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Vom Wald bis zum Papier

NABU NRW verleiht Dr. Hermann-Klingler-Preis 2012 an NABU-Kindergruppe in Coesfeld

Coesfeld/Düsseldorf – Mit „Papiertiger“ hat die NABU-Kindergruppe Coesfeld eine Ihrer Missionen überschrieben. Dabei geht es um das Thema Papierverbrauch, denn ´irgendwie sind auf dem Papierohr so viele Leute taub´, steht im Kurzprotokoll einer ihrer Gruppenstunden. Deshalb haben sie bei dem Thema Papier nicht lockergelassen und unter anderem eine eigene Ausstellung entwickelt, mit der sie durch die Grundschulen ziehen. Nicht nur bei ihren Mitschülern in Coesfeld kommt das Engagement gut an. „Besonders begeistert hat die Jury die lebhafte Auseinandersetzung mit Natur und Umwelt in ihrem ganz persönlichen Umfeld, die man bei allen Projekten der Coesfelder Kindergruppe findet“, sagte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU Nordrhein-Westfalen. So sei es kein Wunder, dass die Auszeichnung mit dem Dr. Hermann-Klingler-Preis 2012 einstimmig erfolgte.

Zum Thema Papier haben sich die Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren zunächst selbst schlau gemacht über die Zusammenhänge zwischen Papierverbrauch und Waldvernichtung. Im Anschluss wurde viel diskutiert über die Rolle des Waldes. Fazit: Auch für uns Menschen ist der Wald sehr wichtig und viel mehr als ein Rohstofflieferant. Mit der selbst entwickelten Ausstellung ziehen die Kinder seitdem durch die Grundschulen, weisen auf dieses alltägliche Problem hin, geben Informationen zum Einsparen von Papier, zeigen Alternativen auf durch die Verwendung von Recyclingpapier und experimentieren beim Papierschöpfen ganz praktisch zum Thema Altpapier. „Dabei beweisen die Kinder eindrucksvoll, dass die komplexen Zusammenhänge zwischen Recycling und Artenvielfalt im Wald spannend sind und mit Spaß erarbeitet werden können“, so Tumbrinck.

In Coesfeld hat die Gruppe sich schon einen Namen gemacht. Dabei verfolgen die Kinder nicht nur das Thema Papier mit Herzblut. Arbeitseinsätze in der Letter Wacholder-Heide, Gruppenstunden im Wald vor der eigenen Haustür sowie Nachtwanderungen bis hin zur Teilnahme am GEO-Tag der Artenvielfalt stehen auf dem Programm der Gruppe. Dabei wenden sie sich mit Briefen auch schon mal aktiv an die Ministerpräsidentin oder ans ZDF, um auf ihre Anliegen hinzuweisen.

„In den Gruppenstunden der NABU-Kindergruppe wird deutlich, dass die Kinder selbst nach Wegen suchen und aus echter Überzeugung handeln“, erklärte Dr. Marion Mittag, Vertreterin der Familie Klingler und Mitglied der Jury. Damit würden die Preisträger einen wesentlichen Aspekt erfüllen, der dem Namensgeber des Preises sehr wichtig war: „Jeder kann an seinem Platz, nach seinen Fähigkeiten Gutes tun” lautete der Leitsatz von Dr. Hermann Klingler, einem Naturschützer, dem ganz besonders das Engagement junger Menschen am Herzen lag. In seinem Andenken verleiht der NABU-Landesverband seit 1995 in jedem Jahr diesen mit 500 Euro dotierten Preis.
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