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„Starke zeitgeschichtliche Bezüge bis in die Unterhaltung“

Die Gewinner des 49. Grimme-Preises 2013 stehen
fest. „Packende Fernsehfilme auf höchstem professionellen Niveau,
bewegende und formal ausgefeilte Dokumentationen sowie pointierte
Unterhaltung kennzeichnen den aktuellen Grimme-Preis-Jahrgang“, so
Grimme-Direktor Uwe Kammann in seiner Bilanz bei der heutigen Pres-
sekonferenz in Düsseldorf. „Auffällig sind auch die starken zeit- ge-
schichtlichen Bezüge, die sogar bis in die Unterhaltung reichen.“ Wie in
den Vorjahren beeindrucke das deutsche Fernsehen durch herausra-
gende Qualitäten an der Spitze. Insgesamt werden in den drei Wettbe-
werbskategorien Fiktion, Information & Kultur sowie Unterhaltung zwölf
Preise vergeben.

Fünf Produktionen werden im Wettbewerb „Fiktion“ ausgezeichnet. „Der
letzte schöne Tag“ (WDR) erzählt von einer Familie, die nach dem
Selbstmord der Mutter wieder zu neuer Normalität finden will. Die Tro-
phäen gehen an die Autorin Dorothee Schön, Regisseur Johannes
Fabrick und Wotan Wilke Möhring stellvertretend für das Darstellerteam.

Für ihre Leistungen im Justiz-Drama „Das Ende einer Nacht“ (ZDF),
das sich um eine mögliche Vergewaltigung dreht, erhalten Autor Mag-
nus Vattrodt, Regisseur Matti Geschonneck sowie die Schauspielerin-
nen Ina Weisse und Barbara Auer eine Grimme-Trophäe. Weitere Aus-
zeichnungen gehen an Autor Jochen Bitzer, Regisseur Stephan Wag-
ner und Darsteller Robert Atzorn für ihren Film „Der Fall Jakob von
Metzler“ (ZDF), der den Entführungsfall des Frankfurter
Bankierssohnes rekonstruiert.

Thomas Kirchner (Buch), Christian Schwochow (Regie), Lars Lange
(Ausstattung) sowie die Darsteller Jan Josef Liefers, Claudia Michelsen
und Sebastian Urzendowsky erhalten einen Grimme-Preis für „Der
Turm“ (MDR/Degeto/BR/NDR/WDR/SWR/rbb). Der Zweiteiler gibt Ein-
blick in den Alltag der Bildungselite Dresdens in den 80er Jahren, kurz
vor dem Ende der DDR. Ein Grimme-Preis „Spezial“ geht an Anke
Greifeneder, Quirin Berg, Tobi Baumann, Sebastian Wehlings und



Christian Lyra für die Idee und Konzeption des Formats „Add A
Friend“ (TNT Serie).

Für Grimme-Direktor Uwe Kammann zeichnen sich alle PreisProduktio-
nen durch „markante Erzählweisen mit jeweils sehr individueller Hand-
schrift“ aus. Daneben überzeugten sie durch exzellente Darsteller, sehr
überzeugende Vergegenwärtigungen von Milieus, Zeitumständen und
gesellschaftlichen Konfliktlinien. „Und dies alles mit hoher formaler Ge-
staltungskraft.“

In der Kategorie „Information & Kultur“ wird Thomas Riedelsheimer für
seinen Film „Seelenvögel“ (WDR) ausgezeichnet, in dem er drei an
Leukämie erkrankte Kinder begleitet. Eric Friedler bekommt einen
Grimme-Preis für seine Dokumentation „Ein deutscher Boxer“
(NDR/SWR), die Höhen und Tiefen im Leben von Charly Graf nach-
zeichnet. Für das Portrait „Vaterlandsverräter“ (ZDF/ARTE) über den
früheren DDR-Schriftstellers Paul Gratzik erhält Annekatrin Hendel eine
Auszeichnung. Andrej Nekrasov, György Dalos, Christian Beetz und
Georg Tschurtschenthaler erhalten einen Grimme-Preis für die Reihe
„Lebt wohl, Genossen!“ (ZDF/ARTE/rbb), in der sie den Untergang
der Sowjetunion aus unterschiedlichsten Blickwinkeln erzählen. Einen
Grimme-Preis in der Kategorie „Spezial“ erhält Bettina Braun für ihre
Langzeitbeobachtung von drei Kölner Migranten in der Dokumentar-
Triologie „Was lebst Du?“, „Was du willst“ und „Wo stehst du?“
(ZDF).

