Handel und Vertrieb im Rückblick: Als sich die Tankstelle 1968 zum Lebensmittel-Laden verwandelte

In den USA sind Tankstellen schon früh wahre Allrounder und Anlaufstellen für jede Menge schräge Vögel. Am 20. Mai 1968 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 17. Jahrgang über die Verbreiterung des in Tankstellen geführten Sortiments. | Foto: © pixabay.com /TRD mobil
  • In den USA sind Tankstellen schon früh wahre Allrounder und Anlaufstellen für jede Menge schräge Vögel. Am 20. Mai 1968 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 17. Jahrgang über die Verbreiterung des in Tankstellen geführten Sortiments.
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(TRD/MID) Fachleute sahen damals eine wesentliche Verbreiterung des in Tankstellen geführten Sortiments voraus, wegen der steigenden Grundstücks- und Betriebskosten. Auch nahm die Zahl der Frauen zu, die Autos fuhren und Tankstellen aufsuchten. Ein erster Versuch wurde in den USA von der Firma Sinclair gemacht, gemeinsam mit National Cash Register und dem Tankstelleninhaber John F. Hitchins in Atlanta.

Die Tankstelle hatte einen „Brotkorb“, ein elektronisches Ordersystem, mit dessen Hilfe die Frau Lebensmittel aller Art bestellen konnte. Diese wurden von einem Gehilfen zusammengestellt, verpackt und mit Rechnung übergeben. Die Bezahlung erfolgte auf der Tankstellen-Kreditkarte des Kunden. Der „Brotkorb“ führte 50 verschiedene Lebensmittel. Die Frau brauchte nicht auszusteigen, wenn sie die elektronische Konsole bediente. Diese weiste 50 Knöpfe auf. Geführt wurden Kaffee, Seife, Konserven, Bier, Margarine und vieles mehr. Die Ware wurde in einem Verkaufsbeutel überreicht, der auch die Rechnung spezifiziert enthält.

Mini-Geschäft

Der „Brotkorb“ war eine Art Mini-Lebensmittelgeschäft, als wesentlicher Bestandteil von der Tankstelle organisiert. Die Ware ließ sich schnell verteilen. Das Lager, das der „Brotkorb“ führte, belief sich auf 1.500 Dollar und sollte im Monat mindestens zehnmal umgeschlagen werden. Kleine Lebensmittelläden drangen täglich überall vor. Man sah im „Brotkorb“ eine wesentliche Bestätigung des kleinen und bequemen Lebensmittelgeschäfts und eine fast unvermeidbare Folge der durch das Auto revolutionierenden Lebensweise.
Chancen der Tankstelle

Die Tankstelle wurde so im Vertrieb für andere Produkte als Öl, Reifen, Batterie etc.wichtig. Zumal die Gesellschaften ihre Kreditkarte, die sie den Kunden gaben, für ein immer breiteres Sortiment zur Verfügung stellten. Im Rückblixk verkauften allein die Tankstellen der größeren Ölfirmen, die etwa acht Millionen Kreditkarten im Umlauf hatten, 250.000 Radiogeräte und für mehrere Millionen Dollar elektronische Geräte aller Art.

Der „Brotkorb“ galt als richtungsweisendes Experiment für eine völlig neue Standortskonzeption des Lebensmitteleinkaufs. Sonst wären Sinclair und NCR diesen Weg auch nicht gegangen. Fachleute schrieben dazu, dass endlich eine neue Konzeption der Tankstelle begann mit wesentlicher Erweiterung des Sortiments. Das Automobil hatte damals die ganze Lebensweise der Menschen revolutioniert – nur nicht die Tankstelle – und das wurde dann nachgeholt.

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Heinz Stanelle aus Düsseldorf

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