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Happening abgesagt: Schülerinnen in Baumkostüme

Am Sonntag dem, 28.02.2010 sollte in der Gemarkung Treysa ein künstlerisches Happening stattfinden.

Eine Gruppe etwa 15-jähriger Schülerinnen wollte, in Baumkostüme gekleidet, ein Stück vorführen, mit dem sie gegen die geplante Rodung eines Waldstückes zwischen Frankenhain und Florshain, protestieren wollten.
Offensichtlich will Minister Posch mit einer Rodung Tatsachen schaffen um den Weiterbau der A 49 voranzutreiben.

Die Mädchen sind der Ansicht, dass es, wegen der ungewissen Finanzierung durch den Bund zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig sei, eine Rodung durchzuführen. Es wurde bereits ein Waldstück gerodet, das dann gar nicht für eine Trasse benötigt wurde.

Die Politik sollte, auch angesichts des unüberschaubaren Schuldenberges den die Bundesrepublik vor sich her schiebt endlich von dem Irrglauben, dass weiterer Straßenbau die Wirtschaft in Gang bringen könnte, Abstand nehmen.
Viel wichtiger sei es endlich in Bildung zu investieren.
Autobahngegner wollten sich die Vorführung der jungen Damen anschauen.
Leider konnte das Happening nicht stattfinden.
Die Polizei hatte die nicht angemeldete Veranstaltung untersagt.
Es war eine Polizeistreife bestehend aus einer Beamtin und einem Beamten, vor Ort. Die freundlichen Ordnungshüter erklärten, dass sie auf Weisung einer höheren Stelle handelten.
Die Mädchen wussten nicht, dass eine solche Veranstaltung ordnungsrechtlich als Demonstration gilt und hatten es versäumt dies bei den Behörden anzuzeigen. Da die Mädchen noch nicht volljährig seien, würde, so die Polizei, von einer Strafverfolgung abgesehen.

Unter den Besuchern, die alle in gutem Glauben gekommen waren, eine kulturelle Veranstaltung erleben zu dürfen, konnten keine mitverantwortlichen Personen ausgemacht werden.

Die Mädchen werden die Veranstaltung, nach vorheriger Anmeldung, am nächsten Sonntag um 14:00 Uhr nachholen. Angesicht des sich anbahnenden Sturmes - es waren schon einige Bäume auf die Landesstraße gestürzt- an diesem Nachmittag, war das sicher eine gute Lösung.
Das Gelände befindet sich direkt an der L 3115 bei Treysa.

Eine anwesende Pressevertreterin wurde von der Polizei darüber belehrt, dass wenn in einem Bericht über die Angelegenheit Namen oder Fotos mit Beteiligten auftauchen würden, gegen diese Personen strafrechtlich ermittelt würde.

Das Auftreten der Polizei haben die Anwesenden als freundlich und korrekt empfunden. Trotzdem macht es, angesichts der in Aussicht gestellten Konsequenzen, betroffen, wie massiv staatliche Stellen offenbar bereit sind gegen Autobahngegner vorzugehen.

Unbekannte hatten Bäume an der L 3115 mit Plakaten dekoriert, die PKW und LKW mit Minister Posch als Lenker darstellten.

Weitere Infos über künftige Veranstaltungen des "Netzwerks gegen A4" und von "Schwalm ohne Autobahn" sind den einschlägigen Internetseiten der Bündnisse zu entnehmen.

Frank Schütz, BUND KV Waldeck-Frankenberg
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Rudolf (Rudi) Schäfer aus Frankenberg (Eder) | 28.02.2010 | 22:11  
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