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Das wären gute Nachrichten für dieses Jahr

Meine Leserinnen und Leser wissen sicherlich, dass ich mich überwiegend mit guten Nachrichten beschäftige. Wir haben zwar noch lange nicht Weihnachten, auch ist mein Geburtstag noch zweieinhalb Monate hin, aber trotzdem erstelle ich hier mal eine Wunschliste – eine Wunschliste der guten Nachrichten aus Politik und Wirtschaft, die ich mir für 2012 wünsche.

Frieden auf der Welt steht dabei an erster Stelle, aber hier bin ich entgegen meiner sonstigen Art skeptisch. Denn es wird wohl leider immer irgendwelche Wirrköpfe geben, die meinen, anderen Leuten oder dem eigenen Volk mit Gewalt begegnen zu müssen.

Kommen wir mal zur Politik, in der Hauptsache zur deutschen. Hier wünsche ich mir endlich Politiker, die ihr Volk ernst nehmen, Rückgrat haben und uns die Wahrheit nicht nur scheibchenweise einschenken. Wir sind mündige Bürger und wollen als solche behandelt werden. Dazu gehört es unter anderem auch, dem Volk mitzuteilen, was Sache ist und nicht vor lauter Angst, es könne bei anstehenden Wahlen ihr Kreuzchen der falschen Partei zuordnen, immer nur in kleinen Dosen die Wahrheit zu sagen und ansonsten immer darauf zu hoffen, das schon alles geschluckt wird.

Dann wünsche ich mir mehr Politiker wie Wolfgang Bosbach von der CDU. Dieser Mann lässt sich nicht verbiegen, bleibt seinen Überzeugungen treu und richtet sich nicht danach, was die Parteispitze gerne hätte.

Außerdem wünsche ich mir weniger Drückeberger in der Politik, Menschen, die auch auf ihren Posten bleiben, wenn ihnen einmal der Wind ins Gesicht fegt. Da sollten sich etliche Politiker, die sich schnell aus dem Staub gemacht haben, sobald die Wogen etwas höher schlugen, ein Beispiel an Wolfgang Schäuble oder dem Verteidigungsminister nehmen. Die bleiben, auch wenn es hart auf hart geht und sind keine Selbstdarsteller, die weg sind, sobald ein besseres Angebot kommt oder nicht alles so läuft, wie sich das vorstellen.

Ich wünsche mir Parteien, die die Sorgen und Nöte der Menschen ernst nehmen, in denen nicht nur geredet wird, sondern deren Vertreter sich erkennbar für das einsetzen, wofür sie da sind: für ihre potentiellen Wähler. Und die das umsetzen, was sie vor Wahlen versprechen.

Ich wünsche mir eine Politik, die endlich dafür sorgt, dass die Beschäftigten bei einem Vollzeitjob auch von ihren Einkünften leben können, ohne auf staatliche Zuwendungen angewiesen zu sein und deswegen im Alter in die Altersarmut zu geraten.

Besonders von den Ländern Südeuropas wünsche und erhoffe ich mir, dass sie sich endlich mal selbst aus dem Sumpf ziehen, ernsthafte und dauerhafte Sparbemühungen durchführen, die Notwendigkeit dafür ihrem Volk auch vernünftig erklären und dass die teils unterschwelligen, teils auch offeneren Anschuldigungen aus diesen Ländern, Deutsche wären Nazis, weil sie nicht bereit sind, für die Schulden anderer Länder aufzukommen, aufhören.

Auch von unserem Bundespräsidenten wünsche ich mir etwas, nämlich mehr Offenheit und mehr Mut zur Wahrheit, was persönliche Entgleisungen oder Ungereimtheiten betrifft. Auch ein Bundespräsident hat ein Privatleben, das ist gut so und soll auch so sein. Aber von einem Bundespräsidenten erwarte und wünsche ich, dass er seine privaten Urlaubsreisen und Vergnügungen selbst und ohne Vergünstigungen bezahlt. Und zwar aus Überzeugung und nicht, weil die Medien sein Verhalten beobachten.

Von der Wirtschaft wünsche ich mir, dass nicht direkt Leute entlassen werden, sobald die Ergebnisse nicht mindestens um soundso viel Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Viele Unternehmer vergessen viel zu oft, dass sie ohne ihre Mitarbeiter ein Nichts sind. Denn erfolgreiche Unternehmen sind auf motivierte Mitarbeiter angewiesen. Die bekommt man aber nicht, indem man schlechte Löhne zahlt oder sie in die Wüste schickt, sobald sich eine Gelegenheit dazu bietet.

Aber auch von oder besser für meine(n) Mitmenschen wünsche ich mir was. Nämlich, dass sie wieder in der Lage sind, nicht nur immer und überall wie hypnotisiert ihr Handy auf SMS-Nachrichten oder E-Mails zu checken. Es ist doch viel schöner, zum Beispiel bei Wartezeiten an Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel oder in diesen mal in einem Buch zu schmökern, Zeitung zu lesen, sich mit den Nachbarn zu unterhalten oder schlicht und ergreifend einen Vogel zu beobachten.

Es wäre auch schön und eine gute Nachricht, wenn Ärzte und Pflegekräfte ihre Patienten nicht wie lästige Schmeißfliegen, sondern trotz allen Zeitdrucks wieder wie Menschen behandeln würden, sich Zeit nähmen und nicht mit Phrasen abspeisen würden.

Selbst vom Papst wünsche ich mir etwas, nämlich dass er sich von seinen oft wie ein Oberlehrer vorgetragenen Theorien befreit, endlich mal näher bei der Realität ist und sich den Nöten der Menschen wirklich widmet.

Wenn dies alles wahr werden würde, wäre das Jahr 2012 voll von guten Nachrichten.
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