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Schwelle für Schwelle

Der Zug der RB28 (Eifel-Bördebahn) passiert den Baustellenbereich bei Streckenkilometer 4 bei Binsfeld (Foto: photo79/Sebastian Petermann)



Die Bauarbeiten zur Reaktivierung der Eifel-Bördebahn haben begonnen. In der letzten Woche im April 2019 hat eine Gleisbaufirma bei Düren mit grundlegenden Arbeiten zur begonnen. Als erster Schritt für die notwendige Ertüchtigung der Strecke werden, vereinfacht gesagt, Schwellen und Schotter erneuert. Auch die Bahnübergänge, die im Rahmen des Neubaus der Umgehungsstraße B56n zu erneuern oder zu bauen waren, sind fast fertig.

Hunderte Eisenbahnschwellen aus Beton hat eine Gleisbaufirma in den letzten Tagen entlang der Strecke Düren-Euskirchen (Eifel-Bördebahn) bei Binsfeld abgelegt. Fein säuberlich neben der Eisenbahn liegen die Schwellen ordentlich „in Reih und Glied“ und warten auf den Einbau. Ein Berg von Eisenbahnschotter, der fast so hoch ist, wie die Straßenbrücke der B56n bei Binsfeld wurde aufgeschüttet und zahlreiche Bagger und andere Arbeitsgeräte zeugen von einem organisatorisch Großvorhaben.

Nach langen Phasen der Reaktivierungsplanung und ersten kleineren Baumaßnahmen entlang der reaktivierten Stecke zwischen den Kreisstädten geht es nun mit schwerem Gerät zur Sache. Der Oberbau, wie der Fachmann Gleise, Schwellen und Schotter nennt, wird zwischen Düren und Binsfeld erneuert. Grund dafür ist z.B., dass an diese Stelle der Bördebahn noch Eisenbahnschwellen aus Stahl verbaut sind, die teilweise noch aus der un mittelbaren Nachkriegszeit stammen. Diese haben an den umgebogenen Enden der Schwellen, die die Stabilität der Gleislage im Schotterbett gewährleisten sollen, doch über die Jahre arg gelitten und sind schlichtweg von Rost befallen. Neue Betonschwellen werden an die Stelle der alten Stahlschwellen verbaut. Im Endergebnis verbessert sich so die Lage der Gleise insgesamt und die Bördebahn wird fit gemacht für den Vorlauf- und Planverkehr der nächsten Jahre.

In Binsfeld selber folgt in Fahrtrichtung Vettweiß/Zülpich dann die Stelle, an dem zukünftig der Haltepunkt entstehen wird. Ein Kabelkanal wurde bereits verlegt und lässt erahnen, wo der Bahnsteig gebaut wird. Im weiteren Streckenverlauf kommen dann mehrere Bahnübergänge, deren Umbau (Neubau) sicherlich noch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird. Die vollständige Reaktivierung im Planverkehr steht für 2021 an, zeitnah zum Ende diesen Jahres wird allerdings der Vorlaufbetrieb auch mit wochentäglichen Fahrten beginnen.

Die Eifel-Bördebahn, die offiziell unter der Bezeichnung „Regionalbahn 28“ geführt wird, wird ganz neue Perspektiven für die Fahrgäste des Öffentlichen Personennahverkehrs in der Börde zwischen Düren, Zülpich und Euskirchen bieten – offen sind dabei noch einige Fragen eines sinnvollen Gesamtverkehrskonzeptes im Raum Zülpich, welches bestehende Buslinien und die schnelle Bahnverbindung zu einem Optimum an Verkehrsplanung werden lassen.
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