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Sachsenderby - Aue Tickets für Dynamo. Aue umgeht Dresdner Fan-Verzicht

Eine überraschende Nachricht kommt aus Aue. Eigentlich sollten die für Aufruhr bekannten Fans des Zweitligisten Dynamo Dresden ihr Team nicht zum Match gegen Erzgebirge Aue am 10.März begleiten. Diese Entscheidung wurde in Dresden getroffen und offiziell verkündet. Doch nun heißt es für das Sachsenderby: Aue-Tickets für Dynamo. Aue umgeht Dresdner Fan-Verzicht. Denn trotz der Entscheidung des Dresdener Aufsichtsrats und obwohl bundesweit bekannt ist, wie problematisch das Verhalten der Anhänger von Dynamo ist, verkauft Erzgebirge Aue ihnen Tickets. Und das sogar direkt in Dresden.

Aue missachtet Dresdener Entscheidung

Dass Dynamo Dresden im Auswärtsspiel der Zweiten Liga am 10.März bei Erzgebirge Aue nicht wie geplant auf die Unterstützung der eigenen Anhänger verzichten muss, verwundert, weil es anders angekündigt war. Und dies konkret vom Aufwärtsteam, das in einer sehr wichtigen Partie den eigenen Anhang nicht im Stadion wünschte. Bereits im Vorfeld gingen die Verantwortlichen von Problemen und erneuten Eskapaden aus und wollten den so genannten Fans gegenüber, die sie einfach nicht in den Griff bekommen, ein Zeichen setzen. Doch dies ist nun überraschend nicht mehr möglich. Und zwar, weil das Heimteam den freiwilligen Fanverzicht des Gegners missachtet und umgeht. Es verwundert sehr, dass trotz der Kenntnisse der Dresdener Fanproblematik und obwohl die Verantwortlichen von Dynamo dagegen waren, die Klubleitung von Erzgebirge Aue ankündigte, 2700 Tickets für den 10.März in Dresden über einen Sponsor zu verkaufen. Dies sorgt bei Dynamo für Irritation und Ärger. Geschäftsführer Christian Müller sprach davon, dass er und seine Kollegen von dieser Entscheidung sehr überrascht worden sind. Gegenüber der Nachrichtenagentur SID sagte er:

„Wir werden uns nun innerhalb unserer Gremien unter der Führung von Präsident Andreas Ritter mit unseren Fan- und Sicherheitsbeauftragten beraten und uns mit der neuen Situation auseinandersetzen."

Laut Erzgebirge Aue liegt der überraschenden Entscheidung eine Einschätzung der lokalen Polizei zugrunde. Diese sieht keinerlei rechtliche Grundlage für eine Nichtanreise der Fans von Dynamo Dresden. Ob des Weiteren die Überlegung eine Rolle gespielt hat, durch den Verkauf der Auswärtstickets weitere Einnahmen zu generieren, wurde nicht bestätigt.

Seit Jahren bekannt: die Dresdener Fan-Problematik

Die SG Dynamo Dresden gerät seit Jahren immer wieder aufgrund von Fanausschreitungen in die Schlagzeilen. Vor einer Partie gegen diesen Gegner sind die Sicherheitsorgane der Heimmannschaften stets sehr gefordert. Zu Vorfällen kommt es trotzdem viel zu häufig. Und aus diesem Grund wurden bereits mehrfach Strafen gegen die Dresdener ausgesprochen. Beispielsweise wurde der Verein für die Saison 2013/2014 aus dem DFB Pokal ausgeschlossen. Einen derartigen Plan hatte es bereits ein Jahr zuvor gegeben, doch er wurde nach einem Einspruch noch einmal revidiert. Auch aktuell hat der Verein Einspruch eingelegt. Leider haben die so genannten Fans, die bestimmt keine sind, trotz dieser Strafen und trotz ihres schlechten Rufs nichts dazu gelernt. Direkt nach der Verkündung der DFB Pokal Sperre haben sie wieder für negative Schlagzeilen gesorgt, durch Prügeleien und das Zünden von Pyrotechnik beim Spiel in Kaiserslautern. Einmal mehr verkündete der eigene Verein als Reaktion drastische Konsequenzen. Doch Dresdens Geschäftsführer Christian Müller muss leider immer wieder eingestehen, dass man einfach nicht bis zu den Chaoten vordringt. Es ist, als ob diese nichts lernen wollen und einfach immer weiter rebellieren, egal was dies für den Ruf von Dynamo Dresden bedeutet und vor allem für den Geldbeutel des klammen Klubs, der immer wieder Strafzahlungen tätigen muss. In den Auswärtsspielen bei Erzgebirge Aue, bei Aufstiegsaspirant Eintracht Braunschweig und bei Union Berlin wollte der Verein nun freiwillig auf die eigenen Fans verzichten. Dieser Beschluss des Aufsichtsrates stammt vom 12.Februar. Man hatte zu einem außerordentlichen Termin zusammengefunden, um auf die Vorfälle in Kaiserslautern direkt zu reagieren und traf diese Entscheidung, die bundesweit mit Beifall bedacht wurde.

Doch nun ist durch die Entscheidung von Erzgebirge Aue der Plan hinfällig. Letztlich ist sie heikel zu nennen, denn es steht außer Frage, dass viele Dresdener das Angebot wahrnehmen werden und in das Erzgebirge reisen. Gibt es bei diesem Spiel abermals Vorfälle, werden die Schlagzeilen und die Kritik sehr groß sein. Aus Aue ist von Geschäftsführer Michael Voigt zu hören, dass man sehr viel Bedacht darauf legen wird, das Thema Fanproblematik zu entschärfen und den Verkauf der Karten in geordnete Bahnen lenken will. Dass Ordnung und Sicherheit über allem stehen, betont er. Doch gerade in Derbys gibt es immer wieder große Brisanz. Im Falle des Sachsenderbys ist Dynamo schon aufgrund der Geschichte der große Verein und Erzgebirge Aue ist der Underdog. Tabellarisch ist es ein Duell auf Augenhöhe. Beide Vereine kämpfen gegen den Abstieg aus der Zweiten Liga. Bereits aus diesem Grund liegt eine spezielle Brisanz in dieser Partie.

Kritisch äußert sich der Dresdener Präsident Andreas Ritter zu der neuen Problematik: „Ich bin erstaunt über das Verhalten der Auer. Wenn die Dynamo-Fans Schaden anrichten, schreit alles nach Strafzahlungen. Wenn aber keine kommen, ist man auch nicht glücklich.“ Dass Dynamo nichts gegen die Entscheidung tun kann, weiß der Präsident, betont aber, dass er sie für unkollegial hält.
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