Am Kirchweihsonntag erhielt das Feuerwehrhaus seinen kirchlichen Segen

Das um- und angebaute Ellgauer Feuerwehrhaus ist der Stolz der Ellgauer "Floriansjünger".
 
Corona bedingt durften nur geladene Gäste zur Segnung in das Feuerwehrhaus kommen. Angeführt wurde der Kirchenzug von der Musikkapelle Ellgau unter Dirigent Manfred Braun.
 
Man sieht der Feuerwehr an, wie stolz sie auf ihr neues Gebäude ist.
Pfarrer Norman D´Souza segnet das Ellgauer Feuerwehrhaus
Von Rosmarie Gumpp
Ellgau: In seinen Predigtgedanken zum Kirchweihsonntag ging Pfarrer Norman D´Souza, der Leiter der Pfarreiengemeinschaft Nordendorf-Westendorf auch auf das neue Ellgauer Feuerwehrhaus ein, das er im Anschluss an die feierliche Eucharistie segnete. „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ – Dieser Leitgedanke, so der Geistliche in seiner Predigt, macht das Gebot Jesu zu eigen: Liebe Gott und liebe deinen Nächsten wie dich selbst. „Ihr Dienst kommt dem Gottesdienst am Nächsten. Dienen bis es weh tut, Menschenleben retten, Menschen vor Gefahren schützen, die aus Leichtsinn oder auf unvermeidliche Weise sich in Gefahr bringen“. Corona bedingt zogen nur geladene Gäste nach dem Gottesdienst mit der Musikkapelle Ellgau in einem Kirchenzug zum Feuerwehrhaus. Dort spendete Pfarrer Norman den Segen: „Wir bitten Gott er möge das neue Feuerwehrhaus segnen, alle Mitglieder beschützen und sie bewahren vor Unfällen, Gefahren und Unheil. Er stärke ihre Bereitschaft den Menschen mit ungeteiltem Herzen zu dienen. Wenn wir in spirituellem Sinne sagen, dass Gott durch die Kirche sein Heil allen verleiht, schenkt die Freiwillige Feuerwehr der verkündeten Liebe und Sorge für Menschen und Natur konkret Hände und Füße.“ Mit den Ministranten, der Bürgermeisterin Christine Gumpp und der Vorstandschaft zog der Priester durch alle Räumlichkeiten, um diese zu segnen. Auch ein neues Kreuz, im Gottesdienst gesegnet, wurde aufgehängt. Bürgermeisterin Christine Gumpp freute sich über die Anwesenheit von Altbürgermeister Manfred Schafnitzel und ehemaliger Gemeinderäte. Ihr besonderer Willkommensgruß galt dem Ellgauer Ehrenbürger und Bauingenieur Martin Oefele, der als Bauleiter zusammen mit seiner Tochter der Architektin Susanne Oefele für die Baumaßnahmen am Feuerwehrhaus verantwortlich zeichnete. Martin und Susanne Oefele stellten ihre fachliche Kompetenz und ihr enormes Wissen in den Dienst der Gemeinde Ellgau und betreuten die Baumaßnahme von der Planung über die Bauausführung bis hin zur Fertigstellung. Christine Gumpp überreichte Martin Oefele eine Schatzkiste, gefüllt mit Köstlichkeiten „für Ihre geleistete und ehrenamtlich erbrachte Arbeit, für Ihr Fachwissen und für Ihre Hartnäckigkeit, die man braucht, um ans Ziel zu kommen“. Unter den geladenen Gästen des Festaktes waren auch Ehrenvorstand Elmar Jung, Ehrenkommandant Gerhard Schröttle, die fleißigen Helfer aus dem Kreis der Feuerwehr, die Arbeiter der Gemeinde, die Frauen der Feuerwehrleute, die tatkräftig unterstützten und einige Gewerbetreibende und Spender, die dazu beitrugen, dass dieses Bauwerk so gelungen dasteht. Die Bürgermeisterin bedankte sich auch bei Kommandant Sören Ilgen, der beruflich bedingt nicht anwesend sein konnte und Vorstand Jürgen Schafnitzel, die unzählige Stunden hier am Bau gearbeitet haben und zum harten Kern der Baubesprechungen gehörten. Die Rathauschefin ließ die Bauphase, die im Frühjahr 2019 nach dem Umzug der Floriansjünger ins Ausweichquartier Lagerhaus begann, Revue passieren. Nach den Baumeisterarbeiten mit Aufstockung und Anbau des Treppenhauses konnten die Zimmerleute ihr Gewerk in Angriff nehmen. Nach