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Die Dorferneuerung nimmt Gestalt an. In Ellgau entsteht zurzeit ein Haus für alle Generationen

Unser Bild zeigt das geplante Ellgauer Mehrzweckhaus. Am Montag, 30. August 2010, begannen die Arbeiten am Dachstuhl.
 
Der "Rohbau" des Ellgauer Mehrzweckhauses für alle Generationen
Das schlechte Wetter darf den Handwerkern nichts ausmachen. Pünktlich mit dem 30. August 2010 begannen durch die Ellgauer Zimmerei Josef Ehleiter die Arbeiten am Dachstuhl des neuen Mehrzweckhauses. Bauleiter Martin Oefele meint: "Alle Arbeiten liegen im zeitlichen Limit". Dem engagierten Bauingenieur im Ruhestand obliegt die Bauleitung, seine Tochter Susanne Oefele zeichnet für alle Architekturarbeiten verantwortlich. Am Telefon erzählt er stolz weiter, dass heute auch die Fenster vermessen wurden, die dann in der letzten Oktoberwoche eingesetzt werden sollen. Auch Bürgermeister Manfred Schafnitzel ist sichtbar stolz auf den entstehenden Neubau im Dorfzentrum und kündet im Gespräch gleich drei bevorstehende wichtige Termine an: Am Freitag, 10. September 2010 wird um 15:00 Uhr Hebauf gefeiert. Hierzu sind nicht nur alle Kinder sondern auch die Erwachsenen herzlich eingeladen. Der Arbeitskreis Ortsgestaltung-Ortsentwicklung-Verkehr unter Sprecherin Christine Gumpp trifft sich zu einer wichtigen Sitzung am Montag, 20. September 2010 mit Landschaftsplaner Walter Herb aus Thierhaupten und der Bürgermeister selbst lädt ein zu einer kleinen Bürgerversammlung in das Gasthaus "Zum Floß" am Mittwoch, 29. September 2010 um 19:30 Uhr.

Schwerpunkte der Information werden das Mehrzweckhaus und die Vorstellung der neuen Gestaltungsfibel von Walter Herb sein.
Vor einigen Wochen erkundigten sich auch MdL Georg Winter und Johann Huber, der Präsident des Amtes für Ländliche Entwicklung Schwaben. Sie statteten Ellgau einen Besuch ab, um sich über den Fortgang des Großprojektes "Dorferneuerung" zu informieren. Die Vorbereitungen zur Dorferneuerung Ellgaus laufen bereits seit dem Jahre 2003. Hier stellte die politische Gemeinde Ellgau den Antrag zur Aufnahme in das Bayerische Dorferneuerungsprogramm. Damals im Oktober 2004 kamen etwa 400 interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Auftaktveranstaltung, im November 2009 wurde die offizielle Anordnung der Dorferneuerung erlassen. Für den öffentlichen Bereich können Zuschüsse in Höhe von 970.000 Euro in Anspruch genommen werden. Auch Privatleute können zusätzlich Fördergelder für dorfgerechte Baumaßnahmen beantragen. In 2010 werden bayernweit insgesamt 105 Millionen Euro über sieben Ämter für ländliche Entwicklung in Projekte der Dorferneuerung und Flurneuordnung investiert.

Der Bau des Ellgauer Mehrzweckhauses begann im Juni diesen Jahres. In ihm werden der Kindergarten und die Kinderkrippe, Senioren- und Jugendräume und das Rathaus untergebracht werden. Der Ellgauer Rathauschef: "Mit der Zusage einer zusätzlichen Förderung von über 100 000 Euro im Rahmen des Konjunkturpaketes II konnten und mussten wir sofort starten". Der Neubau verfügt über eine Nutzfläche von 850 Quadratmetern und wird insgesamt 1,5 Millionen Euro kosten. Das "alte" Rathaus und der Kindergarten (früher die Ellgauer Schule) werden dem Neubau weichen müssen. Das Mehrzweckhaus soll ein Haus für alle Generationen werden. Dies bereitete eine Menge im Vorfeld an Überlegungen und Planungen, stets fachmännisch unterstützt und betreut von Martin und Susanne Oefele. Für die Jugend befinden sich die entsprechenden Räumlichkeiten im Untergeschoss, die Aufenthaltsmöglichkeiten der Senioren werden mit einem Aufzug im Obergeschoss gut erreichbar werden. Sechs Arbeitskreise mit rund 80 Mitgliedern erarbeiteten die Schlüsselmaßnahmen. Dazu zählen beispielsweise die Neugestaltung der Straßenräume sowie die Platzsituation im Dorfzentrum. Auch die Gestaltung des Mühlbaches soll ökologisch sinnvoll sein. Der Wasserlauf soll als Grün- und Freizeitbereich erschlossen werden. Manfred Schafnitzel: "Der ländliche Charakter unseres Dorfes soll auf alle Fälle erhalten bleiben. Wohnbebauung, Gewerbe und Landwirtschaft sollen zu ihrem Recht kommen". Unter der Leitung von Manfred Pfeiffer vom Amt für Ländliche Entwicklung in Krumbach agiert eine aus den Bürgern gewählte Teilnehmergemeinschaft und "gestaltet jetzt die Zukunft des Dorfes für eine Generation". Eine Chronik - geschrieben von Ellgauer Bürgerinnen und Bürgern - dokumentiert die Geschichte und Entwicklung des Dorfes.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Regionalmagazin meitinger | Erschienen am 24.09.2010
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