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Umgehung Burgwald-Ernsthausen

Ernsthausen: B252 | Gemeinsame Pressemitteilung des BUND-Waldeck-Frankenberg, des Verein zum Schutz und Erhalt des Lebensraumes Burgwald (VSELB), des Verband Hessischer Fischer und des NABU-Waldeck-Frankenberg

Mit Freude haben die Naturschutzverbände auf das Interview mit Bürgermeister Koch in der Frankenberger Zeitung reagiert, in dem er die von den Verbänden vorgeschlagene Linienführung der B 252 (Anbindung an den Schafterbach, verbunden mit einer Tunnellösung) favorisiert und die Idee eines Runden Tisches ins Spiel gebracht hat. Siehe dazu den Artikel in der WLZ-FZ
Doch diese Freude ist durch die nachfolgende Klarstellung, mit der Herr Koch seine Aussage relativiert und zu der er offensichtlich gedrängt wurde, wieder verklungen.

Es sollte eine Selbstverständlichkeit in einer Demokratie sein, dass ein Amtsinhaber auch seine persönliche Meinung kundtut.
Nichts anderes hat Herr Koch getan. Es war sicher nicht sein Ansinnen, Parlamentsbeschlüsse zu torpedieren, sondern vielmehr, eine Lösung zu finden, die von einer breiteren Basis getragen werden kann und die der Praxis gerecht wird (Stichwort Ausweichstrecken bei Vollsperrung, Befahrbarkeit bei schlechter Witterung, Nutzung vorhandener, gut ausgebauter Bereiche etc.).

Dass für die jetzige Planung, deren Sinn kaum einer versteht, Naturschutzgründe vorgeschoben werden, nämlich die geringere Zerschneidung des Burgwalds, ist für Naturschützer besonders ärgerlich.
Sicher dachte Herr Koch an eine kurzfristig und problemlos umsetzbare Lösung. Dafür sollte er Lob ernten und keine Kritik.

Sachlich nicht nachvollziehbar ist jedoch der Verweis auf die Vorgehensweisen bei den Projekten B 252 im Marburger Raum und B 253 im Bereich der Sackpfeife. Da gibt es keine Parallelen.
Wären bei der Planung der B 252 zwischen Lahntal-Göttingen und Münchhausen frühzeitig alle Interessengruppen eingebunden worden, dann wäre es nie zu einer Klage des NABU gekommen. Allerdings hat der Umstand, dass diese Klage nun zurück gezogen wird, zur Folge, dass Naturschützer nicht mehr für Verzögerungen bei der Ausführung verantwortlich gemacht werden können. Jetzt wird nämlich deutlich, dass kein Geld da ist. Mit der eilig bereit gestellten Startsumme wird man nicht weit kommen und die verantwortlichen Politiker werden sich vielleicht nach neuen Einsprüchen sehnen, um Sündenböcke für den stockenden Weiterbau präsentieren zu können.

Ganz anders wurde bei der B 253 verfahren: Im Fall Sackpfeife hat das mit der Planung beauftragte, damalige ASV Marburg Baurecht erlangt, indem ein so genanntes "Konsensverfahren" durchgeführt wurde.
Dabei wurden alle Träger öffentlicher Belange an einen Tisch geholt. Der NABU und der BUND nutzten diese Möglichkeit für eine konstruktive Mitarbeit.
Das Ergebnis war eine rechtssichere Planung, die einen verzögerungsfreien Baubeginn ermöglichte.

Wenn ein solcher Weg hier eingeschlagen würde, wäre eine einvernehmliche Lösung aller Interessengruppen erreichbar.

Wir hoffen darauf, dass sich Herr Koch nicht entmutigen lässt und zum Runden Tisch einlädt. Der Verein zum Schutz und Erhalt des Lebensraumes Burgwald und die Naturschutzverbände wären dabei.

Frank Schütz, Naturschutzbeirat BUND Waldeck-Frankenberg
Reinhard Mayer, Vorsitzender VSELB,
Heinrich Binzer, VHF Verband Hessischer Fischer
Heinz-Günther Schneider, Kreisvorsitzender NABU Waldeck-Frankenberg
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Gaby Floer aus Garbsen | 01.01.2013 | 17:45  
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