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Gaußmuseum Dransfeld Carl Friedrich Gauß und der Hohe Hagen

Gauß-Büste Museum Dransfeld
 
Gauß Göttinger Sternwarte im Gaußmuseum Dransfeld
 
Heliotrop Museum Dransfeld
Dransfeld: Museum |

Auf den Spuren von Carl Friedrich Gauß im Museum Dransfeld

Bildungsreise nach Süd-Niedersachsen
Christa. Christa, Gabi und Winni

In Dransfeld, einem ca. 4 500 Einwohnerort in Süd-Niedersachsen, genau auf halber Strecke zwischen der Universitätsstadt Göttingen und der alten Fachwerkstadt Hannoversch Münden, vermutet man wohl kaum ein Museum, welches dem Universalgelehrten Carl Friedrich Gauß gewidmet ist.
Vielmehr würde man ein solches Museum in Braunschweig, dem Geburtsort von Gauß (geb. 1777), oder in Göttingen (dem Hauptwirkungsort von Gauß gest. 1855) vermuten. Aber das einzige Museum, welches sich ausschließlich dem Leben und Wirken von Gauß widmet, findet man in Dransfeld.

Aber warum gerade in Dransfeld?


Das Gauß-Museum Dransfeld muss man im Kontext mit der Hannoverschen Landvermessung ab 1820 durch Carl Friedrich Gauß gesehen werden. 1820 erteilte König Georg IV (König von England und Hannover) Gauß den Auftrag, das Königreich Hannover zu vermessen. Einen Messpunkt legte Gauß auf dem Hohen Hagen an.
Der Hohe Hagen ist ca. 500 m NHN hoch und liegt im Dransfelder Stadtwald. Er ist einer der höchsten Erhebungen in Süd-Niedersachsen. Von hier aus hat man einen sehr weiten Blick bis zum Harz und sogar bis zum Thüringer Wald. Diesen Weitblick nutzte Gauß bei seiner Vermessung des "Großen Dreiecks": Hoher Hagen - Brocken - Großer Inselsberg eine Grundlage der Landvermessung des Königreichs Hannover.
1909-1912  wurde auf dem Hohen Hagen ein Aussichtsturm errichtet, der nach Carl Friedrich Gauß benannt wurde. Bereits König Georg V (letzter König von Hannover) bezeichnete Gauß als "Titan der Mathematik"

Im Aussichtsturm Hoher Hagen nach seiner Fertigstellung ein kleines Gauß-Museum eingerichtet.
Als der Aussichtturm baufällig wurde und der Nachfolgeturm ungeeignet war, verlegte der Verkehrsverein Dransfeld das Museum in die Stadt.

Liebevoll gepflegt und betreut wird das Museum durch Mitglieder des Verkehrsvereins Dransfeld. Eine Führung mit viel Hintergrundinformation gab es durch Herr Rehkop VV Dransfeld.
Im Gauß-Museum Dransfeld erhält man Informationen über das Leben von Gauß, seinen Werken, alles über die Vermessung der "Welt", Weggefährten und Exponaten seines Schaffens. Die "geballte" Info über den: („Fürst der Mathematiker; Erster unter den Mathematikern“).
Vom Hohen Hagen kann man zudem bei schönem Wetter den Weitblick über Süd-Niedersachsen und Nord-Hessen genießen. Nach Voranmeldung kann der neue Aussichtsturm besichtigt werden. Geologisch interessierte Menschen können auch einen Blick in den alten Basaltsteinbruch werfen.

Der Rückweg aus Dransfeld

Wenn man für den Rückweg in Richtung Hannover der B 3 folgt, kommt man in die alte Hansestadt Einbeck. Den Besuch dieser alten Fachwerkstadt wollten wir bei unserer Bildungsreise nicht verpassen. Einbeck lag im Mittelalter bis hinein in die Neuzeit an den Kreuzungspunkten wichtiger Handelsstraßen. Diese prädestinierte Lage machte Einbeck zu einem bedeutenden Handelspunkt. In Einbeck wurde das Bockbier erfunden, welches früher bis nach München gehandelt wurde. Bekannt ist Einbeck auch für den Blaudruck, Einbeck verfügt über eine Senffabrik und ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt durch das "Kleinwanzlebener Saatzuchtinstitut". Das alte Rathaus, der Till Eulenspiegel Brunnen und die gesamte Altstadt sind eine Reise wert. In den Sommermonaten finden diverse Veranstaltungen vor der Kulisse der alten Fachwerkhäuser statt. Selbst Martin Luther soll Einbeck ob seines Bieres gepriesen haben.

