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Der Spiegel bringt es an den Tag

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Den Hintersee in der Ramsau umsäumt ein zauberhafter Nadelwald an seinem hinteren Ende. Er gründet auf felsigem Boden. Mal sind es riesige Felsbrocken, mal ist es eine Vielzahl kleinerer Gesteine. Etwas nüchtern klingt die Erklärung auf einer Infotafel entlang des malerischen Wanderwegs. Ihr zufolge haben eiszeitliche Geröllmassen den See aufgestaut. Die riesigen Brocken aber rühren von seitlichen Felsstürzen nach der Eiszeit her.

Etwas romantischer klingt da schon der Text auf einer anderen Tafel. Er erklärt die Entstehung des Hintersees und des felsigen Zauberwaldes anders:

Einst herrschten zwei wilde Riesen im Ramsauer Tal, der eine an der Reiteralm, der andere am Hochkalter. Sie waren einander nicht gut und oft, wenn sie sich stritten, bewarfen sie sich mit Steinen und Felsbrocken und ein lautes Donnern hallte durch das Tal und verbreitete Angst und Schrecken unter den Menschen. - Da geschah es, dass sie wieder einmal in Streit gerieten. Sie beschimpften sich lautstark und wurden darüber so wütend, dass sie begannen heftig mit Felsbrocken einander zu bewerfen. Immer heftiger tobte die Schlacht und viele der Felsbrocken prallten noch im Fluge gegeneinander, so dass sie auf der Stelle zu Boden fielen. Während dessen brach die Dunkelheit herein und es wurde Nacht. Am nächsten Morgen sahen die zwei Riesen, was geschehen war. Die Felsbrocken lagen in einem großen Haufen auf dem Talgrund und hatten den Klausbach aufgestaut, so dass ein kleiner See entstanden war. Neugierig stiegen die Riesen ein jeder von seinem Berg herab, um sich den See anzuschauen. Kein Lüftchen regte sich und das Wasser lag ruhig und still. Dort angekommen erblickten die Riesen das Spiegelbild ihrer Antlitze und sie erschraken darüber so sehr, dass sie auf der Stelle kehrtmachten und davon rannten. Sie wurden nie mehr in der Ramsau gesehen.
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg | 22.07.2013 | 16:23  
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