Deutschland räumt europäische Umweltpreise ab Auch Bombina-Projekt aus Schlewieg-Holstein dabei

das Komitee: Anna Posluszna, Simon Goss, Bruno Julien, Angelo Salsi, Alban De Villepin, (Foto: Stefan Stass)
 
alle Preisträger (Foto: Greenweek)
Flensburg: Geltiner Birk | Best of the Bests
Deutschland räumt europäische Umweltpreise ab
Drei der 4 Europäischen Umweltpreise gehen nach Deutschland
Auch Bombina-Projekt aus Schlewieg-Holstein dabei

Am 23. Mai 2012 wurden in Brüssel die 13 besten europäischen Life-Nature-Projekte prämiert, vier davon erhielten den Titel „Best of the Best“ (die Besten der Besten), ohne jedoch eine Rangfolge festzulegen. Drei der vier Projekte erfolgen unter deutscher Beteiligung. Zugleich feierte das EU-Life Programm das 20-jährige Bestehen.

Ausgezeichnet wurde neben dem dänischen Projekt „Regain“, das die Renaturierung des Odense-Flusses und des Odense-Fjords zum Ziel hat http://www.naturstyrelsen.dk/Naturbeskyttelse/Natu...
Auch das deutsch-dänisch-schwedisch-lettische Bombina Projekt, das das Lebensraumangebot für die Rotbauchunke im baltischen Raum verbessern und sichern soll. http://www.life-bombina.de/
Ziel des LIFE-Bombina-Projektes ist es, das Lebensraumangebot für die Rotbauchunke in gleich mehreren europäischen Ländern zu verbessern. Der Bestand der Rotbauchunken soll damit dauerhaft gesichert werden
Die Rotbauchunke kommt in Deutschland nur nördlich der Mittelgebirge vor. Daher hat Schleswig-Holstein eine besondere Verantwortung für die europaweit geschützte Tieflandart.

Durch dieses transnationale Projekt stieg die Population der Rotbauchunke in einer Region, wo
sie extrem bedroht wurden. Die Preisträger der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, zusammen mit den Projektpartnern, schaffen neue Lebensräume für die Zielarten und es wird eine intensive genetische Analyse durchgeführt, um den Genpool zu erhalten. Ein online-Audio-streaming 'Bombina Song Contest' erregte die Aufmerksamkeit in weit verbreiteten Medien.

Weiterhin wurde das Programm „Salzstellen Brandenburgs“ zur Erhaltung und Entwicklung von Binnensalzstellen und Salzwiesen in Brandenburg geehrt http://www.mugv.brandenburg.de/info/salzstellen

Zum zweiten Mal nach 2009 wurde das deutsch-französisch-niederländische Maifisch-Projekt zur Wiederansiedlung des Maifisches im Rhein ausgezeichnet. http://www.lanuv.nrw.de/alosa-alosa-2011/

Projektleiter Dr. Heiner Klinger nahm den Preis in Gegenwart von Walter Sollbach, Initiator des Programmes und Karl Apel, stellv. Abteilungsleiter Forsten und Naturschutz, Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz entgegen. Die französischen Partner wurden vertreten durch Alain Guillaumie, Präsident der Association MIGADO (Migrateurs Garonne Dordogne) Frankreich und Philippe Jatteau, Leiter/Bearbeiter Maßnahmenpunkte Irsta (früher CEMAGREF).

Die Projektleitung liegt in NRW bei der Landesanstalt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV), Fachbereich 26 Fischereiökologie.
Einen optischen, vielbeachteten Höhepunkt bei der Verleihung bildeten die Vertreter des Poller Maigeloogs, einem Maiverein mit mittelalterlichen Wurzeln, der sich besonders der Tradition des Maifischfangs in Köln am Rhein verschrieben hat.

Die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich gab in Wiesbaden ihrer Freude über den Erfolg Ausdruck. „Das Maifisch-Projekt bildet den Grundstein dafür, dass sich im Rhein auf Dauer eine gesunde Population bilden kann, die in der Zukunft auch ohne menschliches Zutun auskommt“, so Puttrich und weiter: „Wir tragen mit der Wiederansiedlung des Maifisches im Rhein zur biologischen Vielfalt in unserm größten Fluss bei. Die Erhaltung der Artenvielfalt steht im Zentrum unserer Bemühungen.“ Hessen engagiert sich gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen, den Niederlanden und Frankreich für die Wiederansiedlung des Maifisches im Rhein.
Die einst in Rhein und Main häufig vorkommende Fischart gilt seit Anfang des 20. Jahrhunderts dort als ausgestorben. Durch Wasserverschmutzung, den Bau unpassierbarer Staustufen und Überfischung verschwand diese Fischart Anfang des 20. Jahrhunderts aus den Flüssen in ganz Deutschland. Im Rahmen des Maifisch-Life Projektes wurden von 2007 bis 2010 rund 7 Millionen kleine Maifische im Rhein in Hessen und Nordrhein-Westfalen ausgesetzt.
„Die Lebensbedingungen für Fische im Rhein haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, so dass sich viele der früher vorkommenden Arten von alleine wieder ansiedelten. Bei manchen Langstreckenwanderfischen, wie dem Lachs und dem Maifisch, muss der Mensch etwas unterstützend eingreifen“, betonte die Ministerin.
Die jungen Maifische für das Projekt stammen aus den Flüssen Garonne und Dordogne, die durch Hessens französische Partnerregion Aquitaine fließen. Dort lebt der größte, in Europa noch verbliebene Maifischbestand. Maifische wandern im Laufe ihrer Entwicklung ins Meer ab und kehren zum Ablaichen in die Flüsse zurück, in welchen sie selbst aufgewachsen sind.

Abhängig vom Laichverhalten der französischen Maifische ist auch 2012 wieder eine offizielle feierliche Eröffnung des Maifischbesatzes in den Rhein in Planung. Ausgewählt wurde als Austragungsort eine Stelle, an der bis 1938 in dem historischen Fischerort Köln-Poll Maifische gefangen und verkauft wurden.
In Köln – Poll wurde 2010 auch die erste Europäische Maifisch-Informationstafel am Rhein aufgestellt. http://www.pollermaigeloog.de/index.html

Hans Burgwinkel, Reihmeister (Vorsitzender) des Poller Maigeloogs, der zusammen mit Vorstandsmitglied Edelgard Wilbertz an der Zeremonie in Brüssel teilnahm, freute sich sowohl über den Preis als auch über die Wahl die Besatzortes: „Es ist eine besondere Anerkennung für die schwierige Arbeit und die vielen Mitwirkenden im Maifischprojekt. Für uns ist eine große Ehre in diesem Programm unterstützend im Bereich der Sensibilisierung der Öffentlichkeit dabei sein zu dürfen. Und es ist eine große Ehre für Köln und insbesondere Poll jetzt wieder als Austragungsort für den Besatz ausgewählt zu werden.“
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