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AG Geschichte der ERS Freisen besuchte ehemaliges Vernichtungslager Auschwitz

„Arbeit macht frei“ – Dieser höhnische Slogan in schmiedeeiserner Ausführung steht über dem Eingangsportal des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz, dem die Schülerinnen und Schüler der Geschichte-AG der ERS Freisen einen Besuch abstatteten. Foto: Julia Bossert, ERS Freisen
„Unsere Fahrt nach Auschwitz hat sicherlich nicht die Welt verändert, aber sie hat uns verändert“, lautete das knappe Fazit einer Schülerin nach ihrer Rückkehr: Seit Beginn des Schuljahres hatten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der AG Geschichte der ERS Freisen mit dem Thema Holocaust und Judenverfolgung in der Geschichte beschäftigt. Nach monatelanger Vorbereitung stand nun zum Abschluss eine einwöchige Studienfahrt nach Polen auf dem Programm. Diese wurde durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend Saar.

Vor Ort wurden die Schülerinnen und Schüler hautnah und unmittelbar mit dem damaligen Geschehen konfrontiert.

Den Auftakt bildete ein geführter Rundgang durch die Stadt Oswiecim, die unter dem Namen „Auschwitz“ in die Geschichte eingegangen ist. Die Schülerinnen und Schüler besichtigten u.a. den Marktplatz, die Synagoge sowie den jüdischen Friedhof und erfuhren neben anderen Einzelheiten, dass Auschwitz vor dem Krieg mehr jüdische als polnische Einwohner hatte.

Die Besichtigungen des ehemaligen Stammlagers Auschwitz I sowie des ehemaligen Lagers Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II) haben bei den Schülerinnen und Schülern bleibende Eindrücke hinterlassen. Die Führung durch die Dauerausstellung im Stammlager, in der sehr anschaulich der Massenmord an den europäischen Juden und anderen Häftlingen dokumentiert wird, war für alle Beteiligten ein bewegendes Erlebnis. Die Schülerinnen und Schüler wurden an ihre Grenzen geführt, manche auch darüber hinaus. Um das Erlebte zu verarbeiten, fanden an jedem Abend Auswertungsgespräche statt, in denen die Eindrücke und Erlebnisse des Tages geschildert und besprochen werden konnten. Ihre Empfindungen drückte eine Schülerin mit folgenden Worten aus: „Hier vor Ort kann man erfahren, was Menschen Menschen antun können.“

Ein weiterer Höhepunkt war das Zeitzeugengespräch mit einem ehemaligen Häftling. Der mittlerweile 86-jährige Waclaw Dlugoborski erzählte auf spannende und anregende Weise über seine Zeit als polnischer politischer Häftling im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in den Jahren 1943-1945. Er beschrieb das Leben im Lager als einen täglichen Kampf ums Überleben. Ob jemand umkam oder am Ende überlebte, war in einer Zeit, in der das Leben eines Häftlings nichts wert war, von vielen Zufällen abhängig.

Neben Besichtigungen, Führungen und Vorträgen standen aber auch „handfeste“ Tätigkeiten auf dem Programm. So halfen die Schülerinnen und Schüler an zwei Vormittagen bei praktischen Arbeiten zum Erhalt der Gedenkstätte.

Den Abschluss der Studienfahrt bildete dann ein Tagesausflug in das nahe gelegene Krakau. Bei einem Stadtrundgang besichtigte man u.a. einige Orte, an denen Szenen aus dem Film „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg gedreht wurden.
Zusammenfassend stellten die Schülerinnen und Schüler nach der Fahrt fest, dass sie die Erlebnisse und Eindrücke vor Ort nie vergessen werden. Kein noch so guter und engagierter Geschichtsunterricht in der Schule könne das vermitteln, was man vor Ort erfahren und erlebt habe.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fahrt möchten sich an dieser Stelle auch noch einmal bei der Hörmann KG, Werk Freisen, der Sparkasse Sankt Wendel und der Sankt Wendeler Volksbank bedanken, die durch ihre finanzielle Unterstützung mit dazu beigetragen haben, dass die Studienfahrt nach Polen durchgeführt werden konnte.

Red,
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