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Kuriose Gesetze in den USA: Keine Fische mit dem Lasso fangen und Elche nicht aus dem Flugzeug stupsen

Der deutsche Michel ist dahingehend zwar auch erfinderisch, aber beim Ersinnen abstruser Gesetze und Verordnungen sind unsere amerikanischen Freunde weltweit führend. (Foto: Artemtation)
 
Kein Witz: In Memphis/Tennessee dürfen Frauen streng genommen nur dann Auto fahren, wenn ein Mann, um die andere Verkehrsteilnehmer vor der Gefahr zu warnen, mit einer roten Fahne voran läuft. In New Orleans muss es sich um den Ehemann der Fahrerin handeln. (Foto: Artemtation)
 
In Idaho gesetzlich verboten: Das Angeln vom Rücken eines Kamels aus. (Foto: Artemtation)
Gesetze sind für das Funktionieren menschlichen Zusammenlebens unabdingbar. Millionen Menschen auf diesem Planeten tun nichts anderes, als solche zu ersinnen, in Form zu gießen, zu interpretieren, zu überwachen und entsprechende Verstöße dagegen zu ahnden. Das ist ein Mega-Millions-Markt. Und diese Gesetze sagen viel über den Zustand eines Landes (und seiner Bewohner) aus, in dem sie erlassen wurden und gelten. Nun wird ja gerade dem deutschen Michel nachgesagt, auf diesem Feld besonders regulierungswütig zu sein. Stimmt. Werner Koczwara, der Erfinder des Justiz-Kabaretts, lebt seit Jahren gut von dem, was kluge und weniger kluge Juristen- und Paragrafen-Köpfe an Unsinnigem absondern. Aber unsere amerikanischen Freunde sind da auch ziemlich kreativ. Die können viel mehr als Angies Handy abhören. Was es jenseits des Teichs an in Gesetzen gegossenen Kuriositäten gibt, ist unglaublich.
Es gibt inzwischen zahlreiche Internetportale, die diese legislativen Kabinettstückchen sammeln, bündeln und auflisten. www.sinnlose-gesetze.de ist eines von ihnen. Für die User ein schier unerschöpflicher Quell der Heiterkeit. Eine entsprechende Suchanfrage bei Google nach solchen Glanzlichtern unfreiwilligen juristisch-rechtsverbindlichen Humors ergibt auf Anhieb 26.800 Treffer. Ein Kommunalgesetz der Stadt Lexington in Kentucky besagt: „Für das Gesetz ist jede Person, die trinkt, solange als nüchtern anzusehen, wie sich diese Person ohne fremde Hilfe auf den eigenen Beinen halten kann“. Bingo! Bei vielen dieser Texte hat man jedoch das Gefühl, als seien deren Urheber bei der Abfassung schon weit über dieses Stadium hinaus gewesen. Prost!
Möglich, dass viele der gelisteten Bestimmungen und Verordnungen in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext einmal (irgendwie) Sinn gemacht haben. Aber seitdem hat sich die Erde weiter gedreht und man hat es vermutlich ganz einfach verpennt, diese ollen Zöpfe abzuschneiden. Deshalb stehen sie nach wie vor noch in den einschlägigen Büchern. Gut, es gibt durchaus Stimmiges auf dem Parcours der US-amerikanischen Paragrafenreiter. Aber auch das ist, isoliert betrachtet, zum Wiehern. Wobei man sich mitunter fragt, warum wir in „good old Europe“ noch nicht selbst drauf gekommen sind.

Mit der roten Fahne vorneweg

So ist die Verkehrssicherheit in Ami-Land ein ganz großes Thema. Wir reden jetzt nicht vom Safer-Sex. Das ist eine ganz andere, nicht minder große und faszinierende Baustelle. So erlaubt eine Verordnung der Stadt Memphis/Tennessee Frauen das Autofahren nur unter der Voraussetzung, dass ein Mann vor dem Wagen herläuft und eine rote Fahne schwenkt. Dies (natürlich!), um die übrigen Verkehrsteilnehmer vor dieser Gefahr zu warnen. Kein Witz! In New Orleans gibt es eine ähnliche, fast gleichlautende Bestimmung, nur mit dem Unterschied, dass es sich bei dem Fahne schwenkenden Kerl nicht um irgendeinen, sondern explizit um den angetrauten Gatten der Auto fahrenden Frau handeln muss.
In Sterling/Colorado müssen frei herum laufende Katzen ein Licht am Schwanz tragen. Männer sind von dieser Bestimmung ausdrücklich ausgenommen. In einem Staatsgesetz von Tennessee findet sich auch der Satz: „Wenn Sie schlafen, dürfen Sie nicht Autofahren“. In Alabama heißt es: „Es ist verboten, mit verbundenen Augen ein Fahrzeug zu benutzen“. In Nevada hingegen wird das Reiten von Kamelen auf Autobahnen nicht gern gesehen und strafrechtlich verfolgt. In bzw. über Maine ist es Passagieren untersagt, aus einem Flugzeug auszusteigen, so lange dieses fliegt. (Ohne Fallschirm kann das ja auch ziemlich ungesund sein). Warum man hingegen unter Wasser nicht pfeifen bzw. flüstern darf, wie es in Vermont bzw. West Virginia der Fall ist, erschließt sich einem auf Anhieb jetzt nicht (gleich).

