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Hochtouren im Wallis: Allalinhorn und Strahlhorn

Die letzte Querung zur Britanniahütte
Am Mittwoch, den 24. Juli, brachen wir um 6 Uhr an der Schwabenhalle mit dem AV-Bus auf nach Saas Fee (1803m), ein Tal im Wallis neben Zermatt und dem Matterhorn. Unser Tagesziel, die Britanniahütte auf 3030m erreichten wir pünktlich zum Abendessen um 18.30 Uhr nach 3,5 Stunden Aufstieg über das im Sommer ruhende Skigebiet.

2. Tag: Eine zarte, unbekannte Stimme weckte uns pünktlich um 3.45 Uhr mit „Viertel vor Vier … es ist jetzt Viertel vor Vier“ – der Weckservice der Britanniahütte. Unser Tagesziel, das Allalinhorn (4027m), erreichten wir problemlos über den Hohllaubgrat bei bestem Wetter. Nach der Gipfelüberschreitung stiegen wir zunächst 1038 Höhenmeter im schon sulzigen Schneegletscher ab zur „Metro Alpin“, eine ganzjährig in Betrieb befindliche „Berg-U-Bahn“, die uns weitere 500 Höhenmeter nach unten zur Bergstation „Felskinn“ (2989m) brachte. Nach dem wunderschönen, aber inzwischen sehr sulzigen Höhenweg über das Egginerjoch zurück zur Britanniahütte erholten sich die meisten Teilnehmer mit einem ein- bis zweistündigen Nachmittags-Nickerchen. Aufgrund massiver Wasser-knappheit gab es nur einen etwas stärker tropfenden Wasserhahn im Waschraum in der ansonsten professionell ausgestatteten Unterkunft – gut, dass das Hausschneefeld nicht weit war, so dass man sich dort mit Schnee waschen konnte und Schmelzwasser in 1,5l Flaschen selbst erzeugte.

3. Tag: Für das Tagesziel Strahlhorn (4170m) wurden wir pünktlich um 2.45 Uhr mit „Viertel vor Drei … es ist Viertel vor Drei“ durch die uns nun bekannte sanfte Stimme geweckt. Wieder bei Vollmond und sternenklarem Himmel schritten wir entgegen allen anderen Hüttenbewohnern nicht auf dem Normalweg, sondern über den Fluchtpass (3724m) Richtung Strahlhorn. Wir waren die ersten an diesem Tag auf dieser Route. Die eingeplante leichte Felskletterei ca. 20 Höhenmeter unter dem Gipfel stellte uns beim ersten Anblick vor „unlösbare Probleme“. Unser Guide Arno legte mehrere Fixseillängen – und wenn man erst einmal selbst am Seil mit dem sogenannten „Degengriff“ gesichert nach oben kletterte, dann wurden auch solche Klettereien von jedem Teilnehmer sicher und mit totaler Begeisterung gemeistert. Der Gipfel gehörte uns um ca. 12 Uhr alleine – bei Windstille und Sonnenschein. Der Abstieg über den Normalweg war abermals eine Konditionsaufgabe im sulzigen aufgeweichten Schneefeld des Allalingletschers.

4. Tag: Wie schön – gemütlich frühstücken erst um 7 Uhr. Zum Abstieg nach Saas Fee wählten wir den Höhenweg über Plattjen, der uns immer wieder atemberaubende Ausblicke gewährte.

Text: Martin Dirr
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