„Die Dokumentationen sind durch eine intensive Nähe zu den Men-
schen, einen sehr sorgfältigen Umgang mit den Biographien und Le-
bensumständen sowie durch formale kongeniale Übersetzungen der
jeweiligen Besonderheiten geprägt“, so Uwe Kammann. Damit entstün-
den „dichte Bilder von Wirklichkeiten, die wiederum den Eindruck hoher
Wahrhaftigkeit vermitteln.“

Im Wettbewerbskontingent „Unterhaltung“ erhalten Mizzi Meyer, Arne
Feldhusen und Bjarne Mädel einen Grimme-Preis für die Folge
„Schottys Kampf“ aus der Serie „Der Tatorteiniger“ (NDR). In der
Ausgabe wird Heiko 'Schotty' Schotte zu einem Einsatz in ein Vereins-
heim brauner Gesinnungsgenossen gerufen. Weiterhin werden die Ma-
cher von „Switch Reloaded – 'Wetten, dass..?'-Spezial“ (ProSieben)
ausgezeichnet, namentlich Martin Brindöpke und Markus Hennig (beide
Buch), Dirk Nabersberg (Regie), Sarah Wirtz (Maske) und Max
Giermann (stellvertretend für das Ensemble). Hier wird die Premiere des
neuen „Wetten, dass..?“-Moderators Markus Lanz satirisch aufs Korn
genommen.

„Es ist so ungewöhnlich wie gerechtfertigt“, so Grimme-Chef Uwe
Kammann, „dass der ‚Tatortreiniger’ schon zum zweiten Mal einen Preis
erhält. Die thematisch so ausgefallene, weil hochpolitisch zugespitzte
Folge bietet schlicht eine nochmalige Qualitätssteigerung, unkonventio-
nell in jeder Hinsicht.“ Die Unterhaltungssatire „Switch Reloaded“ wiede-
rum stehe für intelligente und perfekt funktionierende Fernsehparodie.

Der Sonderpreis Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen geht in diesem
Jahr an Shaheen Dill-Riaz für „Fremde Kinder – Der Vorführer“
(ZDF/3sat), der hier von einem Filmvorführer in Indien erzählt. Eine lo-
bende Erwähnung der Jury geht an die Produktion „WIR“ (WDR/Planet
Schule) von Anna Wahle für die herausragende Bildgestaltung und die
gelungene Verdichtung von dokumentarischem Inhalt und experimentel-
ler Form.

Der Publikumspreis der Marler Gruppe geht an Beate Langmaack
(Buch), Rainer Kaufmann (Regie) sowie Devid Striesow und Stipe Erceg
(beide Darstellung) für den Fernsehfilm „Blaubeerblau“
(BR/MDR/Degeto), der zeigt, wie Menschen sich mit dem Leben in ei-
nem Hospiz auseinandersetzen. Jan Schomburg erhält das Eberhard-
Fechner-Förderstipendium der VG Bild-Kunst für den Fernsehfilm „Über
uns das All“ (WDR). Der Film begleitet eine junge Frau nach dem un-
erwarteten Selbstmord ihres Mannes auf ihrem Weg zurück ins Leben.

Dem Regisseur Matti Geschonneck hat der Stifter des Grimme-
Preises, der Deutsche Volkshochschulverband, in diesem Jahr die Be-
sondere Ehrung für seine herausragenden Verdienste um das deutsche
Fernsehen zugesprochen.

Die 49. Verleihung des Grimme-Preises findet am 12. April 2013 im
Theater der Stadt Marl statt. Sie wird in voller Länge per Livestream
auf www.3sat.de und www.spiegel.de zu sehen sein. Die Preisgala
wird zeitversetzt um 22.25 Uhr auf 3sat ausgestrahlt. Moderiert wird die
Verleihung von Michael Steinbrecher.

Hintergrundinformationen zum 49. Grimme-Preis 2013 gibt es im Inter-
net unter www.grimme-preis.de. Pressevertreter können sich noch bis
zum 5. April online unter www.grimme-institut.de/presse akkreditieren.


Quelle
Dr. Ulrich Spies
Referatsleitung Grimme-Preisgrimme-institut.de
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