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50 Jahre Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich

  Die deutsch-französische Freundschaft als Brücke für Europa"
Vor 50 Jahren schlossen die beiden Staaten einen Freundschaftsvertrag, der bis heute nichts an seiner konkreten Bedeutung für die tägliche Zusammenarbeit verloren hat. Aus diesem Anlass hat der Deutsch-Französische Freundeskreis Eichenau einen Vortrag gehalten. Denn kein Thema beansprucht in diesen Tagen mehr Aufmerksamkeit als die politische und wirtschaftliche Lage der Europäischen Union, speziell ihrer Finanzpolitik. Wie bindet sich hier das Deutsch-Französische Verhältnis ein? Welche Bedeutung kommt ihm jetzt zu?
Der Vorsitzende des Deutsch-Französischen Freundeskreises Ridha Djebali, erläuterte, vor über 60 geladenen Gästen, in seinem Vortrag die partnerschaftliche Entwicklung zwischen Frankreich und der Bundesrepublik von den Gründervätern des Elysée-Vertrags Charles Gaulle und Konrad Adenauer bis zum Paar Merkel - Hollande.
Ridha Djebali hat sowohl die historischen, kulturellen und politischen Hintergründe beleuchtet, als auch die deutsch-französische Entwicklung der Partnerschaften im europäischen Kontext betrachtet. Vom Allgemeinen ging er dann ins Konkrete über.
Die deutsch-französischen Beziehungen waren damals noch schwer belastet. Das Ende des Zweiten Weltkriegs lag noch keine zwei Jahrzehnte zurück, die Wunden waren bei weitem nicht verheilt. Die beiden politischen Visionäre setzten sich aber über alle Vorurteile hinweg. Sie wollten aus den einstigen Erbfeinden Freunde oder zumindest Partner machen, denn nur Charles De Gaulle konnte damals diesen Schritt wagen, weil er während des 2. Weltkrieges Chef der Résistance war, einen anderen hätte man zu der damaligen Zeit der Kollaboration bezichtigt. Damit schufen die beiden großen Staatsmänner die Voraussetzung dafür, dass zwei Länder, die jahrhundertelang verfeindet waren, die wichtigsten Partner in Europa wurden.
Auf der Grundlage des Elysée-Vertrags wurde das Deutsch-Französische Jugendwerk gegründet. Das DFJW organisiert Treffen unter Jugendlichen beider Länder, gemeinsame Sportveranstaltungen und kulturelle Begegnungen.
Allein am Schüleraustausch beteiligten sich in den letzten 50 Jahren mehr als neun Millionen Schüler. Ca. 2.300 Kommunen sind zudem in Städtepartnerschaften miteinander verbunden und jährlich sind es mehr als 200. 000 Jugendbegegnungen, beide Länder wollten von Anfang an die Zivilgesellschaft am Prozess dieser deutsch-französischen Versöhnung beteiligen.
Die Städtepartnerschaften waren dabei von unschätzbarem Wert als Quelle für Erfahrungen und Initiativen. Sie förderten die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis der Völker und leisteten ihren Beitrag zur europäischen Einheit.
In unserem Landkreis sind z.B. Fürstenfeldbruck, Germering, Olching, Gröbenzell, Mammendorf, und sogar seit kurzem Grafrath mit französischen Städten oder Gemeinden verschwistert aber Eichenau gehört leider noch nicht dazu. Mehrere Anfragen des DFFE innerhalb der letzten 19 Jahre wurden diesbezüglich abgelehnt. Das nennt man Rückschritt in der Völkerverständigung. Die großen Männer Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, hatten mehr Geist für die Völkerfreundschaft.
Aus der geschichtlichen Perspektive ist diese enge Verbindung beider Länder sicherlich ein Meilenstein und ein Verdienst, der nicht ausreichend gewürdigt werden kann.
Denn was bleibt ist der gegenseitige Respekt und die freundschaftliche Verbundenheit.

Am Schluss beendete Herr Djebali seinen Vortrag mit dem historischen Satz von Charles De Gaulle den er vom Balkon des Ludwigsburger Schlosses in seiner Rede auf Deutsch an die deutsche Jugend sprach: „Ich beglückwünsche Sie ferner, junge Deutsche zu sein, das heißt, Kinder eines großen Volkes. Jawohl, eines großen Volkes, das manchmal, im Laufe seiner Geschichte große Fehler begangen hat. Ein Volk, das aber auch der Welt geistige, wissenschaftliche, künstlerische, philosophische Wellen gespendet hat“
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Edgard Fuß aus Bühl | 26.01.2013 | 14:00  
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