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Und plötzlich bin ich alt!

Erlangen: Rot-Kreuz-Zentrum | Vortrag vom 28.09.2011 im BRK-Seniorenbüro Erlangen

„My home ist my castle“, da fühle ich mich wohl, da will ich bleiben, da bringt mich keiner weg! Unser Zuhause ist uns sehr wichtig, da fühlen wir uns geborgen und sicher. „Und wenn ich dann alt bin?“ „Einen alten Baum verplanzt man nicht“, ist ein bekannter Wahlspruch. Solange alles gut geht, stimmt das auch. „Und wenn meine Alterspläne dann doch einen anderen Verlauf nehmen, wenn Umstände eintreten, an die ich früher lieber nicht denken wollte, was dann?“ Nicht alles ist planbar und realisierbar. Trotzdem gehen fast alle sehr blauäugig im Alter unnötige Risiken ein, die sich bezogen auf unser Zuhause zumindest in Teilen korrigieren ließen.

In einem sehr umfassenden Vortrag führte Herr Georg Hammer in seiner Eigenschaft als Bauingenieur die Zuhörer des Erlanger BRK-Seniornebüros durch alle häuslichen Bereiche und der dort lauernden Barrieren. Natürlich lieferte er zugleich passende Lösungen in unterschiedlichen Varianten. Manches ist leicht finanzierbar, das andere wiederum sehr kostspielig oder nur für Wohnungseigentümer möglich.

Das Beseitigen von kleinen Stolpersteinen aus der Wohnung kann aber jeder leisten. Was zunächst nur als Zierde gedacht ist oder einfach schon seit Jahren im Weg steht, sollte sofort entsorgt werden. Auch optimale Lichtverhältnisse oder ein gut erreichbarer Teelfonapparat – ohne Fangleine – kann und darf jeder in seiner Wohnung realisieren. Wer es investieren möchte, sorgt unter anderem in der Küche für optimale Arbeitsbedingungen, auch wenn man im Rollstuhl sitzt.

Neue Bilder notwendig!
Die Fülle der Details im Vortrag war wirklich beeindruckend. Um so erstaunlicher ist es, dass nur selten selbige realisiert werden. Architekten sind DIN-Normen zwar bekannt, aber weniger die Alltagsnöte von Senioren. Gleiches gilt für Handwerksbetriebe, Sanitär- und Möbelhäuser, die uns die Ausstattung unserer Wohnungen liefern und umsetzen. Wir brauchen aber neue Bilder von barrierefreien Wohnungen und Inventar. In Werbeprospekten wie auch in Fernsehfilmen muss eine veränderte Baukultur zur Selbstverständlichkeit werden, so dass umgekehrt das Fehlen von Barrierefreiheit selbst dem Laien sofort auffällt.

Eigentlich wäre dies ein riesiger Markt mit einem erheblichen Finanzpotential. Kommunen haben die Bedarfsentwicklung längst verschlafen. Auch wenn mittlerweile viele Altbauten bei Generalüberholungen im Sinne von barrierearm saniert werden, ohne die Investitionen privater Haus- und Wohnungseigentümer wird es nicht gehen. Wer hier Geld ausgibt, erhält auch eine nicht zu verachtende zukunftsorientierte Wertsteigerung seiner Immobilie. Seniorenwohnungen sind sehr gefragt und längst in Tageszeitungen als eigene Rubrik aufgeführt.

Noch ist Herr Georg Hammer ein rarer Fachberater, der große Erfahrung zusammen getragen hat. Dieses Wissen muss aber sein Ziel finden. Darum war Herr Hammer bereits maßgeblich bei der Qualifizierung ehrenamtlicher Wohnungsberater für den Landkreis Erlangen-Höchstadt beteiligt. Aber auch der Vortrag im Erlanger Rot-Kreuz-Zentrum war ein weiterer Baustein.
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