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Frankfurter Studenten an der Gemeinschaftsschule Freisen

von links: Lehrerin Sarah Reinert, Schulleiter Rolf Mohr, Dr. Irmgard Schnell im Gespräch mit Studenten der Uni Frankfurt
Freisen. Wie passen Theorie und Praxis zusammen? Stimmt das, was wir aus Büchern und Seminarvorträgen über neue pädagogische Konzepte an Schulen erlernt haben, mit dem überein, was, was tatsächlich heute in Schulen passiert? Fragen über Fragen, von denen sich eine 16köpfige Gruppe von Lehramtsstudentinnen und -studenten der Frankfurter Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität leiten ließen, als sie sich dieser Tage an der Gemeinschaftsschule Freisen umsahen. Dabei standen zwei Tage lang zahlreiche Unterrichtsbesuche und Gespräche mit den Freisener Schülern und Lehrern auf dem Programm. Im Mittelpunkt dabei das pädagogische Konzept der Freisener Schule, nach welchem jetzt im siebten Jahr unterrichtet wird.
Begleitet wurde die Gruppe der künftigen Lehrerinnen und Lehrer von ihrer Dozentin Professor Dr. Irmtraud Schnell, die seit Jahren schon Studierende aus der Main-Metropole in die saarländische Provinz führt, um sie dort mit neuen pädagogischen Konzepten zu konfrontieren, wie sie in der Praxis erfolgreich angewendet werden. So lag auch diesmal das Hauptaugenmerk der Besuchergruppe auf dem gemeinsamen Unterricht von leistungsstärkeren und leistungsschwächeren Kindern in einer Klasse mit ein- und demselben Unterrichtsstoff. Unter die Lupe genommen wurden hier vor allem das Pensenbuch, das alle Freisener Schüler ab der 6.Klassenstufe auf ihrem schulischen Werdegang begleitet, wie auch die zugehörigen Pensenpläne.
Eine Fülle von Fragen wurde in einem abschließenden Gespräch mit der Schulleitung und Lehrkräften angesprochen. Schulleiter Rolf Mohr, Lehrerin Sara Reinert und Förderlehrerin Annika Zwing standen dabei Rede und Antwort. Insbesondere ging es auch um die Rolle des Lehrers in dieser Unterrichtssituation, wo Fordern und Fördern gleichermaßen gefordert ist. „Langweilen sich die Schüler nicht, wenn sie vor anderen mit ihrem Pensenplan fertig sind?“ „Was machen Sie mit Schülern, die in der Bearbeitung ihrer Pensenpläne den anderen hinterher hinken?“ Diese und andere Fragen wurden durch konkrete Beispiele aus dem alltäglichen Unterricht eingehend beantwortet. Und manche Aussagen über die Unterrichtspraxis in Freisen lösten bei den Lehramtsstudenten auch Erstaunen aus, wie die Tatsache, dass fächerübergreifender Projektunterricht in Freisen nicht dazu genutzt wird, um Unterrichtszeiten von der Zeugniskonferenz bis zum Ferienbeginn zu überbrücken, sondern um in jeder Hinsicht Lernfortschritte zu erzielen. Dazu Rolf Mohr: „Das Leben ist auch nicht nach Schulfächern unterteilt. Bei der Komplexität der Gegenwartsprobleme genügt es nicht, den Kindern nur Brockenwahrheiten zu vermitteln.“ Entsprechend werden an der Gemeinschaftsschule Freisen Projekte in jedem Schulhalbjahr ab der Klassenstufe 5 in allen Klassen durchgeführt und mit eigenen Präsentationsabenden, an welchen die Schülerarbeiten im Mittelpunkt stehen, erfolgreich zu Ende gebracht. Auch dieser Ausschnitt aus dem schulischen Leben in der Praxis beeindruckte die Studenten, die nach eigener Aussage von ihrem Besuch frische Impulse für das weitere Studium erhielten.
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