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"Ich habe euch ins Herz geschlossen": Würdevolle Verabschiedung von Dekan Karl Kraus in Westendorf

Viele Mitbrüder feierten den Dankgottesdienst mit Dekan Karl Kraus in der St.-Georgskirche in Westendorf
 
Sichtlich gerührt in seiner "letzten" Westendorfer Predigt zeigte sich Monsignore Dekan Karl Kraus
Der nachmittägliche Dankgottesdienst in St. Georg, Westendorf war sehr gut besucht. Die Pfarrgemeinde St. Georg mit den Filialen "Heilig Kreuz", Kühlenthal, "St. Michael", Ostendorf und "Sieben Schmerzen Mariä", Waltershofen sagten Monsignore Karl Kraus von ganzem Herzen ein herzliches "Vergelt´s Gott" für 31 Jahre priesterlichen Wirkens in der Pfarrei. Die Festlichkeiten begannen mit einem feierlichen Gottesdienst, den der Kirchenchor unter Engelbert Reißler mit der "Missa brevis in F-Dur" von Joseph Haydn musikalisch umrahmte. Viele Mitbrüder feierten mit dem Dekan den "Abschiedsgottesdienst" und erwiesen ihm dadurch eine große Ehre. In seiner Ansprache blickte der Geistliche auf schöne Jahre zurück. Er erwähnte die Feste im Kirchenjahr, beispielsweise die Patrozinien, die Erstkommunionfeiern oder die Firmungen. "Wer mit Jesus gehen will, muss die Bedingungen wissen. Jesus ruft jeden auf seinen ihm eigenen Weg" - so der überaus beliebte Geistliche in seiner Ansprache und weiter meinte er, dass er ein Diener "unseres Glaubens sein wollte". Dass ihm der Abschied alles andere als einfach falle, bewies, dass Dekan Karl Kraus mit den Tränen zu kämpfen hatte. Er versprach allen: "Ich habe euch ins Herz geschlossen". Lang anhaltender Beifall nach der Predigt war ein erster Dank der Gläubigen an diesem Nachmittag.

Am Ende des Gottesdienstes entbot Prodekan Georg Schneider Dankesworte. "Geh auch du in meinen Weinberg", dies waren die Worte, die den jungen Karl Kraus, damals Gärtner, nicht mehr los ließen. Und so wurde er über einen langen, nicht immer einfachen Weg ein "Gärtner im Weinberg Gottes". "Wir respektieren, dass du gehst. Du hinterlässt eine große Lücke" - so der Stellvertreter des Dekans. Georg Schneider: "Du hast in deinem langen priesterlichen Leben viele Früchte geerntet, immer wieder reiche Ernten eingefahren. Und so ist aus dem Gärtner ein Gärtner geblieben". Als Geschenk überreichte er eine Skulptur, die an einen Gärtner erinnern soll.
Dekan Monsignore Karl Kraus ist offiziell seit dem 1. September 2010 im Ruhestand. Demnächst wird er Westendorf verlassen und in eine Wohnung nach Augsburg übersiedeln. Er kann auf 37 Jahre priesterlichen Wirkens zurückblicken, davon 31 Jahre in Westendorf und 23 Jahre als Dekan des Dekanates Meitingen. Karl Kraus wurde am 7. September 1941 als neuntes und jüngstes Kind der Landwirtsfamilie Kraus in Wertingen geboren und wuchs in Unterthürheim auf. Dort besuchte er die Volksschule und erlernte anschließend den Beruf des Gärtners. In einem Missionskalender stieß er als junger Mann auf die Worte "Geh auch du in meinen Weinberg, es ist nie zu spät", die ihn nicht mehr los ließen. Deshalb ging der junge Mann in eine Missionsschule an den Bodensee. Weil er aber ein staatlich anerkanntes Abitur ablegen wollte, besuchte er das Abendgymnasium in Neuss am Rhein. Das bedeutete vormittags vier Stunden arbeiten, nachmittags Hausaufgaben machen und abends die Schulbank drücken. Nach dem erfolgreich abgelegten Abitur studierte Karl Kraus von 1967 bis 1973 Philosophie und Theologie, zuerst noch in Dillingen, später dann im neu erbauten Priesterseminar St. Hieronymus in Augsburg. Bischof Dr. Josef Stimpfle weihte ihn am 24. Juni 1973 zum Priester, anschließend war Karl Kraus sechs Jahre Stadtkaplan in Aichach.
Als er 1979 nach Westendorf kam, war er der jüngste Priester im Dekanat Meitingen und wurde zugleich auch zum Dekanatsseelsorger ernannt. Acht Jahre später wurde er auch Dekan, 23 lange Jahre lang. Die ganze Pfarrei kennt ihn, der "gerne bei den Menschen ist", als herzlich, leutselig, väterlich, offen. In seine Amtszeit fielen viele Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen, Firmungen und viele Kinder bereitete er auch auf die Erstkommunion vor. Auch wenn er an das Bauen und Renovieren weniger gern heranging, so wurde doch unter seiner Leitung das Pfarrheim in Westendorf errichtet, die Pfarrkirche saniert, die Filialkirche Ostendorf mit einer neuen Orgel ausgestattet sowie außen und innen renoviert und die Filialkirche in Kühlenthal von Grund auf saniert.

Sein instabiler Gesundheitszustand gebietet ihm nun kürzer zu treten und den wohlverdienten Ruhestand anzunehmen. 31 Jahre lang hat Monsignore Dekan Karl Kraus seine Pfarrei St. Georg mit den Filialkirchen geprägt und begleitet, sein Amt zum Wohle der Kirche und der Menschen wahrgenommen. Für seine vielfältigen Dienste, die oft nicht vor Augen lagen, sondern im Verborgenen geschahen, seine ausdauernde Sorge für die vielen Mitmenschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen, sein Dasein für jeden einzelnen, sein stets offenes Ohr bei Fragen und Problemen, den Einsatz seiner Gaben und Kräfte, sein Verständnis und seine Treue kann sich die Pfarrgemeinde nur von ganzem Herzen bedanken. Und das tat sie wirklich: Nach dem Gottesdienst begab sich der Festzug unter den Klängen der Musikkapelle Westendorf, die auch den Nachmittag über immer wieder aufspielte, in das festlich geschmückte Zelt im Pfarrgarten. Der Frauenbund spendete Kuchen und Kaffee. Viele Rednerinnen und Redner richteten Dankworte an den scheidenden Priester und überreichten Geschenke:
Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marion Pröll, Kirchenpflegerin Christa Pöllmann, Bürgermeisterin Henriette Kirst-Kopp, Vizebürgermeister Norbert Linder, Bürgermeister Dr. Michael Higl, Sabine Eltschkner mit der Dekanatsjugend und der Frauenbund. Mit musikalischen Einlagen bedankten sich die über 100 Westendorfer "Minis" unter Oliver Schneider, der Kirchenchor, Regie Engelbert Reißler und die "Choreaner" mit Chorleiterin Julia Schmid. Für die Vereine sprach Martin Schmidt ein Dankeswort. Sichtlich gerührt bedankte sich Dekan Karl Kraus noch einmal bei seinen "Pfarrkindern", die ihm lange mit stehenden Ovationen im Festzelt dankten.
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