Eislaufen im Juni und August verboten

Auch die Bestimmung der Stadt Moline/Illinois, der zufolge in den Monaten Juni und August das Eislaufen auf dem Stadtteich verboten ist, müsste mal hinterfragt werden. In Seattle im Staate Washington darf niemand das Eigentum eines anderen anzünden, ohne vorher eine Erlaubnis dafür eingeholt zu haben. Und eine kommunale Bestimmung der Stadt Fargo in North Dakota besagt (wörtlich) klipp und klar: „Wer beim Tanzen einen Hut trägt, kann eingesperrt werden. Dies gilt auch, wenn Sie bei einer Tanzveranstaltung einen Hut tragen“. Da muss man also auf der Hut sein!
Ganz doll am Herzen liegt den Amerikanern das Wohl des Mitgeschöpfs Tier. Da verstehen Barackse Ubumbas Landsleute keinen Spaß. So dürfen Elefanten in North Carolina nicht zum Pflügen von Baumwollfeldern eingesetzt werden, während die Stadt Harper Woods in Michigan das Färben von Falken ausdrücklich untersagt, zumindest dann, wenn damit der Zweck verfolgt wird, sie anschließend als Sittiche zu verkaufen. Die Texaner stellen das Besprühen fremder Kühe mit Graffiti unter Strafe und verbieten es zudem, aus dem zweiten Stock eines Hotels auf Büffel zu schießen. Das Melken fremder Kühe ist hier sowieso verpönt.
In Idaho scheint es eine weit verbreitete Unsitte zu sein, vom Rücken eines Kamels herab zu fischen. Deshalb ist es verboten. In Tennessee gilt es als illegal, Fische mit dem Lasso zu fangen, während Pferde in Marschalltown/Iowa keine Feuerhydranten fressen dürfen. Wer in Oklahoma gegenüber Hunden Grimassen schneidet, riskiert eine Geld- oder Gefängnisstrafe, während in Denver das Misshandeln von Ratten illegal ist. Wer diese unbeliebten Nager mit einem Baseballschläger attackiert, kann in Galesburg/Illinois mit 1000 Dollar Geldstrafe belegt werden. In Michigan hingegen winken für jeden Rattenkopf, den man im Rathaus abliefert, eine Belohnung von 10 Cents.

Kein Whisky für Hunde

Die Stadt Fayetteville in Arkansas stellt generell das Töten von lebenden Kreaturen unter Strafe. Das gilt nicht für das Töten bereits toter Kreaturen. In Arkansas dürfen Krokodile nicht in Badewannen gehalten werden, in Georgia keine Affen. In Kansas gilt dieses Verdikt für Esel. Derweil ist es in New Orleans obsolet, Alligatoren an Feuerhydranten anzubinden. Chicago untersagt den Ausschank von Whisky an Hunde, im Zoo von Mainville/New Jersey gilt es generell als ungesetzlich, Alkohol und Zigaretten an die Tiere zu verfüttern. In ganz New Jersey ist es auch verboten, Brieftauben aufzuhalten oder zu behindern. In öffentlichen Parks in Honolulu auf Hawaii dürfen Vögel generell nicht geärgert werden.
„Jemand der einen Vogel oder einen Hasen färbt, lackiert oder das Aussehen des Vogels in anderer Weise verändert, begeht eine Straftat“, heißt es im Staatsgesetz von Indiana. In Los Angeles wiederum sieht man das Abschlecken von Kröten nicht gerne. Deshalb ist es ein No-Go. Und als ernsthafte Straftat wertet man es in Alaska, einen lebendigen Elch aus einem bewegten Flugzeug zu stoßen. (Anders sieht es aus, wenn dieser stattliche Hirsch freiwillig hopst oder das Flugzeug noch nicht gestartet ist. Man spricht dann auch von einem „Elchtest“).
Mit ihren Regeln und Gesetzen, die die Interaktion zwischen den Geschlechtern bestimmen und das Zusammenleben von Männlein und Weiblein definieren, sind die Amerikaner weltweit erst Recht führend. Doch das ist wieder eine andere Geschichte. Kleiner Vorgeschmack: „Wenn ein Mann (älter als 18 Jahre) mit einer Jungfrau (jünger als 18 Jahre) Sex hat, ist das vor dem Gesetz eine Vergewaltigung. War die Frau keine Jungfrau mehr, ist es erlaubt, wenn sie älter als 16 Jahre war. Wenn beide jünger als 18 Jahre sind, gilt das Gesetz nicht“. So steht es in einem Staatsgesetz von Oklahoma. Noch Fragen? Fortsetzung folgt.
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3 Kommentare
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Christel Löhle aus Wedemark | 20.07.2015 | 10:25  
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Jürgen Heimann aus Eschenburg | 20.07.2015 | 17:45  
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Romi Romberg aus Berlin | 21.07.2015 | 00:26  
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