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Quellen, der Ursprung allen Lebens – Am 22.März war Weltwassertag

Frank Seumer referiert über den Papierborn
 
Bei einer Tümpelquelle befinden sich die Wasseraustritte am Grund eines Teiches
Der 22. März stand international ganz im Zeichen des Wassers. Seit 1993 organisiert die UN an diesem Datum den Weltwassertag, um auf die Probleme unserer Gewässer, sowie die Qualität des weltweiten Trinkwassers aufmerksam zu machen. Insbesondere in den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass sauberes Trinkwasser mehr und mehr zu einem Luxusgut gerät. Auch wenn uns diese Probleme aktuell noch ziemlich fern erscheinen, müssen wir uns fragen, wie wir mit unseren Trinkwasserreserven umgehen, um nicht in mittlerer Zukunft auch in ähnliche Probleme zu geraten.
Eines der wichtigsten Elemente unserer Wasserversorgung sind Quellen. Sie sind der Ursprung allen Lebens. Ohne sie könnte kein Lebewesen längere Zeit überleben. Auch wir beziehen unser Wasser entweder direkt über Brunnen oder indirekt über Flüsse aus diesen Quellen.
Quellbereiche gelten als „Landschaft[en], die eine besondere Bedeutung als Biotope haben“ und sind somit laut §30 des Bundesnaturschutzgesetzes „gesetzlich geschützt“. Auch die Naturschutzjugend Frankenberg beschäftigt sich mittlerweile seit vielen Jahren mit dieser Biotopform. Die Jungen Naturschützer haben bereits mehrere hundert Quellen im Raum Frankenberg sowie im Kellerwald wissenschaftlich untersucht und in das hessische Quellkataster eintragen lassen. Hierbei arbeiten die Frankenberger eng mit Stefan Zaenker von den hessischen Höhlenforschern zusammen, der alle von uns gefangenen Tiere, die teilweise weitaus kleiner als ein Millimeter sind, unter dem Mikroskop bestimmt. Anhand dieser Tiere kann man erkennen, in welchem Zustand sich eine Quelle befindet, da jedes dieser Lebewesen eine ganz bestimmte Wasserqualität voraussetzt.
Die am besten untersuchte Quelle im Landkreis Waldeck-Frankenberg ist der „Papierborn“ in Frankenberg. Es handelt sich hierbei um eine Tümpelquelle, eine recht seltene Form, bei der das Wasser aus kleinen Öffnungen am Grund eines Teiches ans aus dem Erdinneren kommt. Diese Quelle wird von der Edertalschule bereits seit 1964 regelmäßig untersucht und es lässt sich sagen, dass die Wasserqualität trotz eines erheblichen Einflusses von Seiten der Landwirtschaft in Form von Düngemitteln in einem durchaus guten Bereich liegt. Ein Beweis dafür ist die Tatsache, dass bereits 97 Tierarten innerhalb oder in direkter Umgebung der Quelle nachgewiesen wurden. All dies wurde den engagierten Naturschützern in einem kurzen Vortrag von Frank Seumer nahe gebracht, der selbst schon an mehreren Untersuchungen des Papierborns teilgenommen hat.
Die zweite Aktion an diesem besonderen Tag war die Untersuchung von drei Sickerquellen, die durch den Bau eines Radwegs eventuell gefährdet werden. Um entsprechende Ausgleichsmaßnahmen für den Verbau durchzusetzen mussten die Jugendlichen des NAJU-Quellforscherteams die Wasseraustritte hinsichtlich Temperatur, Ph-Wert, Leitfähigkeit und Lebewesen untersuchen. Selbstverständlich wurden auch diese Daten an das hessische Quellkataster weitergegeben.
Die Naturschützer hoffen, dass der Weltwassertag in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit auf sich und somit das große globale „Problem Wasser“ ziehen kann.
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