Anzeige

Bürgermeister Manfred Schafnitzel lud zur Bürgerversammlung

Oberingenieur i. R. und Ehrenbürger Ellgaus Martin Oefele erläuterte die Umgestaltungspläne des Ellgauer Feuerwehrhauses.
 
Blick auf das Ellgauer Rathaus und den Kindergarten "Pusteblume".
 
Das Ensemble Rathaus - Kindergarten - wunderbar in die Dorfmitte der Lechgemeinde integriert.
Von Rosmarie Gumpp
Ellgau: Ende Januar hat in der Lechgemeinde Ellgau die alljährliche Bürgerversammlung ihre Tradition. Im Gasthaus „Zum Floß“ begrüßte Bürgermeister Manfred Schafnitzel interessierte Ellgauer Bürgerinnen und Bürger, die sich über Aktuelles aus der Gemeindepolitik informieren lassen wollten. Zum 31. Dezember 2016 lebten 1092 Einwohner in Ellgau, 23 Zuzüge gab es in 2016, 23 Personen verlegten ihren Wohnsitz, zehn Paare gaben sich das Jawort, 14 junge Erdenbürger erblickten das Licht der Welt und fünf Todesfälle gab es zu beklagen. Auf einer Einwohnerstatistik verdeutlichte der Rathauschef die kontinuierliche Entwicklung „seiner“ Gemeinde von 1980 (727 Einwohner) bis zum Jahre 2016 (1092 Bewohner). In seinem Finanzbericht erläuterte Schafnitzel sowohl den Verwaltungs- als auch den Vermögenshaushalt. Einige Zahlenbeispiele zu Einnahmen aus dem Verwaltungshaushalt Ellgaus: Gewerbesteuer 238070 Euro, Schlüsselzuweisung 142728 Euro, Umsatzsteueranteil 16490 Euro, Pachten 15196 Euro, Einkommenssteuerbeteiligung 606946 Euro, Einkommenssteuerersatz 48899 Euro, Grundsteuer A (landwirtschaftliche Gebäude, Fluren) 26491 Euro, Grundsteuer B (alle anderen Gebäude, Grundstücke) 72679 Euro, Pachteinnahmen für das Schulhaus 86629 Euro, Einnahmen aus der Gastwirtschaft inklusive der Wohnung 20555 Euro und Mieteinnahmen Mehrzweckhalle 2398 Euro. Beispiele für Ausgaben aus dem Verwaltungshaushalt: Die politische Gemeinde Ellgau bezahlt an den Schulverband Nordendorf pro Schüler 1600 Euro (70400 Euro), an die Mittelschule Meitingen fließen pro Schulkind 1401 Euro (49048 Euro), die VG-Umlage pro Einwohner beläuft sich auf 85 Euro (90185 Euro), Kreisumlage 466130 Euro, Gewerbesteuerumlage 51256 Euro, Gesamtausgaben für den Kindergarten „Pusteblume“ 385514 Euro, Defizit im Kindergarten 127780 Euro (pro Kind 2165 Euro), Aufwandsentschädigung für den 1. Bürgermeister 39778 Euro, Brandschutz 16981 Euro, Kanal (Unterhalt einschließlich Machbarkeitsstudie), Kanal (Betriebsführung Kläranlage) 30021 Euro, straßenunterhalt mit Winterdienst 13556 Euro,Straßenbeleuchtung 13350 Euro sowie Ausgaben für Grünflächen 13359 Euro. Somit sind die Einkommenssteuerbeteiligung, die Schlüsselzuweisung, die Gewerbesteuer und die Grundsteuer A und B Ellgaus wichtigste Einnahmequellen. Das Gemeindeoberhaupt informierte in seinem Finanzbericht auch über Einnahmen und Ausgaben aus dem Vermögenshaushalt der politischen Gemeinde Ellgau. So freute sich die Gemeinde über 126500 Euro Investitionszuweisung vom Land, über eine Zuwendung von 4763 Euro bei der Beschaffung von Digitalfunk, über einen Ausbaubeitrag von 16148 Euo bei der Beleuchtung des Dorfplatzes, über 126649 Euro aus dem Verkauf von Bauplätzen und über 136864 Euro bei der Erschließung des Gewerbegebietes. Und so sahen die Ausgaben aus dem Vermögenshaushalt aus: Straßenbeleuchtung Hauptstraße 30758 Euro, Einrichtung eines Gruppenraumes für die Kinderkrippe 24077 Euro, Schlusszahlungen für den Neubau des Mehrzweckhauses 19252 Euro, Ausbau der Ortsverbindungsstraße von Ellgau nach Nordendorf 442202 Euro, Leerrohrverlegung für die Breitbanderschließung 42708 Euro, Erschließung Baugebiet „Vogtgarten II“ 88055 Euro, Erweiterung Gewerbegebiet Erschließung 21222 Euro, Erweiterung Gewerbegebiet Grunderwerb 996591 Euro, Darlehenstilung 43532 Euro und Kaufpreiszahlung für das Lagerhaus in der Auenstraße 79652 Euro. Manfred