Natur + Garten
Klein, fein und mit großer Geschichte
- hochgeladen von Thomas Ruszkowski
Das Gänseblümchen (Bellis perennis) ist eine mehrjährige, äußerst robuste Wiesenpflanze, die fast ganzjährig blüht, essbar ist, vielfältige Heilwirkungen besitzt und eine lange Kultur‑ und Symbolgeschichte hat. Die Mythologie rund um das Gänseblümchen ist viel reicher, als man auf den ersten Blick denkt. Es ist eine der ältesten europäischen Symbolpflanzen und taucht in germanischen, keltischen und später christlichen Traditionen auf.
Das Gänseblümchen war der Freya geweiht, der Göttin der Liebe, des Frühlings, der Schönheit und der Geburt. Freya bringt den Frühling und das Gänseblümchen ist eine der ersten Blüten des Jahres. In manchen Regionen legte man Gänseblümchen in Wiegen, um Freyas Segen zu erbitten. Das berühmte „Er/Sie liebt mich – er/sie liebt mich nicht“ geht auf germanische Frühlingsrituale zurück.
Auch bei den Kelten galt das Gänseblümchen als Seelenblume. Man glaubte, dass gefallene Kinder von Engeln in Gänseblümchen verwandelt würden, um die trauernden Eltern zu trösten. Es war ein Zeichen der Unschuld und wurde oft in Kindergräber gesteckt. Druiden nutzten die Pflanze in Frühlingsritualen zur Reinigung und Erneuerung.
Mit der Christianisierung wurde das Gänseblümchen zur Marienblume. Sie ist Symbol für Reinheit, Demut und Unschuld und wurde oft „Marienblümchen“ genannt. In mittelalterlichen Marienbildern findet man es zu ihren Füßen. Es galt als Zeichen der Gottesnähe und des Schutzes.
Bürgerreporter:in:Thomas Ruszkowski aus Essen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.