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Bevölkerungspolitik 8 - Geburten

Eigene Kinder oder Einwanderer?
Schulen oder Altersheime?
Kindergeld oder Renten?
Zukunft oder Vergangenheit?
Leben oder Aussterben?
Das ist Bevölkerungspolitik!

Dieser Beitrag setzt die Kenntnis der vorhergehenden Beiträge voraus.
Die Geburtenziffer ist eines der drei Elemente der „natürlichen Bevölkerungsbewegung“.
Ich habe mir vom Statistischen Bundesamt die Geburtenziffern der Jahre 1972 bis 2018, sortiert nach dem Alter der Mutter im Zeitpunkt der Geburt, heruntergeladen.
Die Geburtenziffer des Statistischen Bundesamtes ist definiert als „Lebendgeborene je 1000 Frauen“, die Tabelle zeigt die Verteilung nach dem Alter der Mutter.
Entsprechend der Definition des Statistischen Bundesamtes des gebärfähigen Alters von 15 bis 45 Jahren unter Einschluss der Grenzen, werden die Geburtenziffern nur für diese Alter angegeben; bisweilen gibt es noch in älteren Statistiken zusätzlich die Zeilen für „14 und jünger“ und/oder „46 und älter“, die dann meist mit dem Zahlenwert „0“ (= mehr als nichts) belegt sind.
Die Geburtenziffern steigen mit dem Alter zunächst an und fallen nach einem erreichten Höchstwert wieder ab.
Das Alter für den Scheitelpunkt der höchsten Werte lag für die BRD in den Jahren von 1952 bis 1970 ziemlich konstant bei 25 Jahren, in der gleichen Zeit in der DDR bei 22 Jahren. Die für Deutschland zusammengefasste Tabelle ab 1972 zeigt die Höchstwerte zunächst beim Alter von 24 Jahren, dann ansteigend auf 25 Jahren; dann ab 1985 auf 26 Jahre steigend, ab 1991 weiter steigend auf 27 Jahre; 1992 sind wir bereits bei 28 Jahren; 1994 bei 29 Jahren; in 2004 sind wir bei 30 Jahren; und seit 2008 sind wir bei 31 Jahren. In der Bewertung gilt: je höher dieser Scheitelpunkt im Alter der Mütter klettert, um so ungünstiger für die Bevölkerung; als gut kann ein Alter von 18 bis 20 Jahren gelten.
Die Fertilität (Fruchtbarkeit) der Frau liegt bei rund 30 Kindern im Altersbereich zwischen 15 bis 45 Jahren; real erreicht, aus der eigenen Ahnengeschichte leicht nachprüfbar, wurden bis zu rund 15 Kindern. Die Zeugungsfähigkeit des Mannes liegt deutlich höher, immerhin werden manchem Haremsbesitzer mehrere hundert Kinder nachgesagt.
Die Geburtenziffern sind kurzzeitig von Jahr zu Jahr sehr variabel, langfristig zeigen sie, entsprechend den fallenden einjährigen Sterbewahrscheinlichkeiten ebenfalls eine fallende Tendenz. Wichtig ist die Angabe: Welche Geburtenziffer ist zum Erhalt einer stabilen Bevölkerung erforderlich? In unserem Modell haben wir die Zahl der Geborenen (Lebenden im Alter 0: l[0] auf 100.000, davon 51.500 männlich und 48.500 weiblich) gesetzt. Diese 100.000 Geborenen muss die weibliche Bevölkerung in ihrem (fruchtbaren) Leben erbringen. Wir überlegen: Jede statistische Frau muss sich selbst und den Vater ersetzen, macht schon mal 2 Kinder; dazu muss sie für all die Frauen, die sich durch vorzeitigen Tod ihrer statistischen Geburtspflicht entziehen deren Anteil übernehmen; Ergebnis: Die gesuchte Geburtenziffer muss über 2 liegen. Außerdem hängt die erforderliche Geburtenziffer von der verwendeten Sterbetafel ab, denn die bestimmt, wie viel Frauen welches Alter erreichen. Jetzt rechnen wir (Sterbetafel Deutschland 2016/2018): Wir nehmen stichprobenweise einige Alter heraus und rechnen: Alter 0: (100.000 / 48.500 =) 2,062; Alter 15: (100.000 / 48.290 =) 2,071; Alter 30: (100.00 / 48.158 =) 2,076; Alter 45: (100.00 / 47.757 =) 2,094. Zum Vergleich einige Zahlen der Modellrechnungen für ältere Sterbetafeln für Deutschland jeweils für das Alter 30: Tafel 1871/81: 3,582; Tafel 1910/11: 2,820; Tafel: 1932/34: 2,366; Tafel 1949/51: 2,240; Tafel 1960/62 BRD: 2,159. Soweit Modellrechnungen zur Abschätzung zum Einfluss der verwendeten Sterbetafel.
Wie schnell und wie stark sich die Geburtenziffern innerhalb weniger Jahre verändern können, zeigt die Statistik BRD für die diese Jahre:
1966: 2,5346
1967: 2,4896
1968: 2,3821
1969: 2,2140
1970: 2,0163, damit erstmals unter dem kritischen Wert;
1971: 1,9208
1972: 1,7129
1973: 1,5435