Schafnitzel erläuterte auch die Kostenentwicklung des Kanals. Im Jahre 2016 fielen für die Gemeinde 83647 Euro Kanalbenutzungsgebühren an, für den Kanal wurden 85491 Euro Aufwendungen erbracht. Innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Nordendorf liegt die politische Gemeinde Ellgau seit Jahren hinter Westendorf (927,18) auf Platz 2 (786,26) bei den Steuerkraftzahlen. Die Pro-Kopf-Verschuldung in der Gemeinde liegt ei 878,58 Euro. Die Grundsteuer A und B verweist auf einen Hebesatz von 350, die Gewerbesteuer hat einen Hebesatz von 300. Im Tagesordnungspunkt drei ging es um den Bericht des Bürgermeisters. Der Gemeinderat traf sich im Jahre 2016 zu 15 Gemeinderatssitzungen, behandelte 123 Tagesordnungspunkte, 80 Punkte waren nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Nach der Stilllegung des Bankgebäudes kaufte die Gemeinde das Haus für 110000 Euro, das Obergeschoß wird weiterhin vermietet bleiben, im Erdgeschoß ist an eine eventuelle Kindergartenerweiterung gedacht. Für das Gewerbegebiet „Süd-West“ konnte der Grunderwerb im Sommer 2016 abgeschlossen werden, Baubeginn wird voraussichtlich Mai 2017 sein. Bürgermeister Manfred Schafnitzel ging auch auf Anträge aus der Bürgerversammlung des letzten Jahres ein. So entschied sich der Gemeinderat für eine Beleuchtung des Schulweges (ca. 3500 Euro Kosten), der Fußweg zum Speckfeldring wird nicht beleuchtet. Für den Winterdienst gilt grundsätzlich, dass die Hauptstraßen und die Schulstraße gestreut werden, Nebenstraßen werden geräumt. Bei Blitzeis und Eisregen wird gestreut. Für die Asylunterkunft im Gewerbegebiet steht nach Auskunft des Landratsamtes Augsburg kein konkreter Termin für eine Belegung fest. 60 Buben und Mädchen besuchen den gemeindeeigenen Kindergarten „Pusteblume“ in Ellgau. Aus Bedarfsgründen wurde eine zweite Krippengruppe im Keller eingerichtet. Auch das Thema Rattenbekämpfung stand auf der Tagesordnung der Bürgerversammlung. Der Rathauschef appellierte an die Landwirte und Kleintierhalter, sorgsam mit einem Befall bei Ratten umzugehen. Hermine Zwerger, die Leiterin des Arbeitskreises Chronik war hauptverantwortlich, dass das Gemeindearchiv nach dem Einheitsaktenplan sortiert und in neue säurefreie Kartone verpackt wurde. Über den Inhalt gibt es ein sogenanntes Findbuch in gedruckter und digitaler Form. Im Jahre 2016 entschied sich der Gemeinderat für die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden“. Dabei schnitt die Gemeinde sehr gut ab, die Bewertungskommission empfahl eine Teilnahme am Bezirksentscheid im Jahre 2017. In Ellgaus Dorfmitte gilt die Verkehrsregelung rechts vor links. Bei einer Verkehrsschau kam der Vorschlag, einen Minikreisverkehr zu bauen, gesamter Durchmesseer 14 Meter, Fahrbahnbreite 4,5 Meter und Innendurchmesser 5 Meter. Nach einer Vereinbarung mit BEW/LEW entschied sich die Gemeinde für einer Neubau der Bachbrücke beim Feuerwehrhaus. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 160 000 Euro, der Bau wird im Jahre 2017 sein. Ebenso unterstützen die Lechwerke mit einer Förderung von bis zu 2000 Euro die Umrüstung auf LED-Leuchten. Das Ellgauer Feuerwehrhaus ist zwischenzeitlich in die „Jahre“ gekommen und soll saniert werden. Oberingenieur i.R. Martin Oefele, der auch Ellgauer Ehrenbürger ist, erläuterte bei der Bürgerversammlung seine baulichen Vorschläge. Mit dem Tagesordnungspunkt Wünsche und Anträge endete die Bürgerversammlung.
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:

Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.meitinger | Erschienen am 04.03.2017
2 Kommentare
28.897
Eugen Hermes aus Bochum | 01.02.2017 | 13:02  
54.419
Werner Szramka aus Lehrte | 01.02.2017 | 13:49  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.