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Luftnummer oder Etikettenschwindel? Wachsende Kritik am neuen staatlichen „Tierwohl“-Siegel

Zweifel sind angebracht, ob die neuen staatlichen Aufpapperl, die 2018 eingeführt werden sollen, tatsächlich zu einer Verbesserung der Situation in der Massentierhaltung führen. (Foto: Pixabay)
Über 80 Prozent der Deutschen würden, haben Umfragen ergeben, mehr Geld für Fleischprodukte ausgeben, sofern diese aus verbesserter Tierhaltung stammten. Deshalb will der Bundeslandwirtschaftsminister ein neues „Gütesiegel“ einführen: „Mehr Tierwohl“. Es soll zunächst nur für Schweinefleisch gelten. Doch der große Wurf scheint das nicht zu sein. Die Kritik an der Initiative wird lauter. Die Rede ist von einer Luftnummer. Von Etikettenschwindel. Und von Verbrauchertäuschung. Der CSU-Minister spendiere der Agrarindustrie damit lediglich ein neues Marketinginstrument, um gleichzeitig einer eigentlich längst überfälligen gesetzlichen Verschärfung der Haltungsbedingungen aus dem zu Weg gehen, heißt es.
Den Aufpapperl wird es Produkte aus jenen Zucht- und Mastbetrieben geben, die bestimmte Kriterien bei der Haltung der Tiere erfüllen. Sie sollen als Belohnung 20 Prozent mehr für die tote Ware Tier verlangen können. Die Initiative hat aber einen Schweine-, ähmm, Pferdefuß. Die Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um das Siegel zu bekommen, sind ziemlich lasch und liegen zum Teil noch unter den heute gültigen und gesetzlich vorgegebenen Standards. Dass sich viele Fleischbarone da schon nicht dran halten, steht auf einem anderen Blatt. Und die Teilnahme ist freiwillig. Kein Züchter bzw. Mäster muss da mitmachen. Dass sich auf diesem (Holz)Wege die Situation in der Massentierhaltung grundlegend verbessern lässt, darf bezweifelt werden. Aber darum geht es ja auch wohl nicht. Die Hintergründe: http://www.rotorman.de/das-neue-staatliche-tierwoh...
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 10.06.2017 | 05:07  
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