zuerst planmäßig verlaufenden Arbeiten stellte sich heraus, dass die anvisierte Bodenbeschichtung in der Halle nicht rechtzeitig vor dem Winter aufgebracht werden konnte. Folglich zog die Feuerwehr wieder ein, um frostfrei zu überwintern. Nach dem erneuten Umzug konnten die noch anstehenden Arbeiten ausgeführt werden. Das Jahr 2020 war hauptsächlich vom Innenausbau im Erdgeschoß und im oberen Stockwerk und von der Gestaltung der Außenanlagen geprägt. „Die größte Blockade im Bauablauf war die Corona-Pandemie“, so Christine Gumpp. Fliesen konnten durch das Schließen der Baumärkte nicht mehr gekauft werden, alles verlief langsamer. Das Wichtigste war, dass die Mannschaft für einen Ernstfall einsatzfähig bleibt. Die Bürgermeisterin informierte auch über die Kosten. Anfangs lag die Schätzung bei ca. 360 000 Euro reine Baukosten plus 100 000 Euro für Ausstattung und Sonstiges. Während der Planungs- und Ausführungszeit kam es zu Veränderungen, so dass sich durch die Optimierungen Gesamtkosten in Höhe von rund 578 000 Euro ergaben. Der Feuerwehrverein übernahm die Ausstattung des Stübles im Obergeschoß, die Präsentationsschränke im Treppenhaus und beteiligte sich zur Hälfte an der Außentreppe. Erste Gedanken für ein neues Feuerwehrhaus gab es schon vor vielen Jahren. Man überlegte ob Umbau oder Neubau. Die Nachricht, dass das Projekt nicht mit staatlichen Mitteln gefördert wird, ließ die Vision Neubau, der 1,6 Millionen Euro gekostet hätte, schwinden. Mit Unterstützung von Architektin Susanne Oefele und Bauingenieur Martin Oefele konnte der Um- und Anbau des Feuerwehrhauses in Angriff genommen werden. Zweiter Kommandant Johannes Steinbeiß erzählte über die geschichtliche Entwicklung der Ellgauer Feuerwehr und vermittelte einen kleinen Abriss der umgesetzten Baumaßnahmen. Vorstand Jürgen Schafnitzel bedankte sich in seiner Ansprache für das Vertrauen bei der Gemeinde sowie für die immer konstruktive und zielorientierte Zusammenarbeit. In über 1700 Arbeitsstunden halfen Mitglieder und auch Nichtmitglieder, damit dieses Projekt Um- und Anbau des Feuerwehrhauses Ellgau Realität wurde. Vorstand Jürgen Schafnitzel: „Wenn man etwas zur Ehre Gottes tut, dann ist man einfach bereit sich selbst, seine Zeit, seine Energie vielleicht sogar im Ernstfall sein Leben einzusetzen“. Kreisbrandmeister Andreas Obleser gratulierte den Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden zu ihrem neuen Haus und erzählte von der letzten Inspektion, die der Freiwilligen Feuerwehr Ellgau ein sehr gutes Attest ausstellte. Diese wurde am 17.04.1878 gegründet. Aktuell gehören dem Verein 49 Aktive an, insgesamt sind es 203 Vereinsmitglieder. Mehrmals musste die Freiwillige Feuerwehr in ihrer Geschichte das Gebäude wechseln. Seit 1972 befindet sich das Feuerwehrhaus an seinem Standort. Der Umbau mit Erweiterung fand von 2019 bis 2021 statt. Durch die Finanzierung der Gemeinde wurde die Fahrzeughalle mit Werkstatt und Lagerraum modernisiert, die sanitären Anlagen an die aktuellen Standards angepasst und im Obergeschoß wurden Büro- und Schulungsräume erbaut. Am Ende der Veranstaltung durchschnitten Christine Gumpp (Bürgermeisterin),Martin Oefele (Bauleitung),Johannes Steinbeiß (Feuerwehr), Johannes Schafnitzel (Feuerwehr) und Jürgen Schafnitzel (Feuerwehr) ein rotes Band. Damit war die Übergabe der Gemeinde an die Feuerwehr vollzogen.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.AMH05 myheimat meitinger | Erschienen am 06.11.2021
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Kirsten Mauss aus Hamburg | 08.11.2021 | 16:03  
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