griechenland dagegen nicht. Und wenn die EU-Rettungsmilliarden nun nach Griechenland und in andere Euro-Krisenländer fließen? „Hm, gerettet sind dann künftig die, die ihr Geld in Krisenländern angelegt haben“, meinte der SPD-Politiker und versuchte dabei deutlich zu machen, vor welchen Schwierigkeiten die Politiker aktuell stehen, wenn sie über Bürgschaften und Direktzahlungen für Euro-Länder entscheiden. Denn eines ist unterdessen auch sicher: „Arbeitslosigkeit in Griechenland hat auch Folgen für das übrige Europa. Denn wenn die Leute kein Geld haben, können sie auch keine Waren aus den anderen Ländern kaufen.“ Folglich, so Jung, bedeutet „ein Rauswurf Griechenlands, dass die Krise weiter geht.“ Und damit würden die Folgen für Deutschland immer spürbarer, denn: „Es gibt kein Land, das so viele Nachbarn hat, wie Deutschland.“ Auch die Alternative zum Euro wurde angesprochen, der Rückfall in die Zeiten von Lira, Peseten, Drachmen, Franc und D-Mark. Eine Zeit also, an die sich die zumeist 14- bis 15jährigen Freisener Schüler nicht bewusst erinnern konnten, die Jung aber lebendig vor Augen führte mit Schilderungen aus dem Alltag der europäischen Währungsvielfalt.
Dem Landtagsabgeordneten ging es bei seinem Besuch vor allem darum, das Bewusstsein der jungen Zuhörer, die das Erstwähler-Alter noch nicht erreicht haben, zu schärfen. Dazu gehörte auch ein kleiner Abstecher in die jüngere Geschichte, denn „alles was wir in Europa haben, hängt mit 1945 zusammen. So etwas darf sich nicht noch einmal wiederholen.“
Zum Abschluss seines Klassenbesuches stellte Jung seinen Zuhörerinnen und Zuhörern ein gutes Zeugnis aus. Er habe hier sehr aufmerksame und kritische Jugendliche angetroffen, die für die schwierige Materie sehr viel Verständnis aufgebracht hätten – und das, obwohl viele Dinge erst im Lehrplan des nächsten Schuljahres stehen. Der Freisener Schulleiter Rolf Mohr bedankte sich bei dem Besucher aus der Landespolitik und zeigte sich erfreut, dass Jung sich damit gleichzeitig auch als Kreistagsmitglied ein frisches Bild von der Schule machen konnte.
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