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Osterdemo am AKW Grohnde

Auch aus Bad Wildungen, Edertal und Waldeck nahmen Atomkraftgegner
anlässlich der bundesweiten Aktion "25 Jahre Tschernobyl: AKW's endlich
abschalten", die an neun Atomkraftwerken und drei weiteren
Atom-Standorten stattfand, teil.
16 Teilnehmer der Mahnwachen-Gruppe, die sich regelmäßig montags, um 18
Uhr in Bad Wildungen am Kurschatten-Brunnen trifft, reisten zum E.ON
Atomkraftwerk Grohnde an die Weser.

Wir parkten in Grohnde und gingen zu Fuß ca. 1,5 km die alte Straße
entlang, die vor 1977 die Gemeinden Grohnde und Emmerthal miteinander
verband.
Das AKW Grohnde liegt zwischen den beiden Orten, direkt an der Weser.
Die alte Straße endet von beiden Seiten am Sicherheitszaun.

Das Landschaftsbild erinnerte mich sehr an meine Heimat Edertal.
"Gott sei Dank" haben wir nur eine verrostende Kiesanlage und einen
Nassholzlagerplatz zwischen unseren Dörfern, waren meine Gedanken, als
wir den bedrohlich wirkenden riesigen Kühltürmen mit ihren weithin
sichtbaren Dampfschwaden immer näher kamen.

Auch aus Richtung Emmerthal strömten die Menschen vor die Tore des AKW
Grohnde. Bei herrlichem Sommerwetter waren es ca. 20.000 Demonstranten.
Darunter viele, die schon vor 34 Jahren erbitterten Widerstand geleistet
hatten, aber auch junge Leute und bisher politisch wenig bewegte
Menschen, die zum ersten Mal an einer Demo teilnahmen.
Sie schwenkten ihre Fahnen mit der roten Anti-Atom-Sonne und forderten
auf bunten Transparenten den sofortigen Ausstieg aus der Kernenergie.
Bauern aus Hildesheim, Göttingen und sogar aus dem Wendland waren mit 80 Traktoren angereist und protestierten mit einem Traktor-Konvoi.

Die Kundgebung begann mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer
von Tschernobyl und Fukushima. Hiltrud Schwetje, die frühere Ehefrau von
Ex-Kanzler Schröder erinnerte an die Folgen des Super-Gau's . Sie war
viele Jahre in der Hilfe für Tschernobyl-Kinder aktiv und sagte: ,,Jedes Atom-
kraftwerk bedroht uns alle. Wenn wir die Welt für unsere Kinder retten
wollen, müssen wir etwas tun."
Auch die anderen Redner aus Bürgerinitiativen, Umweltverbänden, IPPNW
(Internationale Ärzte gegen den Atomtod) und Anti-Atom-Plenum
Weserbergland waren sich einig: "Abschalten" ist das einzige Wort, das
zählt.

Mit dem Refrain: "Bye, bye, Atomkraft, bye, bye,
es ist nicht zu spät, wenn du jetzt gehst
(nach dem Song "American pie"von Don Mc Lean),
umzingelte die große Menschenmenge anschließend das Atomkraftwerk.
Entlang der Sicherheitszäune um Kühltürme und Reaktorkuppel saßen und
standen die Demonstranten, alle mit der selben Botschaft an die
Politiker und Kraftwerksbetreiber, die AKW's endlich stillzulegen.
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