Aufruf zur Gründung einer Bürgerinitiative "S-Bahn S4-West"

Wann? 11.05.2011 20:00 Uhr

Wo? PUC Puchheimer Kulturzentrum, Oskar-Maria-Graf-Straße 2, 82178 Puchheim DEAuf Google Maps anzeigen
Puchheim: PUC Puchheimer Kulturzentrum | Als Mitinitiator ruft der SPD-Ortsverein Fürstenfeldbruck alle Parteien und Gruppierungen im Landkreis Fürstenfeldbruck, natürlich besonders die aus den betroffenen Anrainerkommunen, auf, sich an der Bürgerinitiative für den viergleisigen S-Bahnausbau der Strecke „S4-West“ zu beteiligen. Die Gründungsversammlung findet am 11.05.2011 um 20.00 Uhr im PUC in Puchheim statt. Wie wichtig es ist, gemeinsam Flagge zu zeigen und über Parteigrenzen hinaus zusammenzuarbeiten, zeigt das Verwirrspiel der politisch Handelnden auf Bundes- und Landesebene in Ihren Aussagen u. a. zur 2. S-Bahnröhre sowie dem Stand des bisher Erreichten. Seit 20 Jahren wird der S-Bahnausbau auf der S4 angekündigt, es liegt aber vorerst nur eine undefinierte Vorplanung vor, die nächsten Planungsschritte sollen natürlich jetzt „unverzüglich“ folgen. Wie glaubhaft sind diese Aussagen allerdings, denkt man an die Aussagen der Vergangenheit und wenn zum Beispiel ein Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU), ähnlich wie vorher Reinhold Bocklet (CSU), die Finanzierung der 2. Stammstrecke mit der Olympiabewerbung verquickt? Zwei Dinge also, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Oder wenn der Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtages zwar dringend benötigte Verbesserungen auf der S-Bahnstrecke „S4“ im Minimalumfang beschließt, augenblicklich aber diese eigentlich schon nicht ausreichenden Maßnahmen im Haushaltsauschuss des Landtages wieder abgelehnt werden? Wie soll da Vertrauen in das Zukunftsmodell „S-Bahnausbau“ entstehen, wenn augenscheinlich die Finanzierung der 2. Stammstrecke nicht oder nur unzureichend gesichert ist? Der SPD-Ortsverein Fürstenfeldbruck fordert die Staatsregierung zu einer „Investitionsoffensive S-Bahn“, die weit über das bisherige Bahnknotenkonzept der Staatsregierung geht und hofft natürlich, das durch die sich gründende Bürgerinitiative und eine breite Beteiligung über die jeweiligen Parteigrenzen hinaus bei Regierung, Abgeordneten und im Wirtschaftsministerium die Erkenntnis und Einsicht für den wirklichen Bedarf des Ausbaues entstehen lässt.

Denn in einem Schreiben an den OB Kellerer äußert der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer zwar Verständnis für den Unmut über die Engpässe beim Verkehrsangebot auf der S4 und bezüglich den qualitativen Mängeln im S-Bahnnetz München, wiederholte dann aber nur das Althergebrachte „Verbesserungen vor der Realisierung der 2. Stammstrecke gibt es nicht, man prüfe aber wie am 0.103.2011 angekündigt den verstärkten Einsatz von Langzügen und einer Verdichter-S-Bahn im morgendlichen Hauptverkehrszeit sowie zusätzliche Regionalzughalte in Fürstenfeldbruck.“. Diese Prüfung läuft jetzt seit 2 Monaten, bisher ohne Ergebnis. Der Stadt Fürstenfeldbruck wurde im Dezember der behindertengerechte Zugang zum Bahnsteig in der Station „Buchenau“ versprochen, bisher kein Ergebnis, keine Information zum Planungsstand.

