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„Grüß Er mir auch den Pastor Schötter!“

Das Pfarrhaus in Braunsroda mit der Gedenktafel vom Aufenthalt des Preußenkönigs Friedrich der Große. Foto vom 20.03.2012
Braunsroda: Pfarrhaus | Mit seinem unglaublichen Gedächtnis für Namen und Personen beeindruckte Preußenkönig Friedrich der Große seine Untertanen. Der große König erinnerte sich stets des Tages und Pastors Christian Heinrich Schötter von Braunsroda bei Eckarsberga, in dessen Pfarre er am 11. September 1757 sein Quartier aufschlug. Er befand sich auf dem ersten Anmarsch gegen die Franzosen unter Prinz Soubise im Siebenjährigen Krieg ( 1756 - 1763), dem "Franzosenkrieg".
Aus der Überlieferung weiß man heute noch genau, in welchem Zimmer er nächtigte und in welchem seine Adjutanten. Eine Gedenktafel am Pfarrhaus zu Braunsroda erinnert an das historische Ereignis.

Pastor Schötter schreibt: „1757 den 11. Sept. hatte Ihro Majest. der König von Preußen Friedrich der Große Sein Hauptquartier in hiesiger Pfarrwohnung, da ich die Gnade hatte Ihnen über eine Stunde aufzuwarten. Das Lager war von dem Pfarrhölzchen bis Frankrode. Abends kam Feuer auf durch Verwahrlosung der Soldaten bei Friedrich Nürnbergern, wodurch 6 Inwohnern das Ihrige in die Asche gelegt worden von Pollandt bis Samuel Rudolphen.“

An diesem denkwürdigen Sonntag, dem 11. September 1757 konnte kein Gottesdienst stattfinden. Von Herrengosserstedt mussten „200 Scheffel Hafer, viel Brot und andere Notwendigkeiten geliefert werden, und haben die hiesigen Inwohner den halben Sonntag dreschen und solche Zufuhren bewerkstelligen müssen.“
Laut Pfarrer Besser aus Herrengosserstedt sei das Lager bei Marienthal an der ‚Streiteiche ´ gewesen.

Am Tag nach der Schlacht bei Roßbach im November 1757 beglückwünschte der Spielberger Pfarrer den bei ihm einkehrenden Preußenkönig zum glorreichen Sieg. Er erhielt die Antwort: „Seine Gebete werden wohl auch mitgeholfen haben!“

So oft Friedrich der Große später seinen Justizminister und Obertribunalspräsidenten Ernst Friedemann von Münchhausen nach ‚Gosserstedt‘, dem für Braunsroda zuständigem Gerichtsort schickte, pflegte er stets hinzuzufügen: „Grüß Er mir auch den Pastor Schötter!“

Quelle: Heimatkalender Eckartsberga von 1905 aus der Ortschronik Baunsroda

Siehe weiteren Beitrag zum Thema Friedrich der Große:

http://www.myheimat.de/eckartsberga/gedanken/glanz...
http://www.myheimat.de/eckartsberga/kultur/300-geb...
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Weiterveröffentlichungen:

Naumburger Tageblatt | Erschienen am 28.03.2012
3 Kommentare
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Frank Teichert aus Naumburg (Saale) | 20.03.2012 | 21:31  
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 21.03.2012 | 07:05  
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Annemarie Dr. Mrosk aus Eckartsberga | 21.03.2012 | 07:20  
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