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Als ich noch auf der Bühne stand ...

Es sind fast 30 Jahre her, dass ich in der Faschingszeit im Dienste des Homberger Stiefelclubs (HSC) auf der Bühne der Stadthalle stand und mein schauspielerisches Talent zeigte. An meiner Seite Manfred G., ein Schulkollege, und Dorothea R., eine waschechte Hombergerin. Wir drei bildeten die "Bänkelsänger", die nicht nur eigene Lieder zum Besten gaben, sondern auch kurze Sketche.

Eins unser ersten Lieder begann mit den Zeilen "Wir sind der Jimmy und James und kommen vom Sachsenland", um uns vorzustellen und unsere Herkunft anzudeuten. Manfred G. und ich konnten ganz gut Sächsisch und singen zum Klang unserer Gitarren konnten wir auch. Meist kreierten wir den Ohrwurm des Abends, den nachhaltigsten wohl mit diesem Lied:

Aufm Agger da sidsdn Gagger, der schreid Babier, Babier!
Dord im Freien schdörd er mid seim Schreien Garniggel im Jagdrevier.
Glügg im Unglügg, die Fursch is nass, dass er genau auf ihrm Fluchdweg saß,
so flidsden baar Gleene ihm diregd dursch die Beene, nu brauchd er ooch keen Babier!


Wenn dann Dorothea R. als "Kathrin vom Ebsdorfer Grund" die Bühne betrat, erreichte unser Auftritt immer seinen Höhepunkt. Sie war in Homberg stadtbekannt und sprach Hessisch perfekt. Zudem war sie schauspielerisch hochtalentiert, sodass sie uns Männern oft die Schau stahl. Besonders gern gesehen waren die Sketche, die Homberger Originale aufs Korn nahmen, zum Verwechseln ähnlich im Äußeren und im Sprechen. Ich denke da nur an den "Pfeile Ernst" oder den "Mechtholds Karl". Wer diese Originale zum ersten Mal auf der Bühne erlebte, konnte sicher sein, dass er ihnen bald im Homberger Stadtleben wieder begegnete!

Einen Sketch, wahrscheinlich unseren ersten, erinnere ich noch ziemlich gut. Wie oft danach ganz einfach eine gespielter Witz. Die Szene spielt in der Bahn. Ein Fahrgast sitzt im Abteil (Stuhl) und liest in der Zeitung. Plötzlich verspürt er rückwärtig einen Druck und eilt zur Toilette (Türrahmen mit Stuhl dahinter). Die ist aber verschlossen, sodass er wieder zurück muss, allerdings schon merklich langsamer als vorher. Es dauert nicht lange und es drängt ihn wieder zur Toilette. Diesmal wirkt sein Gang aber deutlich gequälter. Verzweifelt rüttelt er an der Tür und ruft: "Verdammt, wer scheißt denn hier solange? Ich habe einen Dünnpfiff!" Die Antwort klingt gepresst: "Mensch, hast du's guuut!"

PS: Bitte verzeihen Sie mir meine teilweise derbe Ausdrucksweise, aber die kam beim Publikum immer besonders gut an!
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20 Kommentare
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Heidrun Preiß aus Bad Arolsen | 05.02.2013 | 15:07  
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Stefan Kaiser aus Lehrte | 05.02.2013 | 15:11  
50.113
Christl Fischer aus Friedberg | 05.02.2013 | 15:19  
14.140
Rashia Narih aus Langenhagen | 05.02.2013 | 15:22  
31.589
Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 05.02.2013 | 15:34  
16.193
L. G. aus Wertingen | 05.02.2013 | 20:06  
35.560
Gabriele F.-Senger aus Langenhagen | 05.02.2013 | 20:24  
69.601
Axel aus Salzburg aus Freilassing | 05.02.2013 | 21:03  
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg | 06.02.2013 | 09:59  
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Axel aus Salzburg aus Freilassing | 06.02.2013 | 11:10  
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Gabriele F.-Senger aus Langenhagen | 06.02.2013 | 13:13  
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Axel aus Salzburg aus Freilassing | 06.02.2013 | 14:05  
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Gabriele F.-Senger aus Langenhagen | 06.02.2013 | 16:16  
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Axel aus Salzburg aus Freilassing | 06.02.2013 | 19:14  
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Karl-Heinz Mücke aus Pattensen | 07.02.2013 | 14:38  
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Gabriele F.-Senger aus Langenhagen | 07.02.2013 | 15:03  
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Axel aus Salzburg aus Freilassing | 07.02.2013 | 15:23  
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Peter Krüger aus Homberg (Ohm) | 11.01.2014 | 22:44  
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Peter Krüger aus Homberg (Ohm) | 11.01.2014 | 23:01  
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Axel aus Salzburg aus Freilassing | 11.01.2014 | 23:42  
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