Generell wird die bisherige Zukunftskonzeption der Staatsregierung zur Weiterentwicklung der S-Bahn München, weil in großen Teilen fehlerbehaftet, kritisch gesehen. Für ein modernes, leistungsfähiges und auf die Zukunft ausgerichtetes S-Bahnsystem München stellt die 2. Stammstrecke die absolute Notwendigkeit dar, keine Frage. Und der dann eingerichtete, zukünftige 15-Minutentakt bedeutet natürlich an sich durch die Taktverkürzung schon eine Verbesserung. Die auch in dem Schreiben des Ministerpräsidenten an Herrn OB Kellerer angesprochenen Express-S-Bahnen sind vom Grundsatz her ebenfalls sehr sinnvoll, setzen allerdings einen entsprechenden Ausbau des Gleissystems voraus, so das vorerst diese Express-S-Bahnen nur auf 3 S-Bahnstreckenästen (Maisach – Pasing, Weßling – Pasing, Grafenberg – Leuchtenbergring) dann angeboten werden können. Daher und wegen der gleichzeitig vorhandenen, im Vergleich mit allen S-Bahnästen mit am größten, Fahrgastzahlen auf der S-Bahnstrecke „S4-West“, ist der viergleisige Ausbau zwischen Pasing und Buchenau so wichtig. Er kann vom Ansatz her auch nicht erst nach Fertigstellung der 2. Stammstrecke erfolgen, denn der Teufel steckt hier im Detail. So fahren im morgendlichen Berufsverkehr auf der S4 in Richtung Pasing zwischen 6.00 und 8.00 Uhr 6 reguläre S-Bahnen als Langzüge sowie 4 Verstärker-S-Bahnen als Vollzüge. Dies sind also insgesamt 26 Züge (6x3 Züge, 4x2 Züge). Im 15-Minutentakt sollen nur Vollzüge eingesetzt werden, so dass dann im Bereich der S4 nur 16 Züge (8x 2 Züge) fahren würden, ganz klar eine Verschlechterung zur heute schon ungenügenden Ist-Situation. Die Forderung der SPD Fürstenfeldbruck lautet daher, das in der Hauptverkehrszeit auch im 15-Minutentakt nur Langzüge eingesetzt werden dürfen und Verdichter-S-Bahnen ein absolutes Muß sind. Und dies bedeutet, es existiert heute schon erkennbar ein zusätzlicher Fahrzeug- und Finanzbedarf über die bisherige Planung hinaus. So fahren heute zum Beispiel in der Nebenverkehrszeit zwischen Grafrath und Buchenau 3 S-Bahnen pro Stunde in eine Richtung, also ein 20-Minutentakt. Nach der Umstellung auf einen 15-Minutentakt sieht die Planung nur noch den Einsatz von 2 S-Bahnzügen je Stunde vor, was de facto nur noch einen 30-Minutentakt darstellt. Profitieren also die Fahrgäste auf dem Streckenabschnitt von der Station Leienfelsstraße bis Buchenau vom 15-Minutentakt in der Nebenverkehrszeit (kürzerer Takt, 1 –Bahn bzw. 2-S-Bahnzüge mehr), verliert der restliche Streckenabschnitt. Und in der Spätverkehrszeit, also ab 21.00 Uhr, gilt dann sogar dieser 30-Minutentakt auf dem gesamten S-Bahnast „S4-West“, eine nicht akzeptable Verschlechterung zum heutigen 20-Minutentakt.

Natürlich ist diese Konzeption auf den Einsatz von Express-S-Bahnen abgestimmt. Nur, solange diese mangels nicht erfolgten viergleisigen Ausbaus nicht fahren können, müssen die entsprechenden Nachteile in der Konzeption anderweitig aufgefangen werden, z.B. durch Regionalzughalte und einen durchgehenden 15-Minutentakt. Diese Fakten erwähnt auch der Ministerpräsident in seinem Schreiben nicht. Die Probleme der S-Bahn heute und nach der Errichtigung der 2. Stammstrecke in vielen Bereichen des S-Bahnnetzes, als Beispiel sei nur die Forderungen der S2-Allianz im Osten von Münchens genannt, sind so gravierend, dass eine Investitionsoffensive „S-Bahn“ unabdingbar erscheint.

Der jahrelangen Unterfinanzierung des S-Bahnsystems bei gleichzeitig stetig steigenden Fahrgastzahlen und den dadurch entstandenen Investitionsstaus müssen sich endlich Staatsregierung, Bayerische Landtag sowie die Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn und im Wirtschaftsministerium stellen. Ein Festhalten an der verfehlten Verkehrspolitik der CSU aus den letzten Jahrzehnten und leider auch der jetzigen CSU/FDP-Koalition, mit den vielen Versprechen, aber nichts halten, ist einfach nicht mehr akzeptabel. Allerdings, ein Schreiben vom Referenten für Verkehr der Stadt Fürstenfeldbruck, Mirko Pötzsch (SPD), vom 22.03.2011 mit kritischen Fragen zum viergleisigen Ausbau, beantwortet das Ministerium schon gar nicht mehr. So geht es vielen kritischen Fragestellern. Engagierten Bürgern und Lokalpolitikern sowie den betroffenen Anrainerkommunen bleibt daher nur, hier einen entsprechenden öffentlichen Druck zu erzeugen. Daher ist die Mitarbeit in der Bürgerinitiative so wichtig und der SPD-Ortsverein Fürstenfeldbruck fordert alle Parteien, Gruppierungen, aber vor allem natürlich auch engagierte Bürger, aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck auf, sich an der Bürgerinitiative für den viergleisigen S-Bahnausbau der Strecke „S4-West“ zu beteiligen.
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Ralf Wiedenmann aus Puchheim | 09.05.2011 | 09:18  
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