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Allergieauslöser Beifuß-Ambrosie – jetzt bekämpfen!

Eine unscheinbare Pflanze namens Beifuß- Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) breitet sich derzeit in Mitteleuropa, auch in NRW, aus. Ihre Pollen lösen Heuschnupfen aus. Das Problem daran: Zum einen lösen schon wenige Pollen (ca. 20 pro Kubikmeter Luft) sehr starken Heuschnupfen, bei manchen Personen bis zu Asthma aus, zum anderen kann sie auch „sensibilisierend“ wirken. D.h. Menschen, die noch gar nicht unter Heuschnupfen leiden, können ihn durch die Pollen der Beifuß-Ambrosie neu bekommen!

Jetzt bis etwa Oktober ist die beste Zeit für eine Bekämpfung. Biologin Carla Michels vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV): „Die Pollen der Beifuß-Ambrosie sind hochallergen. Sich vor ihnen zu schützen ist jetzt das Wichtigste. Und noch etwas ist vordringlich: Die weitere Verbreitung der Beifuß-Ambrosie muss gestoppt werden. Am effektivsten ist es, jetzt die ganze Pflanze mit den Wurzeln auszureißen und über den Hausmüll zu entsorgen. Vor dem Entfernen sollte die Pflanze mit einer Plastiktüte umhüllt werden, damit Samen nicht herunterfallen und im nächsten Jahr erneut zur Entwicklung kommen.“

Klimawandel im Hintergrund:
Die Pflanze ist kein einheimisches Gewächs. Sie ist eine sog. „Neophyt“ (frei übersetzt: „Neubürger“) aus Amerika. Im warmen Klima Südosteuropas hat sie sich in den letzten zwei Jahrzehnten als Ackerunkraut massenhaft vermehrt Vornehmlich geschah das in Sonnenblumenfeldern. Von dort wird sie nun mit sonnenblumenhaltigen Saat- und Futtermischungen (Stichwort: Vogelfutter) bei uns in Mitteleuropa eingeschleppt. Die Pflanze blüht spät im Jahr, in warmen Jahren ab Juli, meist erst ab August bis in den Oktober hinein. In kühlen Jahren schafft sie es daher nicht, nach dem Blühen noch reife Samen zu produzieren, denn dazu setzt der mitteleuropäische Winter zu früh ein. Da die Pflanze nur einjährig ist, stirbt sie in solchen Jahren vor der Samenreife ab und kann sich nicht weiter vermehren, sie schafft also den Sprung über unseren Winter nicht! Verlängert sich jedoch die Vegetationsperiode, d.h. die Zeit, in der bei uns Pflanzenwachstum möglich ist über den Oktober hinaus in die ersten Novembertage hinein, dann kann die Beifuß-Ambrosie ihre Samen eher zur Reife bringen und so den Sprung über den mitteleuropäischen Winter schaffen. Sie ist dann in der Lage, aus eigener Kraft, ohne weitere menschliche Nachhilfe im nächsten Jahr aus eigenen Samen wieder heranzuwachsen. Und genau das gilt es, trotz ablaufendem Klimawandel zu verhindern - daher hier der Aufruf zur Bekämpfung.
Leider sieht die Beifuß-Ambrosie einigen einheimischen Pflanzen ähnlich und kann daher auch leicht mit ihnen verwechselt werden. Daher ein dringender Rat: nur im eigenen Garten selber Hand anlegen und die Pflanze mit Wurzel ausreißen. Es lohnt sich, hier im Bereich der Futterhäuschen und anderer Vogelfütterungsstellen gezielt nach der Beifuß-Ambrosie Ausschau zu halten, ebenso wie in Beeten mit Wildblumeneinsaaten oder auch Sommerblumen-Einsaatmischungen. Da bereits geringe Pollenmengen in der Atemluft ihre hoch Allergene Wirkung entfalten können empfiehlt Carla Michels, LANUV: „Einweg-Haushaltshandschuhe und Nasen-Mundschutz, erhält man für wenig Geld in Drogeriemärkten und Apotheken, sie helfen, den unmittelbaren Kontakt mit den Pollen blühender Ambrosia-Pflanzen im heimischen Garten zu vermeiden“. Außerhalb des eigenen Gartens, auf Feldern, an Waldrändern oder gar in Naturschutzgebieten sollte man sich an seine Stadt oder seinen Kreis wenden. Dort zuständig sind jeweils Garten- oder Umweltämter. Gute Anlaufstellen für Hinweise zu Ambrosia-Funden sind auch Biologische Stationen oder ggf. die Forstämter.

Mehr Infos zur Beifuß-Ambrosie wie ein illustriertes Info-Faltblatt als Download oder das Formular für Online-Meldungen von Ambrosia-Funden gibt es im Internet auf den Seiten des LANUV: www.lanuv.nrw.de
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