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Bei Hitze und Kälte: Im Stau richtig verhalten

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, sollte sich sowohl im Sommer als auch im Winter richtig vorbereiten. Nicht nur Kälte, sondern auch Hitze kann für den Körper in einem langen Stau gefährlich werden. Besonders wenn man mit Kindern unterwegs ist, sollte man daher sehr achtsam sein.

Im Sommer viel trinken

Nicht nur bei der Fahrt von Norddeutschland in den Urlaub an die Adria kann es passieren, dass man in einen Stau gerät und dort bei hohen Temperaturen ausharren muss. Auch wer nur für einen Einkaufsbummel in die nächst größere Stadt über die Autobahn fährt, geht dieses Risiko ein. Eine Klimaanlage nützt im Stau in den meisten Fällen wenig. Da sie die Batterie zu sehr beansprucht, sollte man sie ausschalten, sobald absehbar ist, dass sich der Stau nicht innerhalb der nächsten Minuten auflöst.

Damit es im Auto nicht allzu heiß wird, sollte man möglichst alle Fenster öffnen, damit die Luft ausgetauscht wird. Ein schwarzes Armaturenbrett deckt man mit einem hellen Handtuch ab, damit sich auf der dunklen Oberfläche nicht allzu viel Hitze entwickeln kann. Äußerst wichtig ist es, dass man für solch eine Fahrt ausreichend Getränke im Auto hat. Mehrere Flaschen Mineralwasser sollten vorhanden sein. Da man bei sommerlichen Temperaturen vermehrt schwitzt, kann es sonst passieren, dass man innerlich austrocknet.

Gefährliche Austrocknung droht

Besonders wenn sich Kinder auf der Rücksitzbank befinden, sollte man darauf achten, dass sie ausreichend trinken. Fragt das Kind nach Wasser, sollte es immer etwas bekommen, auch wenn dies bedeutet, dass man vermehrte Pinkelpausen einlegen muss. Gelangt das Kind in eine Dehydratation (Austrocknung), ist es für die Eltern unter Umständen schwer zu bemerken, da sie eventuell denken, dass das Kind lediglich wegen Müdigkeit eingeschlafen ist oder sehr schweigsam wird. Möglich ist auch, dass Schwindel, Konzentrationsmangel oder Schwäche dazu führen, dass der Nachwuchs die Augen schließt. Übelkeit, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche oder Angst sind weitere Symptome, die man ernst nehmen muss.

Bemerkt man solche Beschwerden, sollte man den Rettungsdienst alarmieren und den Betroffenen in den Schatten abseits der Fahrbahn legen. Solange sein Bewusstsein nicht klar ist, sollte man ihm nicht eigenmächtig Flüssigkeit einflößen, da jetzt die Gefahr besteht, dass der Betroffene sich verschluckt und Wasser in die Lunge läuft.

Hitzeschlag als medizinischer Notfall

Neben der Austrocknung ist der Hitzeschlag ein weiterer Notfall, der im Auto auftreten kann. Er entsteht dann, wenn die Außentemperaturen so hoch werden, dass der Körper nicht gegenregulieren kann. Wird es zu heiß im Auto, steigt man daher aus und hält sich in der unmittelbaren Umgebung auf, damit man schnell erreichbar ist, wenn sich der Stau auflöst.

Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, eine schnelle Atmung sowie erhitzte und rote Haut deuten darauf hin, dass ein Hitzeschlag vorliegt. Handelt man jetzt nicht, können Bewusstlosigkeit und Krämpfe folgen. Auch hier ist es wichtig, dass man den Betroffenen in den Schatten legt. Wenn möglich, macht man mit kühlem Wasser Umschläge und versucht so, die Körpertemperatur zu senken. Der Rettungsdienst übernimmt die weitere Behandlung.

Unterkühlung im Auto vermeiden

Im Winter gibt es andere Gefahren, wenn man in einen Stau fährt. Aufgrund der meist niedrigen Außentemperaturen kann es dazu kommen, dass der Körper unterkühlt. Ist der Tank relativ voll, kann man die Heizung auf mittlerer Einstellung laufen lassen. Kritisch kann es allerdings werden, wenn man nicht ausreichend Sprit an Bord hat und der Motor ausgeschaltet werden muss. Die Temperatur im Auto sinkt dann innerhalb von Minuten, wobei auch hier Kinder besonders gefährdet sind, Schäden zu erleiden.

Man sollte daher immer mehrere Decken, Handschuhe und Mützen im Auto vorhanden haben, die man für solche Fälle herausholen kann. Nach dem sogenannten Zwiebelschalenprinzip zieht man sich vor Reiseantritt an, da die Luft so gut zwischen den einzelnen Schichten zirkulieren und den Körper besser warmhalten kann. Geeignet ist hierfür Outdoorbekleidung und Funktionsunterwäsche, da diese ideal sind, um den Körper vor Kälte zu schützen. Zusätzlich trinkt man warmen und süßen Tee aus der Thermoskanne, sodass man auch innerlich warm bleibt.

Ab einer Körpertemperatur unter 35 Grad spricht man von einer Unterkühlung. Sitzt man bereits längere Stunden im kalten Auto und fällt ein Mitfahrer durch starkes Zittern, Erschöpfung und langsame Bewegungen auf, kann es sein, dass er bereits unterkühlt ist. Bis Hilfe kommt, sollte man sich aneinanderkuscheln, um so die Körperwärme zu übertragen. Auf keinen Fall sollte man versuchen, durch schnelles massieren oder reiben den Körper zu erwärmen! Würde die Körpertemperatur unter 28 Grad fallen, folgt eine Bewusstlosigkeit. Sind auch weiterhin keine Rettungsmaßnahmen möglich, droht sogar der Tod.
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