Anzeige

Teufelswerk Barmsteine

1
Wer auf die Stadt Hallein im Salzburger Land zusteuert, kann sie nicht übersehen, die beiden Felsbrocken, die sich über dem Stadtteil Kaltenhausen aufbäumen. Weil die tiefe Kluft zwischen beiden nur schwer zu erklären ist, muss der Teufel hier seine Hand mit im Spiel gehabt haben.

Eine Sage erzählt:
Einmal lag der böse Feind querüber auf der Bergeshöhe, die damals noch nicht gespalten war, und ließ sich die Sonne auf den Pelz brennen. Behaglich blinzelte er von seiner Aussichtswarte das schöne Salzachtal auf und nieder und sann dabei eifrig nach, wie er den Menschen da unten Übles antun könne.

Plötzlich aber verfinsterte sich sein Gesicht, und er stieß einen greulichen Fluch aus! In der Tiefe zog nämlich gerade eine Prozession gegen Oberalm zu. Wenn sich der Wind drehte, konnte der Teufel auf seiner Höhe ganz deutlich die Litanei des "Betwurmes", wie der Gottseibeiuns die fromme Schar verächtlich zu nennen pflegte, vernehmen. Als dazu aber auch noch Weihrauchgeruch heraufgezogen kam - so ungefähr das Schlimmste, was einem Teufel passieren kann -, da erfaßte ihn ein gewaltiger Zorn.

Finstere Wolken zogen auf, und dazu ward ein Geheul, Gewinsel und Gekratze hörbar, daß es einem grausen konnte. Es war der Teufel bei seiner Arbeit. In seiner Wut hatte er nämlich an der Wand so zu scharren und zu wühlen begonnen, daß die Felstrümmer hinunterpolterten bis zur Salzach. So lange grub er sich in die Tiefe, bis die heutige tiefe Kluft entstanden war, die die beiden Gipfel trennt.

Seit dieser Zeit ist es im finsteren Wald unter den Barmsteinen nicht mehr geheuer. Noch immer stürzen dann und wann Felstrümmer in die Tiefe und alte Leute sagten früher, das sei der Teufel, der mit seinem Werk noch immer nicht ganz zufrieden sei.
(1)

Geografisch ist interessant, dass der Große Barmstein (841 m) zu Bayern gehört und der Kleine (805 m) zum Salzburger Land. Es ist nicht ganz ungefährlich, diese Brocken vom bayerischen Marktschellenberg aus zu besteigen, weil das Kalkgestein gerne abbröckelt. Der Kleine Barmstein ist jetzt sogar für Wanderer ganz gesperrt ...

(1) Quelle: http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/salzbu...)
1 5
2 5
0
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
6 Kommentare
23.335
Karl-Heinz Töpfer aus Marburg | 18.09.2013 | 18:39  
72.878
Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 19.09.2013 | 07:21  
70.129
Axel aus Salzburg aus Freilassing | 19.09.2013 | 09:05  
25.918
Katja W. aus Langenhagen | 19.09.2013 | 16:05  
70.129
Axel aus Salzburg aus Freilassing | 19.09.2013 | 16:17  
8.175
Natalie Parello aus Sarstedt | 20.09.2013 | 22:24  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.