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Glanzlichter unter unseren Vorfahren

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Der junge Friedrich II. ; Ölmalerei von Dr. Heinz Mrosk
 
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Der "Alte Fritz"- Friedrich der Große ; Ölmalerei von Dr. Heinz Mrosk
Eckartsberga: Stadt | Der 300. Geburtstag des Preußenkönigs Friedrich II. am 24. Januar 2012 verlief ziemlich unauffällig, spaltet er doch die Meinungen über sein Tun und Handeln in zwei Lager. Nun ist man aber in Brandenburg mit seinen Worten "zur Vernunft" gekommen.
Die historische Bausubstanz wurde erhalten und mit 300 Veranstaltungen und 30 Projekten wird ihm ein Themenjahr gewidmet. Er soll geehrt werden, aber auch "nicht ungeschoren davon kommen".

Neben den vier großen Staatsgebilden Europas im 16. und 17. Jahrhundert versuchten sich viele kleine Fürstentümer Zentraleuropas territorial auszudehnen. Vor allem Heirat und Kriege brachten sie diesem Ziel näher.
Im Bayrischen Erbfolgekrieg 1778/79 wollte z.B. der österreichische Kaiser Josef II. bereits Großteile Bayerns durch Austausch gegen Belgien annektieren. Er scheiterte am Widerstand des Preußen Friedrich II., der damals schon 45 Jahre im Amt war. Kurz vor der eigenen Krönung 1740 hatte er sich mit seinem gestrengen Vater, dem "Soldatenkönig Wilhelm I." ausgesöhnt. Viele Vorhaben aus dessen Vermächtnis wollte er nun erfüllen.

Von der ersten Stunde seiner Regentschaft an war er bestrebt, das Reich zu vergößern.
Als der habsburgische Karl VI. im Krönungsjahr Friedrich II. 1740 plötzlich verstarb, nutzte Friedrich die Gunst der Stunde und griff militärisch in die bestehende Krise siegreich ein.

Während seiner zunächst erfolgreichen Kriege bürgerte sich beim Volk der Name Friedrich der Große ein. Dazu trug auch die Tatsache bei, dass Oberst Steuben die modernen Militärkenntnisse Preußens zur Offiziersschulung in den jungen Vereinigten Staaten einsetzte.

Hier in unserer nahen Umgebung hielt sich Friedrich II. auch kurze Zeit auf. Er übernachtete beim Pfarrer in Braunsroda und in Spielberg. In der Nähe von Weißenfels schrieb er mit der Schlacht bei Roßbach am 5. November 1757 preußische Geschichte. Die Franzosen - vernichtend geschlagen - wurden von den Preußen bis nach Eckartsberga verfolgt.
Ein Teil Schlesiens wurde Preußen zugeschrieben.

Zur Weiterentwicklung des Königreiches Brandenburg-Preußen waren die gewonnenen Kriege eine große Bereicherung. Die moderneren Industriebetriebe in Nieder- und Oberschlesien waren besonders für die preußische Textilindustrie von Vorteil. Mit den daraus resultierenden Mehreinnahmen war einiges in der Wirtschaft und Verwaltung zu verbessern.
Er trieb die Wirtschaft mit Macht voran. Ein Kraftakt war die Gewinnung von Ackerflächen durch Sumpftrockenlegungen an Oder und Neiße.
Das Roden von Waldgebieten besonders in Pommern, ermöglichte die Ansiedlung tausender Arbeitskräfte auf dem Lande. Sie wurden vom Staat mit Land zur Bearbeitung belohnt.
Friedrich II. führte mit größtem Nachdruck gegen den anfänglichen Willen der Bevölkerung die Kartoffel ein und besiegte somit Hungersnöte.

Den „Amtsschimmel“ bekämpfte er gegebenenfalls mittels Militäreinsatz.
In den Städten waren ausgebildete Industriearbeiter und Wissenschaftler willkommen.
Seine tolerante Einwanderungspolitik stand unter dem Motto:„Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden“. Religions- und Glaubensfreiheit zogen Intelektuelle und Arbeitskräfte aus anderen Ländern an.

Dennoch überschatteten viele Kriege die Regierungszeit Friedrichs des Großen. Verluste, Armut und Leid hatte das Volk zu tragen. Dessen sinkenden Lebensmut musste Friedrich II. oft wieder aufbauen, teils mit durchgreifender Heeresgewalt, teils mit Belehrungen, Hinweisen und guten Ratschlägen.
Er sagte: „Die erste Generation arbeitet sich tot, die Zweite leidet Not, die Dritte findet ihr Brot.“
„Die Torheiten der Väter sind für ihre Kinder verloren. Jede Generation muss ihre Eigenen begehen.“

Andererseits war Friedrich der Große ein Schöngeist, der sich mit Gelehrten, Künstlern, Dichtern und Denkern umgab. Seine Tafelrunden waren dafür berühmt.
Mit Voltaire erarbeitete er in seinem Testament von 1752 das Idealbild eines Landesfürsten. Demnach sei der Regent erster Diener des Staates, zwar unbegrenzt souverän, aber grundsätzlich dem Wohlergehen seines Volkes verpflichtet.
Außerdem war er ein überzeugter Verfechter von Fleiß, Disziplin und Ordnungsliebe.

Einerseits war Friedrich der Große ein machthungriger und rücksichtsloser Feldherr. Dennoch schuf er wichtige Voraussetzungen für die Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 und machte Preußen zur europäischen Großmacht.
Andererseits war er als Friedrich II. oder "alter Fritz" erster Diener seiner Untertanen, der für Arbeit, Brot und wirtschaftlichen Fortschritt sorgte.
Die deutsche Wirtschaft und Politik reformierte er nicht nur, sondern revolutionierte sie.
Friedrich der Große war ein weltoffener, gebildeter und musischer Monarch. Er musizierte, komponierte, dichtete und entwarf viele berühmte Gebäude.

Wir haben allen Grund, den bedeutenden deutschen Staatsmann zu ehren.

Weiteres über Friedrich II. siehe auch:

http://www.myheimat.de/eckartsberga/kultur/gruess-...
http://www.myheimat.de/eckartsberga/kultur/300-geb...
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5 Kommentare
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Frank Teichert aus Naumburg (Saale) | 19.03.2012 | 16:39  
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Annemarie Dr. Mrosk aus Eckartsberga | 19.03.2012 | 17:53  
12.899
Ronny Ullrich aus Laucha an der Unstrut | 19.03.2012 | 21:49  
75.244
Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 20.03.2012 | 07:05  
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Annemarie Dr. Mrosk aus Eckartsberga | 20.03.2012 | 20:57  
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