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Nachbelichtet: Der Weltuntergang in der Wissenschaft

Es waren Frettchen, die dem niederländischen Virologen Ron Fouchier 2011 zu seinem Ergebnis brachten. Über Wochen pflanzte er den Tieren den Virus H5N1 in die Atemwege ein und infizierte sie somit mit der Vogelgrippe. Fünf Veränderungen der Virusstruktur reichten aus und das Forscherteam hatte einen Erreger gezüchtet, der tödlicher ist als die Spanische Grippe und sich über die Luft verbreitet.



Fouchiers Ergebnisse beunruhigen nicht nur Forscher, sondern auch internationale Organisationen wie das National Science Advisory Board for Biosecurity - kurz NSABB. Sollte der Virologe eine gefährliche Biowaffe für Terroristen geschaffen haben? Es entbrannte eine Debatte über die Veröffentlichung der Ergebnisse.


Das National Science Advisory Board

Das NSABB ist ein Gremium des Ministeriums für Gesundheitspflege und Soziale Dienste der USA. Es soll verhindern, dass Forschungsergebnisse für terroristische Aktivitäten ausgenutzt werden – ohne dabei den wissenschaftlichen Fortschritt zu behindern. Das NSABB hat im Fall des Virologen Ron Fouchier zum ersten Mal empfohlen, nur die Schlussfolgerungen einer Forschung zu veröffentlichen. Die Empfehlung ist aber nicht bindend.

850 Kilometer südlich von Fouchiers Rotterdamer Labor kollidieren im CERN Protonen annähernd bei Lichtgeschwindigkeit. Das Forschungszentrum befindet sich bei Meyrin in der Schweiz, nahe der französischen Grenze. Unter der Erdoberfläche arbeitet der Large Hadron Collider (LHC), der größte Teilchenbeschleuniger der Welt. Neue Raumdimensionen, unbekannte Elementarteilchen und Materiebausteine – die Entdeckungen, die mit dem LHC bevorstehen könnten, lassen das Herz der Wissenschaft schneller schlagen.

Schwarze Löcher im Teilchenbeschleuniger?

In weniger als einer Hunderttausendstel Sekunde legen die Teilchen eine Runde im etwa 27 Kilometer langen Beschleunigungsring zurück – für den menschlichen Verstand unvorstellbar. Kräfte, die Forscher wirklich einschätzen können? Otto E. Rössler ist davon nicht überzeugt, er ist einer der bekanntesten Kritiker des LHC.

Seine Befürchtungen sind ebenso unvorstellbar, wie die Geschwindigkeit der kollidierenden Teilchen: Der Biochemiker und Chaostheoretiker vermutet, dass der LHC den Weltuntergang verursachen könnte. Laut Rössler könnten im Teilchenbeschleuniger schwarze Löcher entstehen, die nach und nach den Erdball verschlucken. Nach seinen Berechnungen bräuchte ein mikroskopisch kleines schwarzes Loch etwa 50 Monate, um die Erde auf einen Zentimeter Durchmesser zu schrumpfen.
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 10.01.2013 | 08:38  
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