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Bürgerinitiativen Donau-Lech:Politischer Abend mit Martin Stümpfig (Die Grünen)

Das ist das Ergebnis des Treffens der Bürgerinitiativen aus dem Kreis DonauLech mit Martin
Stümpfig, Sprecher für Energie und Klimaschutz, MdL, Bündnis 90– Die Grünen.
Seit vielen Jahren besuchen wir immer wieder die Infoveranstaltungen zur Energiewende und Klimawandel der Grünen, zu denen meistens Martin Stümpfig einlädt. Am 16.05.2017 war Herr Stümpfig bei den Bürgerinitiativen, um sich mit deren Vertretern auszutauschen.

Martin Stümpfig sieht– genau wie wir– die in Paris beschossenen Klimaziele, aufgrund der momentanen Klimapolitik in Deutschland,als vermutlich nicht erreichbar. Ebenso ist er eindeutig für den Ausstieg aus der fossilen Energie– insbesondere der Kohleenergie.
Er befürwortet uneingeschränkt die erneuerbaren Energien, sieht jedoch für Bayern Probleme aufgrund der 10-h-Regelung und dem rückläufigen Zubau von PV
-Anlagen (Wasserkraft ist ausgereizt). Er teilte unsere Meinung in Sachen Energiesparen und Ausbau der Speichertechnologie. Allerdings kam man dabei zu dem Ergebnis, daß dies nur mit einem geänderten Marktmodell wirtschaftlich darstellbar ist.
Anhand verschiedener Grafiken zeigte er uns seine Sichtweise für den Bau der HGÜ-Trassen. Besonders ging er auf das Szenario der Bayerischen Staatsregierung zur Bruttostrommenge im Jahr 2021 ein . Hier ist eine Stromlücke von 33,5% zu erkennen, die seiner Meinung nach nur mit dem„Windstrom“ aus dem Norden, der über die HGÜ -Leitungen nach Bayern kommen soll, zu schließen ist.
Diese Aussage wurde heiß diskutiert. Die Zahlen aus dem NEP 2025 zeigten klar, daß die Windstromerzeugung aus WindOffshore und WindOnshore im Norden, nicht einmal zur Hälfte den Strombedarf in den nördlichen Bundesländern deckt. Trotz dieser offiziellen Zahlen, änderte das an der Meinung von Herrn Stümpfig nichts, was bei einigen Bürgerinitiativenvertretern zu großem Unverständnis führte.
Herr Stümpfig versprach jedoch, sich nochmals mit dem NEP 2025 bzw. 2030 intensiv zu beschäftigen. Ähnlich reagierte er auf unseren Hinweis, dass selbst im NEP 2030 kein Szenario ohne Kohlestrom aufgenommen wurde. Die Leitung ist keine Lösung für das„Defizit“ in Bayern, denn zu „Spitzenzeiten“ Strom zu verschieben, reicht nicht-vielmehr muss eine „gesicherte Leistung“ zur Verfügung gestellt werden.
Diese kann nur über Langzeitspeicher– wie Power-to -Gas – im Norden erfolgen und dann über das vorhandene, gut ausgebaute Gasnetz nach Bayern gebracht werden. Das Thema PCI haben wir in aller Deutlichkeit angesprochen. Es handelt sich laut NEP und den Homepages der Netzbetreiber um eine Infrastruktur für E
uropa. Viele europäische Länder setzen jedoch auf Kohle- und Atomstrom– was im Widerspruch zu unseren Zielen und denen der Grünen steht.
Auch der große Flächenverbrauch, der ca. 1700 km langen HGÜ-Leitungen Südlink und Südost, die unabschätzbaren Folgen auf unsere Umwelt , das Grundwasser und die Bodenstruktur einer Erdverkabelung kamen deutlich zur Sprache.
Wir forderten ein bayerisches Energiekonzept mit Kraftwärmekopplung (KWK), mehr PV-Ausbau, Wegfall der Ausschreibungen, eine Änderung der EEG
-Umlage, mehr Bürgerenergieprojekte, Vorbildfunktion bei kommunalen Gebäuden, sowie Speicher.

Wir kennen die „Grünen“ als Vorreiter in Sachen Energiewende und Klimaschutz. Dieses frühere Image sehen wir immer mehr verschwinden.
Um eine lebenswerte Umwelt zu erhalten, brauchen wir hier wieder mehr Engagement– aus der Opposition– um die Regierung zur fordern!!
Viele Bürger suchen nach einer wählbaren Partei, die energiepolitische Ziele ols oberste Priorität in ihrem Wahlprogramm verankert hat.
Dieses Versprechen ist eine Vertrauenssache und dieses Vertrauen müssen sich die Grünen durch aktives Handeln erst wieder zurückgewinnen.
Wir hoffen sehr, daß dies nicht zu lange dauern wird, denn unser Klima wird darauf sicher keine Rücksicht nehmen!
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2 Kommentare
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 16.06.2017 | 21:15  
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 24.07.2017 | 08:04  
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