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Holz und Kultur: Eine Exkursion zur Baukultur in Vorarlberg

 
Das Feuerwehr- und Kulturhaus (Frauenmuseum) in Hittisau.
Die Gemeinden Ellgau und Westendorf haben eines gemeinsam: Beide Dörfer befinden sich mitten im Prozess der Dorferneuerung. Tiefgreifende strukturelle Veränderungen verlangen neue Strategien und Vorgehensweisen in Planung und Entwicklung der Gemeinden. Deshalb begaben sich Gemeinderäte und weitere interessierte Bürgerinnen und Bürger, die in Arbeitskreisen für die Dorferneuerung ihre Ideen einbringen, auf den Weg nach Vorarlberg, um sich dort über die Baukultur dieses österreichischen Bundeslandes zu informieren. Selbstverständlich waren auch Westendorfs Bürgermeisterin Henriette Kirst-Kopp und der Ellgauer Rathauschef Manfred Schafnitzel unter den Exkursionsteilnehmern. Die Fachexkursion wurde von Manfred Pfeiffer vom Amt für Ländliche Entwicklung, Krumbach geleitet und führte die Gruppen aus Ellgau und Westendorf zu wegweisenden Projekten nachhaltiger Gemeindeentwicklung. In Erkheim wurde ein erster Stop bei der Firma BauFritz eingelegt. Bei einem Rundgang durch die Werkstätten konnte besichtigt werden, was mit Holz alles möglich ist. Nach dieser Betriebserkundung wurden noch einige Musterhäuser besichtigt. Nach dem Mittagessen bereits auf österreichischer Seite wurden in Hittisau bei einem Dorfrundgang das Feuerwehr- und Kulturhaus (Frauenmuseum), das Gemeindehaus, die Bushaltestelle, der Ritter von Bergmannssaal und das betreute Wohnen besichtigt. Im Hotel "Martinspark" in Dornbirn - selbst ein Stück zeitgenössische Hotel-Architektur - wurde übernachtet. Am zweiten Tag standen dann Besichtigungen in Klaus, St. Gerold und in Ludesch an. Die Marktgemeinde Klaus ist stolz auf ihre Hauptschule, ein konstruktiver Holzbau mit gelungener Schulhofgestaltung. Sie stellt ein positives Beispiel für ein Ressourcen schonendes Bauen dar. Das Gebirgsdorf St. Gerold empfing alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit strahlendem Sonnenschein und einem Bilderbuchbergmassiv. Bürgermeister Bruno Summer informierte sichtlich stolz über sein Gemeindezentrum in Form eines Holzkubus mit Gemeindeamt, Kindergarten, Dorfladen und einem neu entstandenen Dorfplatz. Im Städtchen Ludesch wurde abschließend noch das Gemeindezentrum besichtigt. Hier erfuhr die Gruppe Interessantes zur Bauökologie sowie zur Funktionalität und zur Schaffung eines neuen Dorfmittelpunktes.

Die Exkursionsziele zeigten den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wie in Vorarlberg durch Wertschöpfung aus der Region, einem verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen, der Umnutzung und Erneuerung der Ortszentren sowie dem Mut zur Handwerklichkeit Bauten von hoher architektonischer Qualität umgesetzt wurden. Eine Baukultur berücksichtigt die Struktur und den Geist eines Ortes. Allen Beteiligten war am Ende dieses zweitägigen Besuches im Nachbarland klar, dass eine Siedlung mehr ist als die Summe ihrer Häuser. In Vorarlberg ist es gelungen, Ortszentren zu beleben und neue attraktive Nutzungen zu etablieren. Ein lohneswertes Ziel auch für die "Dorferneuerer" aus Ellgau und Westendorf. Organisiert und zu dieser Veranstaltung eingeladen hatte die Schule für Dorf- und Landentwicklung(SDL) in Thierhaupten.

Zum Gruppenbild:
Nach einer fachkundigen Führung durch die Gemeinde Hittisau in Vorarlberg stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Ellgau und Westendorf zu einem Gruppenfoto auf. Mit dabei waren auch Landschaftsarchitekt Walter Herb (Zweiter von links) und Manfred Pfeiffer (Dritter von links) vom Amt für Ländliche Entwicklung in Krumbach.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Regionalmagazin meitinger | Erschienen am 06.05.2011
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