Der Hils

Der weitere Rückweg in Richtung Hannover ging über den Hils. Der Hils ist ein waldreicher Mittelgebirgszug und gehört zum Leinebergland. Die Bloße Zelle ist mit rund 480 m NHN die höchste Erhebung. Hier konnte wieder der Bezug zu Carl Friedrich Gauß hergestellt werden.
Denn bei seiner "Gaußschen Landesaufnahme" ab 1821 wurde hier ein Messpunkt errichtet.
Mit dem Messpunkt Hils (1821) wurde das Dreieck: Hils, Deister I (auf dem Kalenberg oberhalb von Bredenbeck/Wennigsen 1822 ) und Lichtenberg (Salzgitter 1822) gewinkelt und von Gauß berechnet. Auf dem Hilskamm verläuft eine Etappe des Pilgerwegs "Roswithaweg" von Nienburg bis Bad Gandersheim über Steinhuder-Meer, Deister und Ith.
Der Hils verfügt über gut ausgeschilderte Wanderwege und bietet Einkehrmöglichkeiten in Grünenplan und im "Roten Fuchs" auf dem Hilskamm. Dem Schriftsteller Wilhelm Raabe (geb. 1831 - gest. 1910) hat man auf dem Hilskamm einen Aussichtturm und ein Denkmal gewidmet.


Das Halletal - ein Verkehrsweg zwischen Ith und Vogler

Der weitere Rückweg erfolgte durch das Halletal von Eschershausen bis Coppenbrügge.
Diese Straße im Halletal ist eingebunden vom Hils und dem langgestreckten Ith auf der rechten Seite und dem Vogler und dem Schecken auf der linken, der Weser zugewandten Seite. Sehr schön sind auf dieser Straße die Segelflugplätze am Ith zu erkennen.
Im Ort Bessingen kann man am Schwefelborn das schwefelhaltige Wasser, aus der Quelle sprudelnd, riechen und trinken. Es ist nicht gesundheitsschädlich, auch wenn es nach faulen Eiern riecht. So schwefelig muss es aber wohl in der "Hölle" riechen? Das Schwefelwasser entspringt am Hitzkopf bei Coppenbrügge.

Blick auf den Osterwald, Nesselberg und Kleiner Deister

Bevor die Bildungsreise, auf den Spuren von Carl Friedrich Gauß, in Wennigsen endete, konnte die Reisegruppe noch den beeindruckenden Blick auf den Osterwald, Nesselberg und den Kleinen Deister genießen. Vor der Kulisse des Osterwalds wurden, in der Gemarkung von Coppenbrügge, in jüngster Zeit eine Vielzahl von Windkraftanlagen errichtet. Hier kann man den Fortschritt, hin zu erneuerbaren Energiequellen auch im Binnenland, auf beeindruckender Weise erkennen, aber auch durchaus kontrovers diskutieren.
Die Kritiker befürchten, dass durch die sehr hohen Windkrafträder die Kulturlandschaft geschädigt und verschandelt wird.
Sicherlich haben Befürworter und Kritiker je auf ihre Weise recht.
In diesem Zusammenhang gibt es ein passendes Sprichwort: Wasch mich, aber mach mich ja nicht nass.

Ein Glück, dass sich Carl Friedrich Gauß, der als Wissenschaftler durchaus dem Fortschritt zugewandt war, mit diesem Thema nicht befassen musste. Trotzdem würde ich, um das Thema Gauß abzuschließen, gerade zu den erneuerbaren Energien und den Windkraftanlagen gerne seine Meinung wissen
Mit Blick auf den Kalenberg bei Bredenbeck, mit dem Messpunkt Deister I, endete die Themenreise 20.03.2018.
Winni Gehrke März 2018
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