Vor 60 Jahren wurden die A-Schüler aus Frankleben DDR-Meister im Handball

Ausschnitte aus der Handball-Zeitung vom 19. Juli 1960.
 
Empfang am Ortseingang und dann mit Pauken und Trompeten zur "Kampfbahn der Stahlwerker".
Braunsbedra: SV Friesen Frankleben |

In der Super-Sonntag-Ausgabe vom 12. Juli 2020 konnte man den nachfolgenden Artikel vom Redakteur Ralf Penske lesen, der so vom SV Friesen Frankleben dankenswerterweise verwendet werden kann.
Am 7. Februar 1946 wurde die erste Schülermannschaft bei der BSG Stahl Frankleben aufgestellt. Wenig später folgte eine Jugendmannschaft. Der Übungsleiter war Harry Kaßler. Nach anfänglichen Niederlagen bestimmte Frankleben ab 1948 zunehmend das Niveau im Kreis. Sowohl die Schüler als auch die Jugend holten den Kreismeistertitel. 1949 stieg die Jugend in die neu geschaffene Spielklasse Sonderjugend auf. Die Schüler holten 1951 den ersten Bezirksmeistertitel. Wie überlegen der Nachwuchs spielte, zeigt sich am Beispiel der B-Schüler, die von 1954 bis 1968 jeweils immer den Kreismeistertitel holten.

Herausragend für Frankleben war ohne Zweifel das Spieljahr 1960, in dem die A-Schüler DDR-Meister wurden.
In der Berliner Wuhlheide wurde das Finalturnier um den DDR-Meister der Altersklasse 13/14 im Feldhandball ausgetragen. Aus allen Bezirken der ehemaligen DDR reisten die Spitzenteams an. Auch die Franklebener Nachwuchshandballer machten sich mit dem Zug und der S-Bahn auf den Weg in die DDR-Hauptstadt, um den Bezirk Halle würdig zu vertreten.
Die Unterkunft für das einwöchige Turnier erfolgte in Mannschaftszelten.
Im Finalturnier spielte dann Jeder gegen Jeden. Am Samstag, dem 16. Juli 1960, dem Finaltag, führten die Handballer aus Frankleben bereits vor dem letzten Spiel uneinholbar.
Sie sorgten mit dem DDR-Meistertitel nicht nur für eine riesengroße Überraschung, es war auch ein Riesenerfolg für die BSG Stahl Frankleben. Zumal im gleichen Jahr die Männermannschaft in die DDR-Oberliga spielte.
Die Abschlussfeier und die Siegerehrung mit der Pokalübergabe fand im Rathaus von Köpenick statt. Am Tag darauf fuhr die Siegermannschaft zurück nach Frankleben, wo es einen Empfang und einen Umzug durch die Gemeinde gab.

Am 3. Juli trafen sich fünf den ehemaligen Aktiven auf der „Kampfbahn der Stahlwerker“ in Frankleben zu einer Reportage des MDR-Fernsehens, um über ihr damaliges Husarenstück zu berichten (wurde am 16. Juli in der 19 Uhr-Sendung „Sachsen-Anhalt HEUTE“ gezeigt).
„Wir waren damals eine eingeschworene Truppe. Sieben Spieler waren in einer Klasse, zwei eine Klassenstufe darunter. Der Empfang in Frankleben, der Umzug durch die Gemeinde mit der Dorfkapelle und die Ehrung auf der Kampfbahn der Stahlwerker waren für uns junge Spieler gigantisch und sehr ergreifend“, erinnern sich die heutigen Senioren.
„Für uns war die Meisterschaft ein großer Ansporn, weil die Männermannschaft im gleichen Jahr in die DDR-Großfeldoberliga spielte. Ein Jahr später hat unsere Jugendmannschaft bei den Meisterschaften in Erfurt noch einmal einen hervorragenden 3. Platz errungen“, berichteten die fünf ehemaligen Handballer mit berechtigtem Stolz.

Der Trainer der A-Schüler-Mannschaft, Harry Kaßler, bekam mit dem DDR-Meistertitel das schönste Geburtstagsgeschenk. Am Finaltag in Berlin wurde Harry Kaßler, der am 16. Juli 1925 geboren wurde, 35 Jahre.
Im August 2002 wurde die Sporthalle in Frankleben in die Harry-Kaßler-Sporthalle umbenannt.
Das Franklebener Urgestein, dessen Herz für den Handballsport schlug, verstarb bereits am 28. Oktober 1997.
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