Unsere Gartenfreunde
Wochenende im Juni – und plötzlich sind alle Gartenexperten
- hochgeladen von Hildegard Grygierek
Es ist Anfang Juni. Die Luft riecht nach Grill, frisch gemähtem Rasen - und leichtem Wettbewerb.
Im Schrebergarten wird nicht mehr einfach gegärtnert. Es wird verglichen.
„Unsere Erdbeeren dieses Jahr… unglaublich.“
„Ach wirklich? Unsere tragen schon dauernd.“
Die ersten Salate werden stolz präsentiert, als hätte man ein landwirtschaftliches Diplom bekommen. Radieschen werden halb aus der Erde gezogen, nur um zu beweisen, dass sie da sind.
Die Zucchini stehen noch unschuldig im Beet, aber alle wissen schon .. das wird wieder eskalieren. Eine Pflanze, ein Sommer, ein Drama.
Tomaten werden angebunden, kontrolliert, umgestellt, wieder angebunden - und zwischendurch liebevoll angeschrien. Gurken wachsen derweil still vor sich hin und beobachten den Chaoten bzw. das Chaos.
Und dann natürlich Lavendel. Plötzlich riecht jeder Garten nach Provence, bei dem einen mehr - bei dem anderen noch mehrerer :-))
In den Gesprächen zwischen den Beeten geht es, wie könnte es auch anders sein, um Ertrag, Größe und die feste Überzeugung, dass es im letzten Jahr noch nicht so früh war - halt wie jedes Jahr.
Am Ende sitzt man am frisch gestrichenen Garten-Tisch, blickt ins Beet und stellt fest:
„Läuft dieses Jahr erstaunlich gut.“
Bürgerreporter:in:Hildegard Grygierek aus Essen |
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