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"Hineingeschlittert"

Eichenau: Atelier Emo Schuschnig | In Etwas hineinschlittern, könnte man auch als Geburt bezeichnen.
Jede Geburt ist mit Schmerzen verbunden, wenn nicht für's Kind, dem Neugeborenen, dann aber mit Sicherheit für die Mutter. Da geht es nicht um Verdauungsprobleme, sondern um lebenden Ballast abzuwerfen.
Als Neugeborener schlittert man sozusagen bei einer normalen Geburt per vaginalem Engpass kopfüber in eine unbekannte Welt, ein völlig neues Millieu, man atmet anders, ißt anders, muß sich anziehen, schwimmt nicht mehr, schreit aber um so mehr und noch vieles mehr.
Auf jeden Fall ist man ständig am Schlittern, weil alles neu für einen ist. Man hat keine Erfahrungen sammeln können, man weiß nur von der Titte der Mutter kommt die Nahrung die Hunger und Durst stillt. Danach druckt man ein bischen und es passiert immer das Selbe: man wird ausgezogen, es riecht etwas streng, wird gewaschen und wieder angezogen und das Spiel geht von Vorne los.
Bald erkennt man seine Eltern, Haustiere, das Fernsehen und andere Ablenkungen und eines schönen Tages sitzt man dann selber auf dem Topf.
Ab dann sollte man nicht mehr schlittern, weil man dann ja wie eine Katze, stubenrein ist.
Aber das Schlittern ist eine angeborene Sache, es kommt ja davon das man eigentlich keine Ahnung hat, aber sehr viel davon. Als Neubürger, weiß man gar nicht das man ein solcher ist, was überhaupt und sowieso ein Bürger ist, weil man ja vollauf damit beschäftigt ist, stubenrein zu sein.
Na ja, also das Schlittern hört eigentlich von der Wiege bis zur Bahre gar nicht auf. Man schlittert wenn man nicht aufpasst, so wie der Steinbrück, auch ständig noch mit 66 Jahren in irgendwelche Fettnäpfchen hinein. Davor ist keiner frei, denn das Schlittern ist ein Zustand der Unsicherheit, der Ignoranz, der Vergesslichkeit und Unachtsamkeit, schützt aber vor Lächerlichkeit und Konsequenzen nicht.
Schon als Säugling sollte man sich auf diese Karriere nicht so sehr einschießen, damit es dann später nicht so peinlich zu werden braucht.
Das Leben ist ein einziges Schlittern in einen ungewissen Zustand. "Nix Gewisses weiß man nicht", sagt da der weise Bayer.
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