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Haushaltsentwurf 2018 Gemeinde Ebsdorfergrund

Haushalt Ebsdorfergrund bis 2022 schuldenfrei?
Schulden abbauen und zugleich investieren – so der Plan des Bürgermeisters von Ebsdorfergrund, Andreas Schulz.
Die Zahlen in seinem Haushaltsentwurf 2018 zeigen, wie das klappen soll.
Ebsdorfergrund
In fünf Jahren soll die Gemeinde Ebsdorfergrund schuldenfrei sein. Das wäre dann das Ende einer jahrzehntelangen Konsolidierungsphase, in der der Haushalt der Gemeinde stetig gewachsen ist.
 
Laut Entwurf wird er 2018 ein neues Rekordvolumen erreichen: 17.604.333 Euro stehen im Ergebnishaushalt zu Buche. So groß war Ebsdorfergrunds Etat noch nie. Und ein knapper Überschuss steht auch noch unter dem Strich.
Ebsdorfergrunds Schulden sollen bis zum Ende des nächsten Jahres auf rund 1,4 Millionen Euro schrumpfen. Das sei dann die niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung im Landkreis Marburg-Biedenkopf, sagt Andreas Schulz stolz.
Und stolz ist der Bürgermeister und Kämmerer auch darauf, dass der Schuldenabbau nicht mit einem Investitionsstopp einhergeht. Im Gegenteil: Im kommenden Jahr soll kräftig gebaut, saniert und gestaltet werden.
Investieren, ohne Kredite aufzunehmen
Dafür stellt Schulz rund 6,7 Millionen Euro in den Haushalt ein. Nimmt man die Pläne für 2019 hinzu, will der Bürgermeister in den kommenden beiden Jahren rund 14 Millionen Euro investieren.
„Wir setzen auf Expansion“, sagt er. Bezahlen möchte er das mit Erspartem und Mitteln aus der laufenden Geschäftstätigkeit, ohne dafür Kredite aufzunehmen. Die Gemeinde ist flüssig, hat elf Millionen Euro auf der hohen Kante.
Den Löwenanteil der Investitionen wird im nächsten Jahr die Ortsumgehung Heskem verschlingen. Drei Millionen Euro sind hierfür eingeplant. Allerdings tritt die Gemeinde hier nur in Vorleistung und bekommt dieses Geld mittelfristig vom Land zurück. Auch für andere Straßen will Schulz Geld ausgeben:
Die Raingasse in Dreihausen soll komplett saniert werden. Auf OP-Nachfrage betonte der Bürgermeister, dass er das Straßennetz in den kommenden Jahren sanieren und ausbauen möchte, ohne die Bürger über Straßenbeiträge oder die Einführung wiederkehrender Straßenbeiträge an den Kosten zu beteiligen.

Im Haushalt 2018 eingestellt ist auch die Erweiterung der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ in Beltershausen. Dort sollen zukünftig drei neue Krippengruppen ihr Zuhause finden. Vorher muss die Einrichtung aber ausgebaut werden. Geplant ist dies für das kommende Jahr. Ab Frühjahr 2019 sollen dann dort Erzieherinnen ihre Arbeit mit den Kleinkindern aufnehmen.
Auch die Modernisierung der Feuerwehr steht weiterhin auf dem Programm der Gemeinde. Die Erweiterung der Feuerwehrgerätehäuser in Dreihausen und Hachborn laufen schon seit diesem Jahr.
Dreihausen hat zudem bereits ein neues Feuerwehrfahrzeug bekommen, in Beltershausen soll eines im Dezember in Dienst gestellt werden.
Für Roßberg, Rauischholzhausen und Heskem-Mölln ist auch jeweils ein neues Fahrzeug vorgesehen. Dafür wird laut Haushaltsentwurf im kommenden Jahr Geld bereitstehen.
Heizungen über Weihnachten ausgestellt
„Von allen Haushalten, die ich bisher eingebracht habe, wird dieser die Zukunft am stärksten bestimmen“, sagte Andreas Schulz im Gespräch mit der OP.
Dass sich die Gemeinde finanziell gesund gestoßen hat, führt er auf einen langwierigen Prozess „geschickter Finanzwirtschaft“ und flache Strukturen zurück.
In den 90ern habe man in der Gemeinde angefangen, ein Bewusstsein für Wirtschaftlichkeit zu kultivieren. So habe er gemeinsam mit anderen versucht, Verschwendung einzudämmen, so Schulz.
„Wir sind damals vor Weihnachten in den Kindergarten und andere Einrichtungen gefahren, und haben die Heizungen runtergedreht“, erinnert er sich.
Jetzt steht Ebsdorfergrund finanziell stabil da. Die Sätze zur Grund- und Gewerbesteuer liegen im kreisweiten Vergleich zu anderen Kommunen unter dem Durchschnitt, bei der Grundsteuer sogar deutlich.
Auf der Einnahmenseite verweist der Bürgermeister auf die positive Entwicklung bei der Lohn- und Einkommensteuer. Rund viereinhalb Millionen Euro werden so im kommenden Jahr in die Gemeindekasse gespült. Sieben Millionen Euro will Schulz aus Gebühren und Pachten erwirtschaften. Der Rest kommt über Zuweisungen vom Land Hessen und die Gewerbesteuer.
von Dominic Heitz, Oberhessische Presse 14.11.2017
 
 
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