1979:1,3791
oder die DDR, später neue Länder:
1987: 1,7399
1988: 1,6702
1989: 1,5723
1990: 1,5177
1991: 0,9772
1992: 0,8304
1993: 0,7749
1994: 0,7722
Der Wert liegt jetzt seit Jahren um 1,5 und ist damit kontinuierlich deutlich zu niedrig. Bezogen auf den erforderlichen Wert von rund 2,076, um bei unserer Sterbetafel Deutschland 2016/2018 zu einer stabilen Bevölkerung zu kommen, ist das: (1,5 / 2,076 =) 0,7225 als Wachstumsfaktor und zeigt damit die ständige Schrumpfung, die nur durch die Lebensverlängerung und erhebliche Einwanderung zur Zeit überdeckt wird. - Bei dieser Schrumpfung ist die deutsche Bevölkerung in zehn Genrationen (0,7225^10 = 0,03878) auf rund 3,9 Prozent ihres heutigen Wertes gesunken. Da einer Genration heute rund 30 Jahre entsprechen, sind das 300 Jahre, von denen wir aber bereits die ersten 50 durchlebt haben. - Ein Grund über Geburten und Einwanderung nachzudenken.
*
Wir bauen die Geburtenziffer in unser Modell ein. Dazu richten wir sieben weitere Spalten ein:
Spalte O: „g[w]“, Geburtenwahrscheinlichkeit = Geburtenziffer / 1000;
Spalte P: „H[y]“, Hilfsspalte zur Zählung der Geborenen;
Spalte Q: „x“, unsere Trennspalte;
Spalte R: „[g]l[x]“, Lebende, männlich, unter Einbeziehung der Sterbeziffer;
Spalte S: „[g]l[y]“, Lebende, weiblich, unter Einbeziehung der Sterbeziffer;
Spalte T: „[g]l[x] + [g]l[y]“ Summe Lebende, männlich + weiblich;
Spalte U: „x“, unsere Trennspalte.
Die Spalte O („g[w]“) füllen wir mit den Daten der Geburtenziffern des Statistischen Bundesamtes, die nicht belegten Zeilen x=0 bis x=14 sowie x=46 bis X=102 füllen wir mit dem Wert 0 (Null); die Zeile X=103 bekommt die Summe dieser Spalte.
Die Spalte P („H[y]“) errechnen wir: H[y] = „l[y]“ * „g[y]“; Beispiel: H[0] = l[0] * g[0] (das ergibt immer 0, weil g[0] den Wert 0 hat; für die Alter y=15 bis y=45 aber sind Werte vorhanden. Die gerundete Summe der Spalte P („H[y]“) teilen wir in 0,515 männlich und 0,485 weiblich auf; diese Werte ergeben die l[0] in den Spalten R ([g]l[x]) und S ([g]l[y]).
Die weiteren Alter der Spalten der Lebenden errechnen wir wie bereits früher dargestellt. Das Ergebnis ist eine stationäre Bevölkerung, jetzt mit den errechneten Startwerten für das Alter x=0.
Fortsetzung folgt.
* * *
13.06.2020
Hermann Müller
Bentierode
Bentieröder Bruch 8
D-37574 Einbeck
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1 Kommentar
16.024
Hans-Werner Blume aus Garbsen | 14.06.2020 | 00:40  
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