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Kunsthistorische Exkursion nach Erfurt mit der VHS Marburg-Biedenkopf

Herr von Hahn bei Erläuterungen
 
Dom und Severikirche
Erfurt: Domplatz | Der Marburger Kunsthistoriker Friedrich von Hahn, bietet schon seit vielen Jahren Fachwerk- und Kirchenbegehungen im Landkreis Marburg-Biedenkopf im Programm der VHS an. Hin und wieder veranstaltet die VHS auch Tagesexkursionen zu interessanten Zielen wie Fulda, Haina oder Schmalkalden an. Am 18.September war das Ziel die thüringische Stadt Erfurt.
Erfurt blickt auf eine sehr lange Tradition zurück, die Stadt wurde bereits im Jahr 742 durch Bonifatius gegründet. Als sakrales Zentrum, sowie Handelsstadt (Waid Handel) bietet Erfurt eine große kunsthistorische Vielfalt. Im 2. Weltkrieg wurde zum Glück nur etwa 20 Prozent der Stadt zerstört.
Die Begehung begann auf der Zitadelle. Dort auf dem Petersberg befand sich einst der gewaltigste mittelalterliche Kirchenbau von Thüringen. Die Klosterkirche St.Peter und Paul wurde schon früh zerstört und in den erhaltenen Resten, die dringend einer Sanierung bedürften, befindet sich heute eine moderne Kunstausstellung.
Vorbei an der Severikirche, war das nächste Ziel der Dom "St.Martin". Der spätgotische Dom birgt unter anderem zwei bedeutende romanische Ausstattungsstücke von ca. 1160. Eine thronende Muttergottes mit Kind aus einem Stuckretabel in Tympanoform sowie den Wolfram-Leuchter, eine große Bronze-Freiplastik, die wohl einzige erhaltene Großplastik aus dieser Zeit.
Inzwischen war es Mittag geworden, zeit einzukehren in eins der ältesten Gasthäuser Europas. Im Haus "Zur hohen Lilie" am Domplatz logierten schon Luther als Junker Jörg, Kurfürsten und Könige, Helmut Kohl und nun die VHS-Gruppe aus Marburg.
Gestärkt wurden nun die Fachwerkhäuser in typischer thüringischer Ausführung am Domplatz angeschaut und erklärt. Der Weg führte weiter durch die Marktstraße und immer wieder in die Seitengässchen in denen sich viele bedeutende Fachwerkbauten befinden. In der Große Arche z. B. das Haus zum Sonnenborn, mit Renaissance-Portal oder das Haus zur Lauenburg.
In der Waagegasse befanden sich viele Speicher in Fachwerk mit Vorformen des Wilden Mannes aus dem 16.Jahrhundert.
Ein besonderes Fachwerkhaus steht in der Michaelisstraße, das Haus zum Güldenen Krönbacken mit Renaissance-Portal. Der Kern ist aus dem Jahr 1321, das Tor zur Straße wurde im 16. Jahrhundert in niedersächsischer Fachwerkform überbaut. Gleich daneben befindet sich die Michaeliskirche mit reich verzierter Barockorgel und Kirchhof mit alten Grabplatten.
Die Krämerbrücke mit ihren ehemals 62 kleine Holzhäuser, heute sind es 32 Fachwerkhäuser, ist ein Wahrzeichen Erfurts. Im Haus der Stiftung kann man auch einmal in den Keller steigen und einen Blick in die Gera werfen. Zum Abschluss wurden auf dem Fischmarkt noch das neugotische Rathaus und die reich verzierten Patrizierhäuser besichtigt.
Erschöpft aber mit neuem Wissen ging es zurück nach Marburg. Nicht alles konnte besichtigt werden, aber es ist klar: Erfurt mit seinem einmaligen Ensemble ist immer eine Reise wert.

Die VHS bietet in den nächsten Wochen weitere Kirchenführungen mit Herrn von Hahn im Landkreis an, Informationen unter:
http://www.vhs.marburg-biedenkopf.de/
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