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Erdoğans Hassprediger in Deutschland: Wenn Freilandhühner für die Käfighaltung demonstrieren

"Freilaufende Hühner demonstrieren bei uns für die Käfighaltung in der Türkei“. Wenn ein aufgeputschter Mob den Hasspredigern der türkischen Regierungs-Junta zujubelt, erinnert das fatal an die Volksaufmärsche der NSDAP im Tausendjährigen Reich. Man müsste Halbmond und Stern nur gegen das Hakenkreuz austauschen und die Täuschung wäre perfekt. (Foto: Screenshots)
 
„Immer wieder schön“. Mit diesem Slogan warb die Türkei auf der inzwischen zu Ende gegangenen Internationalen Touristikbörse in Berlin um Feriengäste. Deren Folteropfer würden diese Aussage nicht so ohne weiteres unterschreiben. Es sei denn unter Zwang. Systematische Misshandlungen sind in den Kerkern des Erdoğan-Sultanats alltäglich. (Foto: Screenshots)
In der Türkei sind in den vergangenen Wochen und Monaten mehr als 160 Journalisten inhaftiert worden. Weil Sultan Recep Tayyip nicht gefiel, was und wie sie berichteten. Zuletzt traf es den Weltkorrespondenten Deniz Yücel. Weil der ja angeblich ein Terrorist und deutscher Spion ist. 150 Zeitungen, TV- und Rundfunksender sowie Internetportale wurden aus den gleichen Gründen geschlossen. 46.000 Menschen sind hier seit Juni 2016 eingebuchtet worden, unter dem Vorwurf, Verschwörer zu sein. Auf sie wartet kein ordentliches Verfahren, sie werden vor Sondergerichte gestellt. Und die sind nur dem großen Führer gegenüber verantwortlich. 130.000 Beamte, Richter, Staatsanwälte, Lehrer und Wissenschaftler wurden suspendiert. In den Kerkern unseres Nato-Partners wird munter drauf los gefoltert. Die entsprechenden Berichte von Human Rights Watch oder Amnesty International lassen einem die Haare zu Berge stehen.
Derweil sind die Hassprediger Erdoğan-Junta bei uns in Deutschland auf Wahlkampf-Tournee, um unter ihren hier lebenden Landsleuten um Zustimmung für eine Verfassungsänderung zu werben, die den Despoten aus Ankara mit noch mehr Machtbefugnissen ausstattet. Die Demokratie, die in der Türkei sowieso nur noch in homöopathischen Dosen existiert, ist dann endgültig abgeschafft und die Todesstrafe wieder eingeführt. Und ausgerechnet diejenigen, die der Diktatur lautstark das Wort reden, fordern bei uns Meinungs- und Versammlungsfreiheit ein. Nennen die Deutschen Nazis, wenn es irgendwo mit ihren inszenierten Demagogie-Orgien nicht so läuft, wie sie sich das vorgestellt haben. Der Kabarettist Ralf Müller hat die Teilnehmer dieser Kundgebungen mit Freilandhühnern verglichen, die für Käfighaltung in der Türkei demonstrieren würden. Besser kann man es nicht formulieren.
Überhaupt erinnern diese Aufmärsche fatal an jede während des Tausendjährigen Reichs. Man müsste Halbmond und Stern auf den roten Fahnen nur durch das Hakenkreuz ersetzen, und es wäre kaum ein Unterschied mehr erkennbar. Zumal „Erdi“ dem unseligen Braunauer ja nicht nur äußerlich ähnlich sieht. „Abweichler“, die sich dem Gruppenzwang entziehen, werden unter Druck gesetzt, eingeschüchtert und massiv bedroht. Ein flächendeckend operierendes, vom türkischen Geheimdienst und der türkischen Religionsbehörde Diyanet bezahltes Spitzel- und Denunzianten-Heer sorgt dafür, dass die Namen der Erdoğan -Gegner auch daheim bekannt werden, und zwar an den richtigen Stellen. Die Angehörigen der „Volksverräter“ bekommen das zu spüren und müssen es ausbaden.
Die Frage ist, wie lange die deutsche Regierung diesem gefährlichen und schäbigen Spiel noch tatenlos zusehen möchte bzw. es sich erlauben kann, dass türkische Brandstifter hier unbehelligt ihr Gift verspritzen, Konflikte auf dem Boden des Gastlandes schüren und austragen und somit zur gesellschaftlichen Spaltung beitragen. Die Niederländer, von uns gerne mal als Goudas und Tulpen-Heinis verspottet, haben vorgemacht, wie man mit so etwas umgeht und den sich immer dreister und unverschämter gebärdenden Erdoğanis gezeigt wo der Hammer hängt. Landeverbot für den Außenminister, erzwungener Boxen-Stopp für die Familien- und Sozialministerin. So reagiert ein souveräner demokratischer Staat, und sei er, siehe Holland, noch so klein, auf Provokationen, Anfeindungen und Drohungen einer faschistischen Oligarchen-Clique. Zur Nachahmung empfohlen. Eine Situationsanalyse hier: http://www.rotorman.de/rote-karte-fuer-die-erdogan...
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 15.03.2017 | 06:48  
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