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Kreativität, Kiachla und ein Kreißsaal-Mobil beim Ehlfinger

  Ehingen: Ehlfinger Faschingsumzug | Ehingen Die Sonne strahlte  mit den Maskerlen um die Wette, als sich der Ehlfinger-Zug mit einem kräftigen „Ehlfinger Blitz Plaus“ am Bürgerhaus Ortlfingen in Bewegung setzte. Mit kunterbunten Fußgruppen über „Kiachla hausgemacht“ bis zum Kreißsaal-Mobil für den schnellen Einsatz war beim Gaudiwurm wieder alles geboten, was seiner Beschreibung „klein – aber fein“ gerecht wird. Vereine, Gruppen und Familien lieferten witzig-spritzige Themen. Die zahlreichen Zuschauer am Straßenrand, die selbst oft mit tollen Verkleidungen glänzten, sparten nicht mit Applaus. Und wie jedes Jahr zählten nicht PS, sondern Phantasie.
Eine freudige Nachricht gab es gleich zum Zugauftakt: Babyboom in Ehingen! Und in der Gemeinde sind die werdenden Mütter in Zeiten von Hebammenmangel und schließenden Geburtsstationen nicht im Stich gelassen. Gerhard und Ulrike Heindl waren mit einem Ärzteteam und Hebammen, mit kugelrunden Babybäuchen sowie Kinderwagen-Chauffeuren vor Ort und präsentierten den mobilen Kreißsaal - ein humorvoller Lösungsansatz für ein aktuelles Thema, das politischen Handlungsbedarf fordert: „Kommt das Baby blitzeschnell, ist unser Kreißsaal gleich zur Stell. Wir in Ehingen denken stets voraus, und bilden unserer Hebammen selber aus.“ Weitere Familien hatten für den Ehlfinger in der Ideenkiste gestöbert. Sie überzeugten – wie jedes Jahr – mit ihren amüsanten Beiträgen und Lokalkolorit, etwa das Duo Keßler/Kuchenbaur, das politische Prominenz zum Ehlfinger brachte oder Familie Hirschbeck, die das Ehinger Einhorn-Wappen live darstellte. Auch die Änderung der Straßenausbaubeiträge war ein Thema: „Abzocke Ade! Der Politiker Leid is Bürgers Freid“, meinte Familie Kratzer.
Der Sonnenschein lockte auch viele fleißige Bienen an. Die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins schwärmten aus und hatten mit Blick auf Glyphosat & Co eine klare Forderung zum Wohle von Mensch und Natur mitgebracht: „Stoppt das Bienensterben!“. Hellseherische Fähigkeiten präsentierten die Theaterfreunde beim Straßenfasching - hatten sie sich doch in den vergangenen Monaten eindringlich mit dem Orakeln beschäftigt. In Kürze startet nämlich ihre Spielsaison mit dem Stück „RegnWurmOrakl“ und sie weckten mit ihrem Auftritt schon mal Vorfreude auf einen spannenden Theaterabend. „Majestätisch“ war der Auftritt des Sportvereins. Die Fußballer können nicht nur Tor schießen und aufsteigen, sondern auch ein bezauberndes Kinderprinzenpaar für den 9. Ehlfinger stellen: Niklas I. und Lena I. grüßten mit großer Gefolgschaft der F- und E- Jugendspieler ins närrische Volk. Ganz putzig waren die Jüngsten – die Spielgruppe – als Schlümpfe mit von der Partie. Und natürlich durfte Live-Musik nicht fehlen, die Ehinger Musikanten und die Musikerjugend Westendorf begleiteten den Zug als musikalische Stimmungsmacher. Zahlreich beteiligten sich auch Faschingsgruppen aus der Nachbarschaft beim Ehlfinger, wie etwa die die Ellgauer Fabelwesen oder die „Kühledahler Mädla“ mit „Holla die Waldfee“.
Was wäre der Fasching ohne Kiachla? Das dachte wohl auch die Bäuerin Rosmarie Gump, die am Straßenrand mit Schmalzgebäck „a la Jörglebauer“ aufwartete und hungrigen Maskerle den Ehlfinger versüßte.
Nach knapp einer Stunde erreichte der Gaudiwurm das Ziel Feuerwehrhaus Ehingen. Und dort wurde dann noch bis Mitternacht ausgiebig der Kehraus gefeiert.
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